Finanzen

Familie des verstorbenen Samsung-Chefs zahlt Milliarden an Erbschaftssteuer

Nach dem Tod von Samsung-Chef Lee Kun-hee zahlt die Familie rund neun Milliarden Euro an Erbschaftssteuer – eine der höchsten Summen, die jemals erhoben wurden.
28.04.2021 11:41
Lesezeit: 1 min
Familie des verstorbenen Samsung-Chefs zahlt Milliarden an Erbschaftssteuer
Ein Mann geht an einer Anzeige des Galaxy 5G Note10+ Smartphones von Samsung Electronics in einer U-Bahnstation vorbei. (Foto: dpa) Foto: Ahn Young-Joon

Nach dem Tod von Samsung-Chef Lee Kun-hee zahlt die Familie rund neun Milliarden Euro an Erbschaftssteuer - eine der höchsten Summen, die jemals erhoben wurden. Die Familie teilte am Mittwoch mit, die Steuern über einen Zeitraum von fünf Jahren in sechs Raten zu begleichen. "Es ist unsere staatsbürgerliche Pflicht und Verantwortung, alle Steuern zu zahlen", hieß es in einer Erklärung, die sonst keine Details darüber enthielt, wie die Familie die Summe stemmen will. Der erwartete hohe Betrag hatte Spekulationen darüber ausgelöst, ob die Familie zur Finanzierung Unternehmensanteile verkaufen muss. Wie Reuters vorige Woche von Insidern erfuhr, wollen die Erben Anteile als Sicherheit für Kredite einbringen, um einen Teil zahlen zu können und Verkäufe zu vermeiden. Zudem kündigte die Familie an, die umfassende Kunstsammlung an koreanische Museen zu spenden.

Lee war im Oktober vergangenen Jahres gestorben. Lokale Medien schätzen sein Vermögen auf rund 19 Milliarden Euro. Er hatte das Firmen-Konglomerat mit zahlreichen Tochterunternehmen zum weltweit größten Smartphone- und Chipproduzenten aufgebaut. Seine Beteiligungen umfassten einen Anteil von 4,18 Prozent sowie 0,08 Prozent der Vorzugsaktien an Samsung Electronics, 20,76 Prozent an Samsung Life Insurance, 2,88 Prozent an Samsung C&T und 0,01 Prozent an Samsung SDS.

Samsung C&T ist die Holding der Firmengruppe, an dem der Erbe Jay Y. Lee mit 17,33 Prozent der größte Anteilseigner ist. Er sitzt derzeit eine 30-monatige Haftstrafe unter anderem wegen Bestechung ab. Die Aktien von Samsung C&T büßten in der Spitze mehr als fünf Prozent ein. Die umfassende Kunstsammlung einschließlich Meisterwerke von Pablo Picasso, Claude Monet, Marc Chagall und Andy Warhol wollen die Erben an Einrichtungen wie das Nationalmuseum von Korea und das Nationalmuseum für moderne und zeitgenössische Kunst spenden. So können Steuern gespart und die Sammlung im Land gehalten werden. Die verbleibenden Werke von Alberto Giacometti, Mark Rothko und anderen werden von der Familie und dem Leeum Samsung Museum of Art verwaltet, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap. Die Kunstsammlung umfasst mehr als 12.000 Werke und wurde zuletzt auf umgerechnet über 1,4 Milliarden Euro geschätzt.

Wie erwartet kündigte die Familie auch an, rund 750 Millionen Euro für die Verbesserung der öffentlichen Gesundheitsversorgung zu spenden, ein Teil davon für den Bau des ersten Spezialkrankenhauses für Infektionskrankheiten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Micron führt Chip-Rallye an, während Wall Street leicht zulegt
01.10.2026

Überraschende Impulse an der Wall Street – Erfahren Sie, welche Kräfte den Markt heute bewegten.

DWN
Politik
Politik Frankreichs Schüler rebellieren: Knapp 2.000 Festnahmen bei Schulprotesten in Frankreich
01.10.2026

Seit Tagen demonstrieren Schüler an Frankreichs Gymnasien gegen kaputte Gebäude, zu wenig Lehrer und angekündigte Sparmaßnahmen in der...

DWN
Politik
Politik Innenministerkonferenz ändert Regeln: Bundesländer wollen mit Mehrheit gegen AfD entscheiden
01.10.2026

Die Innenministerkonferenz (IMK) verabschiedet sich vom Einstimmigkeitsprinzip, um zukünftig "Blockaden" zu verhindern. Aus Angst vor der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Autozulieferer vorm Aus: Bohai-Automotive schließt Werk in Sachsen-Anhalt
01.10.2026

Erst nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kommt die offizielle Nachricht: Der ostdeutsche Autozulieferer Bohai-Automotive schließt sein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutscher Tierhandelsriese Fressnapf legt Pläne offen: Schnelles Wachstum in Polen
01.10.2026

Polen gehört zu den wichtigsten Märkten der Fressnapf-Gruppe, dem europäischen Marktführer im Zoofachhandel. Die zum Konzern gehörende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Der schrumpfende Riese: Warum Deutschlands Arbeitsmarkt vor einer historischen Trendwende steht
01.10.2026

Der deutsche Arbeitsmarkt galt über Jahre hinweg als Fels in der Brandung. Trotz globaler Krisen, geopolitischer Verwerfungen und einer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Softwaretochter Cariad vor massivem Stellenabbau
01.10.2026

Volkswagen stellt seine Softwarestrategie weiter auf den Prüfstand. Bei Cariad droht ein neuer Stellenabbau, während Investitionen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Toyota Corolla Cross im Test: Der Hybrid, der an einen Diesel erinnert
01.10.2026

Der Toyota Corolla Cross verbindet Hybridtechnik mit viel Komfort und erstaunlich niedrigem Verbrauch. In der getesteten GR-Sport-Version...