Finanzen

Geldvermögen der Deutsche steigt auf fast sieben Billionen Euro

Trotz Virus-Pandemie und jahrelanger ultra-niedriger Zinsen für Sparer werden die Deutschen immer reicher. Doch auch die kalte Enteignung der Sparer schreitet ungehindert voran.
16.04.2021 13:55
Aktualisiert: 16.04.2021 13:55
Lesezeit: 1 min

Trotz Virus-Pandemie und jahrelanger ultra-niedriger Zinsen für Sparer werden die Deutschen immer reicher. Die Privathaushalte besaßen Ende des vergangenen Jahres mit 6,95 Billionen Euro ein so hohes Geldvermögen wie noch nie, wie aus am Freitag veröffentlichten Zahlen der Bundesbank hervorgeht. Im Vergleich zum Ende des dritten Quartals ist das ein Zuwachs von 3,1 Prozent. Ursache der Zunahme war insbesondere der Anstieg von Bargeld und Einlagen bei den Haushalten. Aber auch Gewinne an den Börsen stehen hinter der Erhöhung.

Das Engagement in Bargeld und Bankeinlagen, was für Privathaushalte schnell verfügbare Mittel sind, nahm im Schlussquartal 2020 um 74 Milliarden Euro zu. Die Ansprüche gegenüber Versicherungen erhöhten sich um 21 Milliarden Euro. Kursgewinne an den Finanzmärkten sorgten für viel Rückenwind. Insgesamt lagen die Bewertungsgewinne bei Aktien und anderen Anteilsrechten bei 61 Milliarden Euro. „Die privaten Haushalte blieben im vierten Quartal auf dem Kapitalmarkt sehr aktiv“, erklärte die Bundesbank. Beliebt waren Aktien und Anteile an Investmentfonds. Die Haushalte erhöhten ihr Engagement in diese Wertpapiere im Schlussquartal um 21 Milliarden Euro. Stark gefragt waren Investmentzertifikate und Auslandsaktien.

Wie schon in den Vorquartalen nutzten die Privathaushalte die ultratiefen Zinsen, um sich günstig bei heimischen Banken Geld zu leihen. Erneut wurden vor allem Wohnungsbaukredite nachgefragt. Insgesamt nahmen die Verbindlichkeiten der Haushalte im vierten Quartal um 24 Milliarden Euro auf 1,96 Billionen Euro zu.

Doch diese positiven Nachrichten dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass die kalte Enteignung der Sparer in vollem Gang ist (HIER).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Was soll künstliche Intelligenz, wenn sich die EU nicht einmal auf den Saftkarton einigen kann?
25.08.2026

Europa will bei künstlicher Intelligenz mit den USA und China konkurrieren. Doch im eigenen Binnenmarkt scheitern Unternehmen noch immer...

DWN
Politik
Politik Milliardenloch bei der Arbeitslosenversicherung: Kommen höhere Beiträge?
25.08.2026

Im Juli gab es über drei Millionen Menschen, die arbeitslos gemeldet sind. Damit liegt die Arbeitslosenquote bei 6,4 Prozent. Tendenz...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bei VW wächst der Druck auf Blume
25.08.2026

Bei Volkswagen wächst die Unruhe: Tausende Jobs und vier Werke stehen auf dem Spiel, doch die Belegschaft fühlt sich vom Vorstand im...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien: Investoren suchen jetzt Gewinner in China und kaufen diese Werte
25.08.2026

Mit dem chinesischen Aktienmarkt sind mehrere Risiken verbunden. Doch zwei Schwergewichte unter den Investoren sehen in Chinas...

DWN
Finanzen
Finanzen Eli Lilly, Novo Nordisk & Co.: Superpillen werden die Wirtschaft verändern - doch wer verdient daran?
25.08.2026

Medikamente zur Gewichtsregulierung gelten als einer der größten Wachstumsmärkte der kommenden Jahrzehnte. GLP-1-Präparate könnten...

DWN
Immobilien
Immobilien Steuerfalle Immobilienerbe: Entscheidend ist der Todestag
25.08.2026

Der Umzug war vorgesehen, die Wohnung sollte bald zum gemeinsamen Zuhause werden. Doch dann starb der Eigentümer unerwartet. Seine Witwe...

DWN
Technologie
Technologie Elon Musk und die KI: Wer regiert bald die Welt?
25.08.2026

Elon Musk warnt vor KI, Bürgerkrieg und dem Aufstieg neuer Supermächte – doch zugleich verkörpert er selbst die beispiellose Macht der...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutz-Aktie: Analysten sehen noch viel Luft nach oben
25.08.2026

Die Deutz-Aktie springt auf ein Dreimonatshoch – und zwei Analysten sehen noch deutlich mehr Potenzial. Die geplante FFG-Übernahme...