Finanzen

IWF kündigt Beginn eines neuen Finanz-Zeitalters an

Der IWF propagiert seit zehn Monaten einen „Great Lockdown“, der zu einer „Great Transformation“ der bestehenden Finanz- und Wirtschaftsordnung führen werde. Tatsächlich ist der IWF der Haupttreiber einer neuen digitalen Währungsordnung.
06.04.2021 12:17
Aktualisiert: 06.04.2021 12:17
Lesezeit: 3 min

IWF-Chefin Kristalina Georgieva hielt im Juni 2020 eine Rede mit einer erstaunlichen Voraussicht. Ihre Rede trug den Titel „vom Great Lockdown zur Great Transformation“:

„Bis Ende 2020 werden 170 Länder - fast 90 Prozent der Welt - mit einem niedrigeren Pro-Kopf-Einkommen schlechter gestellt sein. Noch nie in unserer Geschichte haben wir für so viele eine so enorme Umkehrung des Glücks erlebt. Und wir hatten noch nie eine wirklich globale Krise wie die, mit der wir jetzt konfrontiert sind. Wir nennen die aktuelle Periode ,The Great Lockdown‘, weil wir einen gesundheitlichen Notfall bekämpfen, indem wir Produktion und Verbrauch zum Stillstand bringen. Auch dies wurde noch nie zuvor getan. Wir haben auch massive fiskalische Maßnahmen gesehen - insgesamt neun Billionen Dollar weltweit. Dies hat vielen Unternehmen eine Lebensader geboten, und wir glauben, dass diese Maßnahmen zielgerichtet und durchdacht sind. Sie sind vorübergehend und als solche eine Brücke zur Wiederherstellung, aber kein Risiko für die Wiederherstellung, sobald sie eintrifft. Dies zeigt uns, dass Regierungen in Krisenzeiten synchronisiert entschlossen handeln können. Auch die großen Zentralbanken haben energisch gehandelt. In den USA hat die Federal Reserve Liquidität bereitgestellt und dazu beigetragen, die ,Temperatur' auf den Märkten zu senken.“

Georgieva deutete im Juni 2020 auch an, dass es kein Zurück zur gewohnten Normalität geben dürfe: „Dies bringt mich zu meinem zweiten Punkt. Der Weg zur Genesung. Der Prozess der Wiedereröffnung beginnt jetzt weltweit - 75 Prozent der Länder öffnen jetzt wieder - und daher ist jetzt der Moment gekommen, sorgfältig darüber nachzudenken, was als nächstes kommt. Wir müssen uns entscheiden, welche Art von Erholung wir wollen. Es gibt Leute, die davon sprechen, am besten wieder aufzubauen. Aber ich glaube, wir sollten darüber nachdenken, vorwärts und nicht rückwärts aufzubauen - und eine Erholung aufzubauen, die sich auf eine große Transformation konzentriert, wenn wir aus dieser außergewöhnlichen Krise hervorgehen.“

Anschließend ging die IWF-Chefin auf die Erfordernisse des „Green Deals“ ein. „Ich habe den Leuten gesagt, wenn Sie die Pandemie nicht mögen, werden sie auch nicht mögen, wie der Klimawandel uns in Zukunft mit zunehmender Stärke treffen wird. Das Tolle an der Green Economy ist, dass sie Beschäftigungsmöglichkeiten bieten kann. Zum Beispiel beim Isolieren von Gebäuden, bei der Wiederaufforstung oder beim Pflanzen von Mangroven. CO2-arme Energie und Infrastruktur können auch einen großen Schub für Arbeitsplätze darstellen. Wir sind sehr daran interessiert, Anreize für Länder und Unternehmen zu schaffen, sich schneller in diese Richtung zu bewegen, unter anderem indem wir uns über die Risiken für Unternehmen während des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft im Klaren sind.“

Damit machte Georgieva deutlich, dass die aktuelle Krise, die sie „Great Lockdown“ nennt, die Welt über eine „Great Transformation“ führen kann, womit sie einen eindeutige Verbindung zum Transformationsprojekt „Great Reset“ schafft, das vom World Economic Forum (WEF) propagiert wird.

Diese Transformation bezieht sich in erster Linie auf das Währungssystem. Am 24. März 2021 wurde gemeldet: „Georgieva, hat eine Erhöhung der finanziellen Schlagkraft der Organisation um 650 Milliarden US-Dollar vorgeschlagen. Damit will der IWF zur Überwindung der Corona-Krise vor allem Entwicklungs- und Schwellenländern zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen - ohne deren Verschuldung zu erhöhen (…) Bei der vorgeschlagenen Finanzspritze handelt es sich nicht um eine Kapitalerhöhung im eigentlichen Sinn. Der IWF verfügt über seine eigene Reservewährung, die sogenannten Sonderziehungsrechte (SDR). Die Menge dieser Rechte soll nun um 650 Milliarden Dollar erhöht werden. Jedem der 190 Mitgliedstaaten steht proportional zur Wirtschaftskraft ein Anteil der Gesamtmenge zur Verfügung. Ein Staat kann die Mittel zum Beispiel als Teil seiner Währungsreserven nutzen, um damit andere Gelder frei zu machen. Er muss für die Verwendung der Ziehungsrechte derzeit nur 0,05 Prozent Zinsen zahlen. Der Einsatz der SDR ist zum Beispiel für Staaten interessant, die in Zahlungsbilanzkrisen stecken oder die sich auf dem internationalen Kapitalmarkt nur zu sehr hohen Kosten verschulden könnten. Der IWF hatte die SDR erstmals nach der Finanzkrise 2008/2009 in großem Stil zum Einsatz gebracht. Der jeweils aktuelle Wert der Reservewährung wird aus einem gewichteten Korb mit Leitwährungen berechnet, dem US-Dollar, dem Euro, dem chinesischen Yuan, dem japanischen Yen und dem britischen Pfund.“

In einer DWN-Analyse vom 13. Januar 2021 wurde prognostiziert: „Der IWF treibt seine Pläne voran, eine echte globale Währung anzubieten. Dabei könnte der SDR durch die Einführung eines digitalen ,IMF Coins‘ aufgewertet werden.“

Weiterführende Informationen finden Sie in unserer DWN-Analyse „Größter Umbruch seit dem Zweiten Weltkrieg: IWF wird neues Währungssystem einleiten

Mehr zum Thema:

Keine Privatsphäre und kein Eigentum: Die Welt im Jahr 2030 nach Wunsch des Weltwirtschaftsforums

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeiten im Alter: Was Senioren wirklich im Job hält
20.09.2026

Ältere Beschäftigte werden auf dem Arbeitsmarkt plötzlich dringend gebraucht. Doch wer Senioren länger im Job halten will, kommt mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arktis-Korridor: Wird Russlands Nordroute zur Gefahr für europäische Häfen?
20.09.2026

Der Chef von Rosatom sagt: Russland müsste etwa 100 Milliarden Euro investieren, wenn es die Arktisroute in einen echten Logistikkorridor...

DWN
Politik
Politik Merz unter Druck: Öffnet sich für Söder das Kanzleramt?
20.09.2026

Markus Söder hat Kanzlerambitionen mehrfach ausgeschlossen. Doch nach dem CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt und wachsendem Druck auf Friedrich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preiskrieg in der Autoindustrie: Warum Rabatte die Zukunft gefährden
20.09.2026

Europas Autobauer liefern sich einen Preiskampf ausgerechnet in einer Phase, in der sie Milliarden für ihre technologische Zukunft...

DWN
Immobilien
Immobilien Schlafen überm Edeka: Wie das Baurecht Wohnen im Gewerbegebiet blockiert
20.09.2026

Obwohl bundesweit 1,4 Millionen Wohnungen fehlen und Millionen Quadratmeter Gewerbefläche leer stehen, verbietet die Baunutzungsverordnung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rhein Group: Draghi versammelt Europas Machtelite
19.09.2026

Mario Draghi hat Europas wirtschaftliche Schwächen analysiert. Jetzt will er handeln: Mit der Rhein Group versammelt der frühere...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Das müssen Sie unbedingt wissen
19.09.2026

Mecklenburg-Vorpommern wählt einen neuen Landtag – und diesmal könnte sich das politische Kräfteverhältnis grundlegend verschieben....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Niedrigwasser am Rhein: Wenn der deutschen Wirtschaft das Wasser fehlt
19.09.2026

Der Rheinpegel in Kaub ist der wichtigste Pegel für die Schifffahrt zwischen Rotterdam und Basel. Dort fiel der Wasserstand im August 2026...