Unternehmen

Deutsche Bio- und Labortechniker erwirtschaften 2021 erstmals mehr als zehn Milliarden Euro

Zu den wichtigsten Branchen der deutschen Wirtschaft gehört die Bio- und Labortechnik. Und jetzt gibt es eine neue wichtige Prognose.
20.04.2021 17:16
Lesezeit: 2 min
Deutsche Bio- und Labortechniker erwirtschaften 2021 erstmals mehr als zehn Milliarden Euro
Den Labortechnikern geht es besser. Hier Analytik Jena. (Foto: dpa) Foto: Jan-Peter_Kasper

Die deutschen Bio- und Labortechniker werden im laufenden Jahr wohl erstmals die Umsatzmarke von zehn Milliarden Euro überschreiten. Das geht aus einer Umfrage unter den Unternehmen hervor, die der Deutsche Industrieverband SPECTARIS veröffentlicht hat.

Demnach rechnen die Firmen für 2021 mit einem Umsatzplus von rund acht Prozent, das bei einer Exportquote von 56 Prozent nahezu gleichermaßen vom Inlandsumsatz (plus sieben Prozent) und Auslandsgeschäft (plus acht Prozent) getragen wird. Auch hinsichtlich der Beschäftigungsentwicklung stehen die Zeichen wieder auf Wachstum, und es wird ein Anstieg um rund zwei Prozent auf 49.500 Mitarbeiter erwartet.

„Die Unternehmen sind zuversichtlich und schauen weiter nach vorne. Unabhängig von der Corona-Pandemie begünstigen weiterhin viele Megatrends das Wachstum der Branche. Doch damit die Erwartungen der Betriebe erfüllt werden können, muss insbesondere der Exportmotor auch in dieser schwierigen Zeit weiterlaufen. Tendenzen nationaler Abschottung, unter welchem Deckmantel auch immer, muss von Seiten der deutschen und europäischen Politik entschieden begegnet werden“, betont Mathis Kuchejda. Der Vorsitzende der Analysen-, Bio- und Labortechnik bei SPECTARIS hofft auch auf positive Impulse der am 9. Juni stattfindenden Veranstaltung „Lab.Vision virtual“, dem großen Branchentreff des Verbandes. „Nach den Monaten des Lockdowns freuen wir uns über eine Gelegenheit zum intensiven Austausch mit Geschäftspartnern, Kunden und der Wissenschaft. Die Lab.Vision virtual zieht dafür alle technischen Register, es wird spannend“, verspricht Kuchejda.

Obwohl gerade die Laborbranche bei der medizinischen Bewältigung der Coronakrise stark gefordert war und ist, verzeichneten mehr als ein Drittel der Firmen im vergangenen Jahr deutliche Einbußen. Die Umsatzentwicklung 2020 lag dennoch mit einem durchschnittlichen leichten Plus von 1,9 Prozent und einem Wert von 9,67 Milliarden Euro zwar unter der Vor-Corona-Prognose (plus 5 Prozent), aber deutlich über den letzten Erwartungen der SPECTARIS-Herbstumfrage. Mit 4,31 Milliarden Euro konnte der Inlandsumsatz im Vergleich zu 2019 nur leicht zulegen (plus 0,6 %), während sich das Auslandsgeschäft mit 5,36 Milliarden Euro und einem Zuwachs von 2,8 Prozent deutlich besser darstellte. Die Beschäftigtenzahl lag hingegen um ein halbes Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Stärker nachgefragt wurden in diesem von Corona dominierten Jahr vor allem Verbrauchsgüter sowie Geräte zur Virusdiagnostik, Testkits, Sterilisatoren oder Technik und Laborausstattung für die Zellanalytik und Pharmaforschung. Schwächer war dagegen die Nachfrage insbesondere nach Investitionsgütern für die Chemische Industrie inklusive der Öl-, Gasbranche und Petrochemie sowie aus dem Automotivebereich. Kuchejda abschließend: „Unabhängig von den wirtschaftlichen Auswirkungen werden uns die mittelbaren Effekte der Corona-Pandemie noch lange beschäftigen. Als Hauptaufgabe sehen die Betriebe der Analysen-, Bio- und Labortechnik die Beschleunigung der Prozessdigitalisierung von Unternehmensabläufen. Darüber hinaus werden neue Arbeitsmodelle und die digitale Kollaboration auch in unserer Branche zunehmen.“

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