Deutschland

Drogen, Korruption, Geldwäsche: Festnahmen bei Razzia in Bremen - Zwei Polizisten unter Verdacht

Es geht um Drogen, Korruption und Geldwäsche: Mit einem Großeinsatz geht die Polizei in Bremen gegen zwölf Beschuldigte vor - darunter zwei Beamte aus den eigenen Reihen.
18.03.2021 12:54
Aktualisiert: 18.03.2021 12:54
Lesezeit: 1 min
Drogen, Korruption, Geldwäsche: Festnahmen bei Razzia in Bremen - Zwei Polizisten unter Verdacht
Polizisten stehen vor einem Gebäude im Stadtteil Hemelingen. (Foto: dpa) Foto: Sina Schuldt

Die Polizei hat bei einem Großeinsatz wegen Drogenhandels, Bestechlichkeit und Geldwäsche in Bremen und dem Bremer Umland vier Menschen festgenommen. Die Ermittlungen richteten sich gegen zwölf Beschuldigte, darunter zwei Polizisten, teilten Staatsanwaltschaft, Polizei und Bundeskriminalamt am Donnerstag gemeinsam mit. Insgesamt 23 Wohnungen und Geschäftsräume seien durchsucht worden.

Gegen die vier Festgenommenen im Alter von 29 bis 40 Jahren lagen Haftbefehle wegen des Verdachts des bandenmäßigen Drogenhandels vor. Einige der Beschuldigten werden zudem der Geldwäsche durch Immobiliengeschäfte verdächtigt.

Bei den verdächtigten Polizisten handelt es sich um einen 36-Jährigen und eine 40-Jährige, die suspendiert beziehungsweise vom Dienst entbunden werden. Dem 36-Jährigen werden Bestechlichkeit, Verletzung von Dienstgeheimnissen, Geldwäsche und Betrug vorgeworfen. Das Magazin «Der Spiegel» schrieb, der Polizist solle «sensible Informationen an dubiose Bekannte ausgeplaudert» und dafür im Gegenzug Gefälligkeiten, wie die Überlassung eines Autos, erhalten haben. Gegen die 40-Jährige wird wegen des Verdachts der Verletzung von Dienstgeheimnissen ermittelt.

Die Ermittler stellten bei der Razzia unter anderem Schusswaffen mit Munition, Bargeld und Handys sicher. Fünf Beschuldigten soll darüber hinaus der Zugriff auf rund 500 000 Euro aus dem Verkauf von Cannabis und Kokain entzogen werden.

Die Razzia geht den Ermittlern zufolge auf eine Ermittlungsgruppe zurück, die bereits Mitte 2019 eingerichtet worden war. Schon im Februar 2021 seien in diesem Zusammenhang Waffen, Geld und Drogen sichergestellt worden. Dem «Spiegel»-Bericht zufolge trägt der Ermittlungskomplex der Staatsanwaltschaft Bremen den Codenamen «Zirkel». Die Ermittlungen gingen dabei auf einen seitenlangen Brief eines anonymen Hinweisgebers zurück, der Namen, Straftaten und mutmaßliche kriminelle Netzwerke genannt habe.

Ein Teil der Ermittlungen befasse sich außerdem mit Clankriminalität, heißt es in dem Bericht. Den mutmaßlichen Kopf der Drogenbande, einen 41-Jährigen, habe die Polizei derweil schon lange im Visier gehabt. Geholfen habe dabei nun die Hilfe der französischen Gendarmerie, die verschlüsselte Handys der Verdächtigen geknackt habe.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Europäische Banken und Stromnetze sind interessant, zehn Prozent des Portfolios in Gold
20.09.2026

Der Glaube an künftige Gewinne besiegt offenbar noch die Angst vor teurerem Geld.

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: AfD in Hochrechnungen knapp vor SPD
20.09.2026

Zwei Landtagswahlen, ein bitterer Abend für die CDU: In Mecklenburg-Vorpommern droht der historische Verlust des Parlamentseinzugs, in...

DWN
Finanzen
Finanzen Investmentchancen: Korea, Luxus, Wasser – wo jetzt Rendite lockt
20.09.2026

Die Börsen stehen nahe ihren Rekorden, doch einige Anleger suchen ihre Chancen ausgerechnet dort, wo es zuletzt besonders wehgetan hat....

DWN
Panorama
Panorama KI-Kunst: Kreative Revolution oder seelenlose Kopie?
20.09.2026

Zurzeit gibt es viel Kritik an KI-generierter Kunst. Die Argumente klingen vertraut: „seelenlos“, „bloße Reproduktion des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeiten im Alter: Was Senioren wirklich im Job hält
20.09.2026

Ältere Beschäftigte werden auf dem Arbeitsmarkt plötzlich dringend gebraucht. Doch wer Senioren länger im Job halten will, kommt mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arktis-Korridor: Wird Russlands Nordroute zur Gefahr für europäische Häfen?
20.09.2026

Der Chef von Rosatom sagt: Russland müsste etwa 100 Milliarden Euro investieren, wenn es die Arktisroute in einen echten Logistikkorridor...

DWN
Politik
Politik Merz unter Druck: Öffnet sich für Söder das Kanzleramt?
20.09.2026

Markus Söder hat Kanzlerambitionen mehrfach ausgeschlossen. Doch nach dem CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt und wachsendem Druck auf Friedrich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preiskrieg in der Autoindustrie: Warum Rabatte die Zukunft gefährden
20.09.2026

Europas Autobauer liefern sich einen Preiskampf ausgerechnet in einer Phase, in der sie Milliarden für ihre technologische Zukunft...