Unternehmen

Nordex gibt mit neuen Aufträgen Windpark-Branche wichtige Impulse

Die Windbranche braucht dringend neue Impulse. Jetzt kommt Nordex mit neuen Aufträgen.
08.04.2021 16:49
Aktualisiert: 08.04.2021 16:49
Lesezeit: 2 min

Der börsennotierte deutsche Hersteller von Windkraft-Anlagen Nordex hat mehrere Aufträge erhalten – und zwar aus Finnland und der Türkei. Der Auftraggeber in dem nordeuropäischen Land ist die deutsche "Energiequelle GmbH". Es geht darum, zwölf Turbinen des Typs N163/5.X zu produzieren und zu liefern, die jeweils über fünf Megawatt verfügen.

Die Aufträge für die Windparks „Takanebacken“ mit 28,5 Megawatt und „Torvenkylä“ mit 39,9 Megawatt Leistung umfassen zudem jeweils einen Servicevertrag der Anlagen über die lange Laufzeit von 30 Jahren. Die Anlagen werden auf Stahlrohrtürmen mit 148 und 118 Meter Höhe geliefert. Die Errichtung und der Netzanschluss der Turbinen erfolgen im Laufe des Jahres 2022.

"Wir freuen uns sehr, dass sich Energiequelle erneut für unsere Turbinentechnologie entschieden hat und dieses Mal für die N163/5.X. Dieser Anlagentyp ist optimal für die Windgeschwindigkeiten an den beiden Standorten geeignet", sagt Patxi Landa, Vertriebsvorstand der Nordex Group.

Doch das ist noch nicht alles: Auch in der Türkei kommt Nordex voran. Dort hat die türkische Caba Group Ende März 39 Anlagen für den zweiten Bauabschnitt des Windparks "Istanbul" bestellt. Der Auftrag umfasst auch einen Premium Service-Vertag der Turbinen über 15 Jahre.

Die Nordex Group hatte bereits 2019 den Auftrag für einen ersten 24-MW-Bauabschnitt "Istanbul-I" mit fünf Turbinen eines besonderen Typs an Land gezogen, wo derzeit die erste Turbine installiert wird und die restlichen Anlagen aktuell errichtet werden. Jetzt liefert das Unternehmen weitere 39 Turbinen desselben Typs für den zweiten Bauabschnitt über 187 Megawatt.

Die Lieferung der Turbinen für diesen zweiten Bauabschnitt ist für den Spätsommer 2021 vorgesehen. Der Windpark, der 50 Kilometer nordwestlich von Istanbul am Schwarzen Meer liegt, soll schließlich mit 44 Turbinen betrieben werden . Damit ist das Vorhaben mit 211 MW das bisher größte lizenzierte Einzelprojekt in der Türkei. Bei einer mittleren Jahreswindgeschwindigkeit am Standort von acht Metern pro Sekunde wird für den Windpark ein Jahresenergieertrag von 850 Gigawattstunde erwartet.

Diese neuen Aufträge im Ausland sind deswegen für Nordex so wichtig, weil die Branche zuhause von Rückgängen gekennzeichnet ist. So ist die Ökostromerzeugung in Deutschland zuletzt im ersten Quartal um 24 Prozent zurückgegangen. So wurden nur 54,1 Milliarden Kilowattstunden erzeugt. Zwölf Monate zuvor waren es 71,4 Milliarden Kilowattstunden gewesen. Doch nicht nur in Deutschland, sondern sogar in ganz Europa sind die Volumina zurückgegangen. So haben die Hersteller vom 1. Januar bis 8. April 133,1 Milliarden Kilowattstunden produziert. Das waren fast 14 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Diese rückläufigen Zahlen zeigen, wie wichtig die neuen Aufträge für Nordex sind. Da es sich um Neubau handelt, der erst später für die Produktion verwendet werden kann, spiegeln sich diese Order zwar noch nicht in den Statistiken für die Herstellung wider. Doch verbessert sich dadurch zumindest die Stimmung. Und das ist auch viel wert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: EZB erhöht Zinsen auf 2,5 Prozent
10.09.2026

EZB-Zinsentscheid: Die EZB erhöht den Einlagenzins auf 2,5 Prozent – und rechnet trotzdem noch Jahre mit erhöhter Inflation. Während...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzins-Prognose: Lagarde droht der Fehler von 2011
10.09.2026

Die nächste Zinserhöhung der EZB gilt beinahe als ausgemacht. Doch ausgerechnet die Erfahrung von 2011 zeigt, wie riskant ein solcher...

DWN
Technologie
Technologie Warum jeder vierte Deutsche aufs E-Auto umsteigen will
10.09.2026

Deutschland zeigt überraschend viel Interesse am Elektroauto: 27 Prozent der Besitzer von Benzin- oder Dieselautos planen den direkten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lidl und die Plastikfrage: So sollen Verpackungen bis 2030 schrumpfen
10.09.2026

Mit der Strategie REset Resources verringert Lidl den Verbrauch primärer Rohstoffe, erhöht den Anteil recycelter Materialien und führt...

DWN
Technologie
Technologie LLMjacking wird zur Kostenfalle für Unternehmen und zum Werkzeug für Hacker
10.09.2026

Ein gestohlener API-Schlüssel kann ausreichen, damit Kriminelle auf Kosten eines Unternehmens teure KI-Modelle nutzen. LLMjacking...

DWN
Finanzen
Finanzen Restaurant-Aktien: Zwei Wachstumswetten für die nächsten 20 Jahre
10.09.2026

Tech-Aktien gelten als erste Adresse für spektakuläres Wachstum. Doch zwei Restaurantketten aus den USA könnten Anlegern langfristig...

DWN
Politik
Politik Trump verspricht US-Wählern 5.000 Dollar pro Nase für Republikaner-Sieg
10.09.2026

Mit scharfen Worten schießen sich die Republikaner auf ihrem Parteitag auf die Demokraten ein. Akzente in der Innenpolitik sollen zum...

DWN
Politik
Politik Politisches Erdbeben in Deutschland als Warnsignal für den Rest Europas
10.09.2026

"Schock", "soziales und politisches Erdbeben", "entscheidender Moment für Deutschland": So beschrieben politische Analysten und ein Teil...