Wirtschaft

Großbritannien hebt Strafzölle auf US-Produkte auf

Um ein Freihandelsabkommen mit den USA voranzutreiben, hebt Großbritannien vom 1. Januar 2021 an von der EU verhängte Strafzölle auf viele US-Produkte auf.
09.12.2020 11:29
Lesezeit: 1 min
Großbritannien hebt Strafzölle auf US-Produkte auf
Der britische Premier Boris Johnson. (Foto: dpa) Foto: Andrew Parsons

Um ein Freihandelsabkommen mit den USA voranzutreiben, hebt Großbritannien vom 1. Januar 2021 an von der EU verhängte Strafzölle auf viele US-Produkte auf. Dies zeige, dass es dem Vereinigten Königreich ernst sei, ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten zu erzielen, teilte die britische Regierung am Mittwoch in London mit. «Wir wollen diesen Konflikt deeskalieren und zu einer Verhandlungslösung kommen, damit wir unsere Handelsbeziehungen mit den USA vertiefen und einen Schlussstrich ziehen können», sagte die Ministerin für internationalen Handel, Liz Truss.

Die EU hatte die von der Welthandelsorganisation WTO genehmigten Sonderabgaben wegen unerlaubter Subventionen für den US-Flugzeugbauer Boeing erhoben. Zuvor hatten die USA ihrerseits wegen unerlaubter Subventionen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus Strafzölle erhoben, unter anderem auf schottischen Whisky. Die Whisky-Exporte in die USA brachen daraufhin um 30 Prozent ein.

Für Großbritannien wäre ein Freihandelsabkommen mit den USA angesichts des Brexits äußerst wichtig. Ansonsten fallen für den bilateralen Handel die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) an, die teils hohe Zölle vorsehen. Die Gespräche laufen noch.

Die Regierung behalte sich das Recht vor, die Strafzölle wieder einzuführen, falls es keine Fortschritte bei den Verhandlungen mit den USA gebe, hieß es in der Mitteilung aus London weiter. Außerdem blieben die Strafzölle in Kraft, die die EU als Reaktion auf US-Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt hatte.

Von den EU-Strafzöllen im Fall Boeing betroffen sind unter anderem US-Exporte von Nahrungs- und Genussmitteln wie Tomatenketchup, Nüsse, Rum und Wodka, aber auch Videospiel-Konsolen, Traktoren, Schaufellader und Flugzeuge.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Merz sieht Koalition auf gutem Weg - aber nicht am Ziel
15.07.2026

Die Sommerpressekonferenz des Bundeskanzlers hat Tradition. Diesmal stellte sich Amtsinhaber Friedrich Merz den Fragen der Journalisten...

DWN
Politik
Politik EU schmiedet Drohnen-Pakt mit der Ukraine
15.07.2026

Die EU und die Ukraine wollen ihre Drohnenproduktion gemeinsam ausbauen, während Kiew den Seekrieg gegen Russland auf eine neue Stufe...

DWN
Finanzen
Finanzen ASML-Aktie überrascht mit starken Quartalszahlen
15.07.2026

Die ASML-Aktie setzt ihren Höhenflug fort: Der Chipausrüster hebt nach überraschend starken Quartalszahlen erneut seine Prognose an und...

DWN
Technologie
Technologie Absatzkrise der Autobauer: Nicht nur VW und Co. verlieren
15.07.2026

Deutsche Autobauer verlieren beim Absatz, doch auch andere große Hersteller kämpfen mit Rückgängen. Am stärksten leidet dabei ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 220 Euro pro Kopf: War das der Höhepunkt der Bahn-Investitionen?
15.07.2026

Der Bund investiert so viel wie nie in die Schiene – doch schon in wenigen Jahren droht wieder der Rückwärtsgang. Die Bahnbranche warnt...

DWN
Finanzen
Finanzen Investieren für Kinder: Diese Entscheidungen können teuer werden
15.07.2026

Beim Ansparen für ein Kind hängt das Ergebnis nicht allein von der Rendite der Anlage ab. Es ist ebenso wichtig, auf wessen Namen das...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kaufen? Der Superzyklus steht erst am Anfang
15.07.2026

Der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 bereits vervielfacht. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Europas Aufrüstung und...

DWN
Politik
Politik Trump droht Iran mit Angriffen auf zivile Infrastruktur
15.07.2026

Der US-Präsident droht dem Iran erneut mit Angriffen auf Brücken und Kraftwerke. Ob die iranische Führung einlenkt und Verhandlungen...