Wirtschaft

Corona-Boom: Chinas Handelsüberschuss steigt auf neuen Rekordstand

Die Corona-Krise beflügelt die chinesischen Exporte. Der Handelsüberschuss des Landes hat einen historischen Rekord erreicht.
14.01.2021 14:00
Lesezeit: 1 min

Sowohl die chinesischen Exporte als auch die Importe haben im Dezember die Prognosen der von Bloomberg befragten Ökonomen übertroffen. Die Exporte wuchsen um 18,1 Prozent in Dollar, während die Importe um 6,5 Prozent stiegen. In der Folge stieg der Handelsüberschuss des Landes auf einen neuen Rekordwert von 78 Milliarden Dollar.

Die chinesischen Exporte profitierten unter anderem von der höheren Nachfrage nach medizinischen Produkten und nach Gütern, die in irgendeiner Form mit den Lockdowns im Ausland zusammenhängen. Die Wirtschaft in den meisten anderen Staaten ist durch harte Corona-Maßnahmen behindert, wodurch auch der globale Handel in Mitleidenschaft gezogen wird.

Der Anstieg des chinesischen Handels im Dezember hat dazu beigetragen, Chinas Wirtschaft anzukurbeln, die sich längst von den Auswirkungen der Corona-Maßnahmen in dem Land erholt hat. Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt, die China Anfang nächster Woche veröffentlichen will, werden voraussichtlich zeigen, dass die chinesische Wirtschaft im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent gewachsen ist.

Das starke Exportwachstum mit zweistelligen Zuwächse in drei aufeinanderfolgenden Monaten hat sich trotz der Aufwertung des Renminbi gegenüber dem Dollar weiter fortgesetzt. Seit Anfang Januar kostet ein Dollar wieder weniger als 6,5 Yuan. Zuletzt wurde diese Marke in der ersten Jahreshälfte 2018 unterschritten. Vor einem Jahr lag der Kurs noch über 7 Yuan.

Beflügelt durch die wirtschaftliche Erholung und die höheren Zinsen in China, stürzten sich ausländische Investoren im vergangenen Jahr auf chinesische Vermögenswerte. Das führte zu Zuflüssen über Hongkong, das ausländische Käufer mit China verbindet, in Höhe von etwa 1 Milliarde Yuan im Verlauf des Jahres. Der Aktienmarkt des Landes erreichte diesen Monat den höchsten Stand seit der globalen Finanzkrise.

Chinas Marktanteil am Welthandel, der Mitte letzten Jahres sprunghaft angestiegen, könnte mit der Erholung in anderen Länder wieder sinken. "Wenn andere Länder die Pandemie unter Kontrolle bekommen, die Produktion anläuft und die Verbraucher auf Dienstleistungen wechseln, wird China unserer Meinung nach mehr Konkurrenz bekommen", zitiert die Financial Times Tao Wang, Leiterin des Asien-Research bei UBS.

Die Importe, die im September ihren höchsten Dollarwert seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht hatten, sind nun schon vier Monate in Folge gestiegen. Denn Chinas von der Industrie getriebene wirtschaftliche Erholung hat die Nachfrage nach Rohstoffen angeheizt. So stiegen zum Beispiel die Importe von Eisenerz im letzten Jahr auf 1,17 Milliarden Tonnen, ein Plus von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Immobilienmakler für Kitzbühel – Hotel und Gewerbeimmobilien verkaufen mit Experten

Der Verkauf von Hotels und Gewerbeimmobilien in Kitzbühel stellt besondere Anforderungen an Eigentümer und Makler. Ein erfahrener...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen MG4 Urban im Test: Fast "Das Auto", nur aus China
20.08.2026

Als SAIC Motor das Modell MG4 vorstellte, wurde es sofort zu einem der begehrtesten in China gebauten Elektroautos. Autojournalisten...

DWN
Finanzen
Finanzen Euro-Stablecoins: Wie Europa die Kontrolle über seine Währung verlieren könnte
20.08.2026

Der Euro ist die zweitwichtigste Währung der Welt, doch in der digitalen Finanzwelt spielt er bislang kaum eine Rolle. Während nahezu...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Gewinnmitnahmen nach Zweimonatshoch
20.08.2026

Der Goldpreis hat binnen kurzer Zeit deutlich an Wert gewonnen, doch am Donnerstag legt das gelbe Edelmetall eine Verschnaufpause ein....

DWN
Finanzen
Finanzen JD Sports-Aktie stürzt ab: Gewinnwarnung und Filialabbau belasten – Branche leidet mit
20.08.2026

JD Sports senkt sein Gewinnziel und enttäuscht vor allem in Nordamerika. Gleichzeitig verschwinden immer mehr deutsche Filialen. Der...

DWN
Technologie
Technologie Weltmarkt für E-Lkw wächst rasant – Infrastruktur bleibt Engpass
20.08.2026

Eine halbe Million verkaufte E-Lkw und E-Busse markieren einen neuen Meilenstein für die Verkehrswende. Während China den Weltmarkt...

DWN
Finanzen
Finanzen Criteo-Aktie: Übernahmewette für Mutige oder unkalkulierbares Risiko?
20.08.2026

Die Criteo-Aktie führt vor Augen, welche Chancen Sondersituationen für Anleger bieten können. Doch gerade bei vermeintlich klaren Deals...

DWN
Finanzen
Finanzen Adieu Frankreich, adieu Deutschland: Wohin Europas Reiche ziehen
20.08.2026

Politische Unsicherheit, hohe Steuern: Das sind die wichtigsten Gründe, warum Reiche die zwei stärksten Länder Europas verlassen. Wohin...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ferrari Luce: Erst verspottet, jetzt reißen sich Käufer um den Elektro-Ferrari
20.08.2026

Der Ferrari Luce provozierte Fans, verunsicherte Anleger und ließ Zweifel an Ferraris Elektrostrategie wachsen. Nun ist das Verkaufsziel...