Deutschland

Corona verändert deutschen Online-Handel: Plattformen sind die Gewinner

Der Branchenverband BEVH meldet eine Reihe interessanter Entwicklungen im deutschen Online-Handel. So haben die großen Onlinemarktplätze am stärksten von Corona profitieren können.
26.01.2021 11:14
Aktualisiert: 26.01.2021 11:14
Lesezeit: 1 min
Corona verändert deutschen Online-Handel: Plattformen sind die Gewinner
(Foto: athree23)

Das geänderte Konsumverhalten der Deutschen hat dem Online-Handel im Corona-Jahr 2020 ein kräftiges Wachstum beschert. Der Brutto-Umsatz von Waren im E-Commerce stieg um 14,6 Prozent auf 83,3 Milliarden Euro, wie der Branchenverband BEVH am Dienstag mitteilte. Verbraucher kauften in Internet vor allem deutlich mehr Dinge des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Drogeriewaren und Medikamente. "Die Corona-Pandemie hat die Entwicklung des Handels hin zum E-Commerce deutlich beschleunigt", erklärte Verbandspräsident Gero Furchheim. "Diese Entwicklung wird sich nicht mehr umkehren." Der Kauf im Internet sei im Alltag der Menschen angekommen. Für dieses Jahr setzt die Branche auf 12,5 Prozent Wachstum bei Waren.

Der Umsatz mit Medikamenten im Internet erhöhte sich 2020 massiv um fast 54 Prozent, der Handel mit Lebensmitteln sogar um zwei Drittel. Der Handel mit Drogeriebedarf kletterte um über 35 Prozent. Digitale Dienstleistungen brachen allerdings massiv um 52,8 Prozent ein, Furchheim sprach von einem "brutalen Rückgang". Denn wegen der Reisebeschränkungen gingen Buchungen rund um Reisen um fast 46 Prozent zurück sowie Flug-, Bahn- und Bustickets sowie Mietwagen um knapp 63 Prozent. Event-Tickets für Sport, Konzerte, Theater und Kino sackten im Lockdown sogar um drei Viertel ab.

Fast jeder dritte Online-Käufer war 2020 älter als 60 Jahre, nach knapp einem Viertel 2019, wie aus einer Studie im Auftrag des BEVH hervorgeht. Vier von zehn Kunden kaufen inzwischen mehr als einmal pro Woche im Netz ein. Fast drei von vier Nutzern wollen demnach künftig mehr oder genauso viel im Internet bestellen. Vor einem Jahr hatte nur gut jeder Zweite dies vor.

Fast jeder zweite im E-Commerce umgesetzte Euro wurde auf Onlinemarktplätzen und sogenannten Plattformen verdient. Grund für das Wachstum von gut 20 Prozent ist laut Verband ein Zuwachs an großen und kleinen Händlern, die über diese Infrastruktur im Internethandel erstmals aktiv geworden sind. "Der Verkauf über Onlinemarktplätze und Plattformen ist aufgrund der Bündelung von Kunden und Nachfrage heute ein unverzichtbarer Teil jeder E-Commerce-Strategie", betonte Furchheim.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Ich überlege schon, mein Portfolio für Weihnachten einzukaufen
22.10.2026

Seit längerer Zeit beobachte ich einen bestimmten Sektor und warte geduldig auf den richtigen Zeitpunkt zum Kaufen. Vielleicht ist er...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin vs. Gold: Zwei Antworten auf das Misstrauen ins Geldsystem
22.10.2026

Gold oder Bitcoin – was schützt Vermögen besser, wenn Märkte unter Druck geraten? Der Vergleich zeigt, warum beide auf dieselben...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Investitionsflaute im Mittelstand: Jeder dritte Betrieb verschiebt Projekte
22.10.2026

Deutschlands Mittelstand hält sich bei Investitionen weiter zurück. Nur 40 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen setzten 2025...

DWN
Technologie
Technologie Fracking in Deutschland: Rettung für die Industrie oder teurer Irrweg?
22.10.2026

Russland, der Iran-Krieg und ein unberechenbarer US-Präsident zeigen, wie verwundbar Deutschlands Energieversorgung ist – zugleich...

DWN
Politik
Politik Trumps Verrat wird weitergehen
22.10.2026

Trump nähert sich Putin an, während Russland seine Angriffe auf die Ukraine ausweitet und nach Darstellung des Autors sogar die NATO...

DWN
Politik
Politik Heizkosten-Schock in Polen: Droht deutschen Haushalten ein ähnlich teurer Winter?
22.10.2026

In Polen warnen Wohnungsgenossenschaften ihre Bewohner bereits vor hohen Heizkosten. In einzelnen Fällen verschlingt die Wärmeversorgung...

DWN
Technologie
Technologie Fitness-Tracking im Alltag: Warum wir ständig unsere Daten kontrollieren und welche Risiken lauern
22.10.2026

Schritte, Schlaf, Kalorien oder Trinkmenge: Apps und Wearables machen den eigenen Alltag messbar wie nie zuvor. Für viele vermittelt das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft SpaceX mit Milliardengewinn: Elon Musk plant die größte Fusion aller Zeiten
22.10.2026

Elon Musk meldet einen Milliardengewinn bei SpaceX und denkt bereits über den nächsten historischen Schritt nach. Eine Fusion mit Tesla...