Finanzen

Macron der Banker: Frankreichs Staatsschulden erreichen Rekordniveau

Die französische Regierung steckt in Schwierigkeiten. Unter der Führung des Ex-Bankers Emmanuel Macron wird das Land bei den Staatsschulden ein Rekordniveau erreichen. Doch auch die Wirtschaft des Landes schrumpft.
11.12.2020 15:08
Aktualisiert: 11.12.2020 15:08
Lesezeit: 1 min
Macron der Banker: Frankreichs Staatsschulden erreichen Rekordniveau
Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, nimmt nach einer nächtlichen Verhandlungssitzung an einem Runden Tisch beim Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs teil. (Foto: dpa) Foto: Olivier Hoslet

Die französische Regierung rechnet angesichts der Corona-Krise mit einem deutlich höheren Haushaltsdefizit im kommenden Jahr und einen Schuldenstand in Rekordhöhe.

Die Neuverschuldung werde voraussichtlich 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen, sagte Haushaltsminister Olivier Dussopt am Freitag. Bislang war von 6,7 Prozent ausgegangen worden. Die Steuereinnahmen seien wegen der zweiten Corona-Welle um mehr als 22 Milliarden Euro eingebrochen, während die Regierung wegen des November-Lockdowns zugleich mehr Geld in die Hand genommen haben, um Unternehmen zu helfen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron steckt in Schwierigkeiten.

Mehr dazu: Die Abenteuer des Monsieur Macron, oder: Wie Frankreich sich einen neuen Napoleon wünschte - aber einen Don Quijote bekam

Finanzminister Bruno Le Maire sagte, dass dadurch auch der Schuldenstand höher ausfallen werde als bislang angenomen. Die Verbindlichkeiten des Staates dürften im kommenden Jahr auf den Rekordwert von 122,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen. Die bisherigen Planungen sahen lediglich 116,4 Prozent vor. Die EU-Regeln legen eigentlich eine Obergrenze von 60 Prozent fest. Die Regierung werde 20 Milliarden Euro zur Unterstützung der Wirtschaft im nächsten Jahr mobilisieren, kündigte Le Maire an. “Ich bin mir vollkommen bewusst, dass die schwierigsten Momente, die zu bewältigen sind, noch vor uns liegen”, sagte Le Maire in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone wird dem Finanzminister zufolge in diesem Jahr im Rekordtempo von elf Prozent schrumpfen - etwa doppelt so stark wie die deutsche. Für 2021 wird ein Wachstum von sechs Prozent erwartet

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen EZB: Zinserhöhung erst im September erwartet
23.07.2026

Die Inflation hat sich zuletzt abgeschwächt. Das ermöglicht der Europäischen Zentralbank (EZB) voraussichtlich eine Zinspause. Doch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU verhängt neue Russland-Sanktionen
23.07.2026

Ein Einreiseverbot für russische Ukraine-Kämpfer und vieles mehr: Ein neues EU-Sanktionspaket soll den Druck auf Moskau erhöhen. Ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preisoffensive im Handel: Wie Sie jetzt bei Haushaltswaren und Hörbüchern kräftig sparen können
23.07.2026

Sommerzeit ist Angebotszeit: Während Verbraucher ihre Ausgaben genauer planen, überbieten sich Händler mit attraktiven Preisaktionen....

DWN
Finanzen
Finanzen Tesla-Aktie: Gewinn bricht ein
23.07.2026

Tesla verkauft wieder deutlich mehr Autos, doch der Gewinn sinkt und die Kosten für Musks Zukunftsvision steigen. Während der Konzern auf...

DWN
Politik
Politik Machtkampf in Kiew: Warum Selenskyj seinen populärsten Minister opferte
23.07.2026

Die Ukraine setzt Russland mit modernen Drohnen zunehmend unter Druck. Doch ausgerechnet jetzt hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BayWa-Aktie im Fokus: Insolvenz vorerst abgewendet – so geht die BayWa-Sanierung weiter
23.07.2026

Der Nervenkrieg in der Münchner Zentrale ist vorerst beendet: Ende Juni haben sich Banken und Großaktionäre der BayWa grundsätzlich auf...

DWN
Technologie
Technologie Deutschland erlaubt Atom-Deal mit Russland
23.07.2026

Trotz scharfer Kritik genehmigt: In Niedersachsen sollen künftig Brennelemente für Atomkraftwerke russischer Bauart gefertigt werden....

DWN
Finanzen
Finanzen US-Aktienmarkt: Citigroup erklärt die Glorreichen Sieben für tot
23.07.2026

Sie galten jahrelang als unangefochtene Herrscher der Wall Street. Doch nun erklärt Citigroup das Konzept der Glorreichen Sieben für...