Technologie

Südkorea kündigt Bau des weltgrößten schwimmenden Windparks an

Südkorea treibt den Ausbau seiner Windkraftanlagen voran. Ein geplanter großer Windpark vor der Südostküste soll auch der Wasserstoff-Produktion dienen.
10.05.2021 11:14
Aktualisiert: 10.05.2021 11:14
Lesezeit: 1 min

Vor der südkoreanischen Industriestadt Ulsan soll bis 2030 der weltweit größte Windpark auf See und mit schwimmenden Windturbinen entstehen. Nach Angaben der Regierung sind für das Projekt mit einer installierten Leistung von 6 Gigawatt Investitionen in Höhe von 36 Billionen Won (26,6 Milliarden Euro) geplant. Präsident Moon Jae In sagte am vergangenen Donnerstag bei der Präsentation der Pläne in der südöstlichen Küstenstadt die volle Unterstützung der Regierung zu.

In der ersten Phase würden bis 2025 vom öffentlichen und privaten Sektor zunächst 1,4 Billionen Won bereitgestellt, wurde Moon von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. „Die Regierung wird zuerst die Führung übernehmen.“

Um eine Teilnahme an dem Projekt bewirbt sich nach Angaben der deutschen Botschaft in Seoul unter anderem auch der deutsche Energiekonzern RWE. Derzeit liefen Verhandlungen, hieß es.

Laut seinem Büro sagte Moon, dass der geplante Windpark eine wichtige Gelegenheit darstelle, die von Südkorea angepeilte Kohlendioxidneutralität bis 2050 zu erreichen und die Wirtschaft anzutreiben. Windkraft ist ein wichtiger Teil des sogenannten Green New Deal der Regierung, mit dem die Abhängigkeit der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens von fossilen Brennstoffen verringert werden soll.

Erst im Februar hatte das Land Pläne zum Bau des weltgrößten Offshore-Windkraftkomplexes in Sinan an der Südwestküste enthüllt. Dort soll - ebenfalls bis Ende dieses Jahrzehnts - eine Anlage mit einer maximalen Kapazität von 8,2 Gigawatt gebaut werden. Sie hätte dann eine um rund das Siebenfache größere Leistung als die derzeit größten Windanlagen.

Im Gegensatz zum Projekt in Sinan sind in Ulsan wegen der größeren Wassertiefe schwimmende Windturbinen geplant. Diese werden nicht im Boden verankert, sondern in diesem Fall an Bojen befestigt.

Bei Fertigstellung soll der Windpark rechnerisch 5,8 Millionen Haushalte in Ulsan und der umliegenden Region mit Strom versorgen. Teil des Konzepts ist auch ein integriertes Ökosystem von „grünem Wasserstoff und Windkraft“. So sollen 20 Prozent des Stromertrags aus dem Windpark in die Produktion von Wasserstoff fließen. Durch den Windpark könnten den Angaben zufolge jährlich 9,3 Millionen Tonnen des Naturgases CO2 eingespart und 84 000 Tonnen Wasserstoff hergestellt werden.

Mehr zum Thema: Leistungsstärkste Gezeiten-Turbine der Welt nimmt Betrieb auf

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Toyota Corolla Cross im Test: Der Hybrid, der an einen Diesel erinnert
26.09.2026

Der Toyota Corolla Cross verbindet Hybridtechnik mit viel Komfort und erstaunlich niedrigem Verbrauch. In der getesteten GR-Sport-Version...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volvo überrascht mit neuem Chef aus Deutschland: Eine große Chance für Volvo
26.09.2026

Der Verwaltungsrat von Volvo Cars überrascht erneut mit der Wahl eines Vorstandschefs, diesmal aber mit einem unerwartet starken Namen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kampf ums Wasser: Die wasserhungrigen Industrien
26.09.2026

Sechs Zentimeter am Rheinpegel Kaub, Lieferprobleme bei BASF, schwächelnde Wasserkraftwerke: Der Dürresommer 2026 macht endgültig klar,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Irans Feigenblatt sorgt für grüne Zahlen an der Wall Street
25.09.2026

Ein unerwarteter Wendepunkt im Nahen Osten sorgt für Bewegung an den Märkten – erfahren Sie, welche Aktien jetzt besonders profitieren.

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO rückt näher, OpenAI bremst: Was passiert mit den Rekord-Börsengängen?
25.09.2026

Was ist über Zeitplan, Bewertungen und Forderungen nach einer langsameren KI-Entwicklung vor den angekündigten Börsengängen bekannt?

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Henkel feiert 150 Jahre: Das sind die größten Herausforderungen
25.09.2026

Mit seinen bekannten Markenprodukten prägt Henkel seit Jahrzehnten den Alltag vieler Kunden. Ein Blick auf wichtige Meilensteine, Krisen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Milliardeninvestition richtet Hunderte Satelliten auf Putin
25.09.2026

Die finnische Satellitenfirma Iceye spielt bereits eine wichtige Rolle für die Ukraine und ihre Angriffe auf russische Ziele. Nun will das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gold für mehr als acht Milliarden Dollar: Russland meldet weitere Verkäufe
25.09.2026

Russlands Zentralbank verkauft seit Jahresbeginn kontinuierlich Gold. Fast 56 Tonnen verschwanden bereits aus den offiziellen Reserven, ihr...