Politik

Hamburgs grüne Justizsenatorin bei Flüchtlingsrettung auf Malta - das anschließende Hummeressen bezahlte die Partei

Die grüne Hamburger Justizsenatorin hat Ärger wegen ihres Ex-Partners - dem ehemaligen Fraktionschef im Bezirk Mitte.
15.12.2020 12:04
Aktualisiert: 15.12.2020 12:04
Lesezeit: 1 min
Hamburgs grüne Justizsenatorin bei Flüchtlingsrettung auf Malta - das anschließende Hummeressen bezahlte die Partei
Katharina Fegebank (M, Bündnis 90/Die Grünen), Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Annalena Baerbock (r), Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, und Anna Gallina, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Hamburg. (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen ihren früheren Lebenspartner Michael Osterburg soll Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) nun doch als Zeugin gehört werden. «Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist eine Vernehmung von Frau Gallina als Zeugin zur weiteren Sachverhaltsaufklärung geplant», sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Ein Zeitpunkt stehe aber noch nicht fest. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung über die geplante Vernehmung berichtet.

Die Ermittlung gegen Osterburg laufen seit dem Frühjahr. Ihm wird vorgeworfen, als ehemaliger Grünen-Fraktionschef im Bezirk Mitte jahrelang Fraktionsgelder veruntreut zu haben, indem er private Ausgaben über die Fraktion abrechnete. Im Raum stehen knapp 70 000 Euro, darunter für viele Restaurantbesuche aus einer Zeit, als er und Gallina noch ein Paar waren. Dass die Grünen-Landesvorsitzende und Justizsenatorin in dieser Sache bislang nicht von der ihr unterstellten Strafverfolgungsbehörde vernommen wurde, war von der Opposition kritisiert worden.

In der vergangenen Woche hatte ein bekanntgewordenes Hummeressen auf Malta, das ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen ist, bundesweit für Empörung in den sozialen Medien gesorgt. Gallina hatte sich auf der Insel 2017 für die Flüchtlingsrettung im Mittelmeer engagiert. Osterburg hatte das Hummeressen über die Fraktion abgerechnet. Obwohl sie eigenen Angaben zufolge damals keinen Hummer gegessen habe, entschuldigte sich Gallina am vergangen Freitag für die Irritationen, durch die «rund um meinen humanitären Einsatz im Mittelmeer in der Öffentlichkeit ein so negativer Eindruck entstanden ist».

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Warum Deon Markets in der Krypto-Landschaft herausragt

In der dynamischen Welt der Kryptowährungen hebt sich Deon Markets deutlich ab. Diese Plattform bietet mehr als nur den Handel mit...

DWN
Technologie
Technologie KI treibt Gründungsboom auf Rekordniveau
07.07.2026

So viele Start-ups wie noch nie: Der KI-Boom verändert die deutsche Gründerszene grundlegend und senkt die Hürden für neue Unternehmen....

DWN
Politik
Politik Seltene Erden: Pekings Exportstopp wird zur Warnung für Deutschland
07.07.2026

China zieht im Rohstoffkrieg die Schraube an: Seltene Erden, die für Halbleiter, Medizintechnik, Rüstung und grüne Technologien...

DWN
Politik
Politik Trump setzt Nato unter Druck
07.07.2026

Donald Trump sorgt beim Nato-Gipfel in Ankara erneut für Spannungen und stellt die Loyalität europäischer Verbündeter infrage. Während...

DWN
Politik
Politik Gericht verurteilt Le Pen zu einem Jahr Haft mit Fußfessel
07.07.2026

Nur wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl fällt ein Schuldspruch: Für Frankreichs Rechtsnationale Marine Le Pen ist das eine...

DWN
Politik
Politik Leere Kassen: Kommunen ziehen vor das Kanzleramt
07.07.2026

Deutschlands Kommunen schlagen Alarm: Milliardenlöcher in den Haushalten bedrohen immer mehr Städte und Gemeinden. Die Verantwortlichen...

DWN
Technologie
Technologie Das Aus für die Wärmepumpenförderung
07.07.2026

Die Bundesregierung will Milliarden sparen und kürzt dafür die Förderung klimafreundlicher Heizungen. Für Hausbesitzer könnte der...

DWN
Technologie
Technologie Cybersicherheitsgesetz: Der Staat rüstet auf – der Mittelstand bleibt verwundbar
07.07.2026

Der Staat rüstet auf – doch im digitalen Ernstfall bleibt Ihr Unternehmen auf sich allein gestellt. Zwar will die Bundesregierung...

DWN
Technologie
Technologie Fusionsreaktor: Münchner Start-up sammelt 411 Millionen Euro ein
07.07.2026

Die Fusionsenergie galt lange als Zukunftsmusik – jetzt fließen Hunderte Millionen Euro in ein deutsches Start-up mit großen Plänen....