Wirtschaft

USA legen nach: Neue Strafzölle auf Wein aus Deutschland

Seit mehr als 15 Jahren streiten sich Washington und Brüssel über rechtswidrige Subventionen für die Luftfahrtindustrie. Beide Seiten haben Strafzölle verhängt. Jetzt legt Washington nach.
31.12.2020 19:54
Aktualisiert: 31.12.2020 19:54
Lesezeit: 1 min

Im Streit mit der Europäischen Union über Subventionen für die Luftfahrtindustrie hat die US-Regierung neue Strafzölle auf Produkte aus Deutschland und Frankreich angekündigt. Betroffen seien Flugzeugbauteile, aber auch bestimmte Weine und bestimmte Cognacs und andere Weinbrände, teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten mit. Die EU-Kommission reagierte am Donnerstag mit Kritik.

Hintergrund ist der seit mehr als 15 Jahre währende Streit über rechtswidrige Subventionen der EU für Airbus und der USA für Boeing. Beide Seiten hatten sich gegenseitig bei der Welthandelsorganisation WTO verklagt und jeweils das Recht bekommen, Strafzölle auf Waren im Milliardenwert zu verhängen.

Die USA verteuerten nach einer WTO-Entscheidung zu ihren Gunsten 2019 bereits die Einfuhr von Käse, Butter und Wein und vielen anderen Produkten aus Europa, ebenso von Komponenten für die Luftfahrtindustrie. Die Strafzölle liegen zwischen 15 und 25 Prozent. Sie straften vor allem die Länder ab, die Airbus-Subventionen zahlten: Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien.

Die EU hatte im November ihrerseits auf Grundlage einer WTO-Entscheidung Zusatzabgaben auf bestimmte US-Produkte angekündigt. Die US-Regierung warf Brüssel nun vor, bei der Verhängung der Zölle unfaire Entscheidungen getroffen zu haben. Deswegen müssten die eigenen Maßnahmen angepasst werden.

So habe die EU ihrer Entscheidung über Strafzölle zum Beispiel das Handelsvolumen der 27 EU-Staaten ohne Großbritannien zugrunde gelegt, was zur Folge gehabt habe, dass die Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA höher ausfielen. «Die EU muss Maßnahmen ergreifen, um diese Ungerechtigkeit auszugleichen», forderte der Handelsbeauftragte.

Die EU-Kommission erklärte, man bedaure die Ankündigung aus Washington. Die USA störten mit der einseitigen Aktion die laufenden Verhandlungen zur Beilegung des Subventionskonflikts, sagte ein Sprecher. Die EU werde mit der neuen US-Regierung so bald wie möglich Kontakt aufnehmen, um die Verhandlungen fortzusetzen und eine dauerhafte Lösung des Streits zu finden. Am 20. Januar folgt der Demokrat Joe Biden dem republikanischen US-Präsidenten Donald Trump im Amt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Politik
Politik Russland soll US-Gasprojekt heimlich geführt und finanziert haben
26.10.2026

Der ehemalige Geschäftsführer eines riesigen amerikanischen Gasexportprojekts im Wert von 25 Milliarden Dollar hat dem russischen...

DWN
Politik
Politik Streit um Starlink: Elon Musk erhebt Vorwürfe gegen die Ukraine
26.10.2026

Elon Musk wirft der Ukraine vor, Starlink für unerlaubte Drohnenangriffe eingesetzt zu haben. Ein entsprechendes Schlupfloch sei...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lkw-Maut bereits fast ein Fünftel höher: Wo es teurer wird und was 2027 kommt
26.10.2026

Lkw-Maut wird in Europa immer teurer und komplizierter. Neben gefahrenen Kilometern entscheiden zunehmend CO₂-Ausstoß, Fahrzeugklasse...

DWN
Finanzen
Finanzen 10 Europa-Aktien, denen Analysten besonders großes Wachstum zutrauen
26.10.2026

Ich habe mir erneut die Empfehlungen der Analysten angesehen, um Aktien mit dem größten Aufwärtspotenzial zu finden. Diesmal habe ich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Opel Frontera Electric im Test: Viel Komfort, aber kaum Ausdauer
26.10.2026

Viel Platz, hoher Komfort und ein vergleichsweise günstiger Preis: Der Opel Frontera Electric könnte das perfekte Elektro-SUV für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Geschäftsklima steigt: Deutsche Wirtschaft trotzt hohen Energiepreisen
26.10.2026

Deutschlands Unternehmen blicken zuversichtlicher nach vorn: Das Ifo-Geschäftsklima steigt erneut und übertrifft die Erwartungen der...

DWN
Finanzen
Finanzen Lindt-Aktie im Fokus: Präsident Tanner räumt Preisfehler ein und lehnt Rücktritt in Lindt-Krise ab
26.10.2026

Nach dem überraschenden Chefwechsel bei Lindt & Sprüngli übernimmt Verwaltungsratspräsident Ernst Tanner öffentlich Verantwortung für...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Warum die 4.000-Dollar-Marke vor der Fed-Entscheidung wieder wackelt
26.10.2026

Zum Wochenstart pendelt Gold um die Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Nach dem jüngsten Rückgang ringen Anleger um eine neue...