Deutschland

Russland bietet Deutschland Wasserstoff-Bündnis an

Die russische Regierung bietet Deutschland eine Kooperation beim Thema grüner Wasserstoff an.
29.04.2021 11:38
Aktualisiert: 29.04.2021 11:38
Lesezeit: 1 min
Russland bietet Deutschland Wasserstoff-Bündnis an
01.12.2018, Argentinien, Buenos Aires: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft Wladimir Putin, Präsident Russlands, zu einem gemeinsamen Frühstück beim G20 Gipfeltreffen. (Foto: dpa) Foto: Ralf Hirschberger

Die russische Regierung bietet Deutschland eine Kooperation beim Thema grüner Wasserstoff an. "Die Entwicklung der neuen Energiequellen ist eine neue Möglichkeit für unsere Zusammenarbeit, zwischen den russischen und deutschen Wissenschaftlern, zwischen unseren Firmen", sagte der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak am Donnerstag bei der virtuellen 13. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz. Er rufe dazu auf, "in den technologischen Dialog einzutreten". Die russische Regierung sei bereit, dabei zu helfen. "Wir sind offen für verschiedene Formate der für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit bei der Umsetzung von Investitionsprojekten", sagte Nowak.

Mit Hilfe von Wind- oder Sonnenstrom erzeugter Wasserstoff gilt als klimafreundlicher Brennstoff gerade für die Industrie. Während bei Autos der direkte elektrische Antrieb favorisiert wird, fehlen klimafreundliche Lösungen für Schwerlaster, die Schifffahrt sowie Chemie- und Stahlindustrie.

Angesichts des schrittweisen Ausstiegs aus Atomkraft und Kohleverstromung sei Deutschland kurz- und mittelfristig auf Erdgas als Brückentechnologie angewiesen, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei der Konferenz. "Am anderen Ende der Brücke stehen erneuerbare Energien und grüner Wasserstoff", sagte der CDU-Politiker. "Und diese Energien können wir gemeinsam mit Russland ausbauen und zur großindustriellen Anwendung bringen." Russland biete hervorragende Voraussetzungen dafür

Altmaier erinnerte zum Auftakt der Konferenz daran, dass Russland nicht nur ein sehr zuverlässiger Lieferant von Erdgas sei, sondern auch enormes Potenzial an erneuerbarer Energie aus Wind und Sonne besitzt.

Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ordnete die Partnerschaft mit Russland beim Klimaschutz in einen globalen Kontext ein. Man brauche die Zusammenarbeit der Global Player - von Russland, China, Europa und den USA - bei der Bekämpfung der Pandemie genauso wie beim Schutz des Klimas oder beim Kampf gegen Hunger und Armut. "Die globale Klimawende schaffen wir nur gemeinsam", sagte Müller.

Die Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz sollte bei ihrer 13. Ausgabe eigentlich in Leipzig tagen, wurde wegen der Corona-Pandemie aber ins Internet verlegt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warb als Schirmherr der Konferenz für einen raschen Abschluss der Arbeiten an der umstrittenen Gas-Pipeline Nordstream 2: "Wir sind als Deutschland darauf angewiesen, auch in Zukunft verlässlich Gaslieferungen aus Russland zu bekommen."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie iFLYTEK AINOTE Air 2 bringt KI-gestützte Notizen in ein noch kompakteres E-Ink-Tablet

Für viele Menschen sind die besten Produktivitätstools diejenigen, die nicht versuchen, den gesamten Arbeitstag zu übernehmen. Sie...

DWN
Panorama
Panorama Sechs tote Mitarbeiter in Stade – Schwiegermutter von SPD-Migrationsbeauftragtem fuhr Fluchtwagen
03.07.2026

In einer Jugendeinrichtung im niedersächsischen Stade sind sechs Mitarbeiter erschossen wurden. Nun werfen sowohl die Recherchen zur...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Varso Tower: Zweite Glasscheibe fällt vom höchsten Gebäude der EU
03.07.2026

Erst fiel Glas auf eine Straße, jetzt beschädigte eine Scheibe ein Auto: Am Varso Tower in Warschau häufen sich Vorfälle an der...

DWN
Finanzen
Finanzen Ethisches Investieren: Der Vatikan predigt Moral und kauft Tech-Aktien
03.07.2026

Der Vatikan will Geld nach moralischen Kriterien anlegen und landet dabei ausgerechnet bei Meta, Nvidia, Apple, Amazon und Alphabet. Was...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Vogelhaus mit Kamera: Wie Bird Buddy an Amerikaner vier Mal so teuer verkauft wie an Chinesen
03.07.2026

Wer ein Vogelhaus mit Kamera sucht, um Meise, Spatz und andere heimische Singvögel zu beobachten, kommt an Bird Buddy kaum vorbei. Das...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Blase: Warum Anleger wieder an die nächste Wunderwelt glauben
03.07.2026

Erst kaufen Kleinanleger Chipaktien auf Kredit, dann sammelt SpaceX Milliarden ein, obwohl das Unternehmen weiter Verluste schreibt. Was...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis startet gut in den Juli: Erholung oder nur eine Atempause vor neuen Kursverlusten?
03.07.2026

Ist der diesjährige Ausverkauf lediglich eine starke Korrektur nach einem außergewöhnlichen Anstieg oder der Beginn einer längeren...

DWN
Immobilien
Immobilien Explosionsartige Mietsteigerungen: Wie Sie sich gegen den Mietenwahnsinn wehren können
03.07.2026

Die Wohnkosten in Deutschlands Großstädten kennen seit Jahren nur eine Richtung: steil nach oben. Eine aktuelle Auswertung des Deutschen...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 32: Die Woche im Rückblick – KW 27
03.07.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in sieben Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...