Deutschland

Sahra Wagenknecht: „Wer bestimmte Meinungen nicht teilt, ist deshalb noch lange kein Nazi“

Die Linkspolitikerin Sahra Wagenknecht kritisiert einen zunehmenden „Linksilliberalismus“, der vor nichts mehr Halt macht. Kritiker werden von den Linksliberalen zu Feinden und Nazis erklärt.
06.02.2021 11:30
Aktualisiert: 06.02.2021 11:30
Lesezeit: 1 min
Sahra Wagenknecht: „Wer bestimmte Meinungen nicht teilt, ist deshalb noch lange kein Nazi“
Die Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke im Bundestag, Sahra Wagenknecht, und ihr Mann, Oskar Lafontaine, stehen am 14.01.2018 in Berlin. (Foto: dpa) Foto: Britta Pedersen

In einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“ kritisiert die Links-Politikern Sahra Wagenknecht den linksliberalen Zeitgeist, der geprägt sei von Intoleranz gegenüber Andersdenkenden. Die Berliner Zeitung berichtet: „Die Geisteshaltung vieler Linker sei: ,Wer nicht für mich ist, ist kein Andersdenkender, sondern ein schlechter Mensch‘. Dieses Denkmuster sei ,ein typisches Herangehen des linksliberalen Milieus‘. Diese ,selbstgerechte Attitüde‘ müssten Linke ablegen. Entstanden sei besagter Linksilliberalismus aus ,der neuen akademischen Mittelschicht der Großstädte‘. Es sei ,ein relativ privilegiertes Milieu, das heute weitgehend abgeschottet lebt, eine Filterblase im realen Leben‘. Es müsse doch klar sein: ,Wer bestimmte Meinungen nicht teilt, ist deshalb noch lange kein Nazi, der gecancelt werden muss‘, so Wagenknecht“.

Der Nordkurier zitiert Wagenknecht: „Wer nicht für mich ist, ist kein Andersdenkender, sondern ein schlechter Mensch. Das ist ein typisches Herangehen des linksliberalen Milieus: Wer für eine Begrenzung von Zuwanderung ist, ist ein Rassist. Wer CO2-Steuern kritisiert, ein Klimaleugner. Und wer die Schließung von Schulen, Restaurants und Fitnessstudios nicht für richtig hält, ein ‘Covidiot’“.

Zuvor hatte Wagenknecht im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung gesagt: „Viele Menschen wenden sich von der Linken ab“. Die jüngsten Aussagen von Wagenknecht sollten allerdings auch im Zusammenhang mit ihrer Ankündigung, erneut für den Bundestag kandidieren zu wollen, gesehen werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Inflation im Euroraum zieht wieder an: Wird die EZB die Zinsen erhöhen?
16.08.2026

Die Inflation hat sich im Euroraum überraschend zurückgemeldet – angetrieben von teurer Energie und geopolitischen Spannungen. Damit...

DWN
Politik
Politik Rentensplitting statt Witwenrente: Steht die Hinterbliebenenrente vor dem Aus?
16.08.2026

Im Rahmen der Rentenreform steht plötzlich auch die Witwenrente zur Diskussion. Ein Rentenexperte argumentiert, "Frauen könnten sich...

DWN
Politik
Politik Toxische Weltpolitik: Wenn gefährliche Staatschefs die Kontrolle verlieren
16.08.2026

Sie dulden keinen Widerspruch, verlangen Loyalität und halten sich selbst für unfehlbar. Gelangen toxische Führungspersönlichkeiten an...

DWN
Politik
Politik Medienrat für öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Geschäftsführerin steht fest
16.08.2026

Das neue Gremium soll den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kontrollieren. Im April wurde die Vorsitzende gewählt. Jetzt steht fest, wer...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie Fintechs Banken herausfordern – und Anleger profitieren können
16.08.2026

Millionen Kunden eröffnen Konten bei Revolut, N26 oder Trade Republic – oft zunächst nur zusätzlich zur Hausbank. Doch aus der...

DWN
Finanzen
Finanzen Künstliche Intelligenz greift nach Ihrer Rente - und zwar an zwei Fronten
16.08.2026

Erstens geht es um die Exponierung von Pensionsfonds gegenüber KI. Zweitens stellt sich die Frage, welche Kasse die meisten Menschen im...

DWN
Panorama
Panorama Schlecht vorbereitet bei Waldbränden? Experte sieht Lücken im System
16.08.2026

Ein dichtes Netz an Feuerwehren schützt Deutschland bislang vor vielen größeren Waldbränden. Doch Ausbildung, Einsatzverfahren und...

DWN
Finanzen
Finanzen Millionenbetrug an Bankkunden: Ermittler heben Netzwerk aus
16.08.2026

Eine Gruppe Krimineller soll Bankkunden um Millionen betrogen haben. Ermittler aus Deutschland und Brasilien nahmen nach Durchsuchungen...