Politik

Klaus Schwab lobt Bill Gates für seine Ideen gegen den Klimawandel

Der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, lobt die Ideen von Bill Gates im Kampf gegen den Klimawandel in den höchsten Tönen.
23.04.2021 22:26
Aktualisiert: 23.04.2021 22:26
Lesezeit: 3 min
Klaus Schwab lobt Bill Gates für seine Ideen gegen den Klimawandel
Der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab. (Foto: dpa) Foto: Jean-Christophe Bott

Der Gründer des Weltwirtschaftsforums (WEF), Klaus Schwab, meint, dass es viele Menschen geben würde, die „unseren Kampf“ gegen den Klimawandel als etwas Negatives ansehen würden, weil es viele Kosten verursache. Das könnte Schwab zufolge bis zu einem gewissen Grad zutreffen, doch es würden sich auch große Chancen bieten. Es ließen sich neue Infrastrukturprojekte und neue Technologien umsetzen.

Der „Business Insider“ wörtlich: „Schwab schreibt einen guten Teil seiner Philosophie zum Klimawandel Bill Gates zu, der seiner Meinung nach führend in der grünen Bewegung ist. ,Gates spricht darüber, wie viele neue technologische Fortschritte erzielt werden müssen, um die Welt zu dekarbonisieren oder bis 2050 klimaneutral zu machen‘, sagte Schwab. ,Ich sehe hier eine großartige Chance, weil wir in ein Zeitalter grüner Innovation eintreten können.‘ Die Zeichen dieses Zeitalters grüner Innovation haben im vergangenen Jahr zugenommen.“

Bei einer Rede am „Chicago Global Council on Global Affairs“ sagte der Gründer des World Economic Forum (WEF), Klaus Schwab, dass die vierte industrielle Revolution im Rahmen des „Great Reset“ „zu einer Verschmelzung unserer physischen, digitalen und biologischen Identität führen“ werde. In seinem Buch „Shaping the Future of the Fourth Industrial Revolution“ schreibt er, dass beispielsweise implantierbare Microchips eingesetzt werden könnten, um die Gedanken von Menschen zu lesen.

„Wenn sich die Fähigkeiten in diesem Bereich (Kriminalitätsbekämpfung, Anm.d.Red.) verbessern, wird die Versuchung für Strafverfolgungsbehörden und Gerichte zunehmen, Techniken einzusetzen, um die Wahrscheinlichkeit krimineller Aktivitäten zu bestimmen, Schuldgefühle zu bewerten oder möglicherweise sogar Erinnerungen direkt aus dem Gehirn der Menschen abzurufen. Selbst das Überschreiten einer nationalen Grenze könnte eines Tages einen detaillierten Gehirn-Scan erfordern, um das Sicherheitsrisiko einer Person zu bewerten. In der Tat haben einige von uns bereits das Gefühl, dass unsere Smartphones zu einer Erweiterung unserer selbst geworden sind. Die heutigen externen Geräte - von tragbaren Computern bis hin zu Virtual-Reality-Headsets - werden mit ziemlicher Sicherheit in unseren Körper und unser Gehirn implantiert“, schreibt Schwab.

Schwabs Buch: „Covid-19: The Great Reset“

Klaus Schwab, und Thierry Malleret, der als Senior Director des Global Risk Network des WEF aktiv ist, haben etwa ein halbes Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 ein Buch unter dem Titel „Covid-19: The Great Reset“ („Covid-19: Der Grosse Umbruch“) veröffentlicht. Die Erscheinung des Buchs ist datiert auf den 9. Juli 2020.

In ihrem Buch schreiben sie unter anderem:

„Aufgrund der hohen gegenseitigen Abhängigkeit und Verflechtung der heutigen Wirtschaft, Industriezweige und Unternehmen, vergleichbar mit der Dynamik, mit der Makrokategorien miteinander verbunden sind, kann jedes Glied der Kette auf die unterschiedlichste Art und Weise schnell einen Dominoeffekt bei den anderen auslösen. Schauen wir uns als Beispiel einmal die Restaurants. Dieser Wirtschaftszweig wurde von der Pandemie in einem so dramatischen Ausmaß getroffen, dass nicht einmal sicher ist, wie das Gaststättengewerbe sich je wieder vollständig erholen soll. Ein Restaurantbetreiber drückte es so aus: ,Wie hunderte andere Köche in der Stadt und Tausende im ganzen Land stehe ich jetzt vor der großen Frage, wie unsere Restaurants, unsere Berufswege, unser Leben aussehen könnten, wenn wir sie überhaupt je zurückbekommen‘. In Frankreich und im Vereinigten Königreich schätzen mehrere Branchenkenner, dass bis zu 75 Prozent der unabhängigen Restaurants die Lockdowns und die nachfolgenden Social-Distancing-Maßnahmen nicht überleben könnten. Überleben werden hingegen die großen Ketten und Fast-Food-Giganten. Das legt die Vermutung nahe, dass große Unternehmen größer werden, während die kleinsten schrumpfen oder ganz verschwinden.“

„Der Mikro-Umbruch wird jedes Unternehmen in jeder Branche zwingen, neue Geschäft- Arbeits- und Betriebsweisen auszuprobieren. Wer sich der Versuchung hingibt, zur alten Arbeitsweise zurückzukehren, wird scheitern. Alle, die sich hingegen mit Flexibilität und Phantasie anpassen, werden die Covid-19-Krise schließlich zu ihrem Vorteil nutzen.“

„Die Reduzierung der soz. Kontakte als Reaktion auf Corona und die während der Ausgangsbeschränkung verhängten Maßnahmen des körperlichen Abstandhaltens werden ebenfalls dazu beitragen, dass sich der elektronische Handel (E-Commerce) zu einem immer stärkeren Branchentrend herauskristallisiert. Die Verbraucher brauchen Produkte, und wenn sie nicht einkaufen können, werden sie unweigerlich dazu übergehen, sie online zu kaufen. Und dann wird es zur Gewohnheit. Menschen, die zuvor noch nie online eingekauft haben, freunden sich damit an, während die Gelegenheits-Online-Käufer jetzt mehr und mehr dazu übergehen werden. Das wurde während des Lockdowns deutlich.“

„Wie Henry Kissinger bemerkte: ,Der Zusammenhalt und wirtschaftliche Erfolg von Ländern basiert auf dem Glauben, dass ihre Institutionen Katastrophen vorhersehen, ihre Auswirkungen stoppen und die Stabilität wiederherstellen können. Wenn die Covid-19-Pandemie vorbei ist, werden die Institutionen vieler Länder als gescheitert gebrandmarkt sein‘. Dies gilt insbesondere für einige reiche Länder mit modernsten Gesundheitssystemen und hochentwickelter Forschung, Wissenschaft und Innovation, deren Bürger sich fragen werden, warum die öffentliche Hand in ihrem Land im Vergleich zu anderen so schlecht abgeschnitten hat. In diesen Ländern kommt unter Umständen das Grundgerüst ihres sozialen Gefüges und ihres sozioökonomischen Systems zum Vorschein und wird als der ,wahre‘ Schuldige angeprangert, der es versäumt hat, das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen für die Mehrheit der Bürger zu gewährleisten.“

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