Finanzen

Banken im Euroraum strenger bei Kreditvergabe, EU-Wirtschafts- und Finanzminister beraten über faule Kredite

Die Banken in der Eurozone haben ihre Standards für die Kreditvergabe weiter verschärft. Währenddessen wollen die EU-Wirtschafts- und Finanzminister das Problem notleidender Kredite im EU-Raum erörtern.
19.01.2021 10:51
Aktualisiert: 19.01.2021 10:51
Lesezeit: 1 min

Die Banken in der Eurozone haben ihre Standards für die Kreditvergabe weiter verschärft. Die internen Vergaberegelungen seien im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal unter dem Strich strenger ausgefallen, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag in Frankfurt mit. Die Verschärfung betreffe sowohl Kredite an Unternehmen als auch Darlehen an Verbraucher, etwa zum Hauskauf.

Die konkreten Vergabebedingungen in den Kreditverträgen seien ebenfalls verschärft worden, ergänzte die EZB. Die Nachfrage nach Unternehmenskrediten sei weiter zurückgegangen, die Nachfrage nach Immobiliendarlehen sei dagegen erneut gestiegen. Verbraucherkredite, etwa zum Autokauf, seien unter dem Strich weniger als im Vorquartal nachgefragt worden.

Die Ergebnisse beruhen auf einer regelmäßigen Umfrage, dem Bank Lending Survey. Die EZB befragt in dieser Erhebung die Banken im Euroraum einmal pro Quartal nach ihrer Kreditvergabe. Sie erhofft sich davon etwa Hinweise für ihre Geldpolitik.

Die EU-Wirtschafts- und Finanzminister beraten am Dienstag (10.00 Uhr) die gemeinsamen Anstrengungen gegen die Corona-Krise (HIER). Zum einen geht es bei der Online-Konferenz um einen Aktionsplan gegen faule Kredite bei den europäischen Banken. In der Krise wird ein starker Anstieg von Darlehen befürchtet, die nicht mehr bedient werden können. Der Aktionsplan soll helfen, dass Banken die Wirtschaft trotzdem weiter mit Kredit versorgen.



Darüber hinaus ist erneut die Umsetzung des europäischen Corona-Hilfsprogramms Thema. Wie schon die Eurogruppe befassen sich die Wirtschafts- und Finanzminister aller 27 EU-Staaten mit der Vorbereitung der Aufbaupläne, mit denen Geld aus dem 750 Milliarden Euro schweren Aufbaufonds beantragt werden kann. Zudem geht es in der Sitzung um die wirtschaftspolitischen Empfehlungen der EU-Kommission.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Politik
Politik Heil statt Klingbeil? Ex-Arbeitsminister schließt Kandidatur für SPD-Vorsitz nicht aus
18.10.2026

Bekommt Lars Klingbeil jetzt Konkurrenz? Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil bekommt nach eigenen Worten aus der SPD viele Ermutigungen, für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche in der Dauerkrise: Immer mehr Ausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen
18.10.2026

Die Krisen der vergangenen Jahre hinterlassen Spuren in der Psyche vieler Menschen und am Arbeitsmarkt: Immer mehr Arbeitnehmer fallen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Methanemissionen: Energiepreise – EU-Kommission will Klimaregeln verschieben
18.10.2026

In Brüssel werden Mittel gegen die ausufernden Energiepreise gesucht. Einen Weg sieht die Kommission darin, bestimmte Klimaregeln später...

DWN
Finanzen
Finanzen Kaffeepreis: Warum die billigste Bohne am Ende die teuerste ist
18.10.2026

Kaffee wird immer teurer. Doch wer jetzt zu günstigen Bohnen greift, könnte die nächste Preisexplosion selbst befeuern. Klimawandel,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bewerbungsverfahren: Künstliche Intelligenz verändert die Auswahlkriterien
18.10.2026

Bewerber verfassen Bewerbungsunterlagen mit KI, Betriebe lassen die Maschine zumindest einen Teil der Vorauswahl machen. Das ändert die...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien kaufen: Der größte Fehler passiert lange vor dem ersten Aktienkauf
18.10.2026

Welche Aktie soll ich kaufen? Für viele Börsenanfänger ist das die wichtigste Frage überhaupt. Dabei entscheidet sich oft schon viel...

DWN
Technologie
Technologie Musks Flugauto: Tesla zeigt Sportwagen mit Raketendüsen
18.10.2026

Seit Jahren stellte Elon Musk ein Raketen-Auto in Aussicht - und der nun gezeigte Tesla Roadster kann dank Kaltgas-Düsen ein wenig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zeekr greift BMW und Mercedes an: Ex-BMW-Manager rechnet mit Europas Autobauern ab
18.10.2026

In chinesischen Autofabriken verschwinden die Menschen, Roboter übernehmen ihre Arbeit. Während BMW, Mercedes und Audi unter Kostendruck...