Wirtschaft

Deutsche Automobilindustrie erwartet kaum neue Auslandsaufträge

Die deutschen Exporteure blicken im Mai weniger optimistisch in die Zukunft als in den vergangenen Monaten. Nicht nur in der Autoindustrie zeigt sich ein deutlicher Dämpfer.
26.05.2021 09:38
Aktualisiert: 26.05.2021 09:38
Lesezeit: 1 min
Deutsche Automobilindustrie erwartet kaum neue Auslandsaufträge
Die Automobilindustrie erwartet derzeit kaum neue Aufträge aus dem Ausland. (Foto: dpa) Foto: Martin Schutt

Die sehr gute Stimmung bei den deutschen Exporteuren hat im Mai einen kleinen Dämpfer erhalten. Das Barometer für die Exporterwartungen der Industrie sank um 0,9 auf 23,0 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter Unternehmen mitteilte. "Die Exportwirtschaft in Deutschland bleibt aber ein wichtiger Pfeiler für die gut laufende Industriekonjunktur", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Einen deutlichen Dämpfer bei den Exporterwartungen musste die Automobilindustrie verkraften. "Im Moment werden kaum neue Aufträge aus dem Ausland erwartet", sagte Fuest. Gleiches gelte für die Nahrungsmittelindustrie. Auch für die Textil- und Bekleidungsindustrie bleibe der Auslandsmarkt schwierig.

"Weiterhin sehr gut laufen die Exporte hingegen in der Elektroindustrie und im Maschinenbau", hieß es. "Auch die chemische Industrie blickt zuversichtlich auf die kommenden Monate." Nach zuletzt schwierigen Monaten rechne die Möbelindustrie wieder mit einem deutlichen Anstieg der Exporte.

Die deutschen Ausfuhren waren zuletzt elf Monate in Folge gestiegen. Im März setzten die Unternehmen dank der von den USA und China ausgehenden globalen Konjunkturerholung Waren im Wert von 126,5 Milliarden Euro ab - so viel wie noch nie in einem Monat.

Allerdings können Lieferengpässe bei Vorprodukten wie Halbleitern den Aufschwung bremsen: Einer Ifo-Umfrage zufolge klagte im April fast jeder zweite Industriebetrieb über Engpässe. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet in diesem Jahr mit einem Exportplus von acht Prozent. Wegen der Corona-Krise waren die Ausfuhren 2020 um mehr als neun Prozent eingebrochen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Inflation und Deflation zugleich - Wohin steuert das Finanzsystem?

Die wirtschaftlichen Signale aus den USA, China und Europa werden widersprüchlicher. Während der Preisdruck nachlässt, verliert der...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Toxische Weltpolitik: Wenn gefährliche Staatschefs die Kontrolle verlieren
16.08.2026

Sie dulden keinen Widerspruch, verlangen Loyalität und halten sich selbst für unfehlbar. Gelangen toxische Führungspersönlichkeiten an...

DWN
Politik
Politik Medienrat für öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Geschäftsführerin steht fest
16.08.2026

Das neue Gremium soll den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kontrollieren. Im April wurde die Vorsitzende gewählt. Jetzt steht fest, wer...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie Fintechs Banken herausfordern – und Anleger profitieren können
16.08.2026

Millionen Kunden eröffnen Konten bei Revolut, N26 oder Trade Republic – oft zunächst nur zusätzlich zur Hausbank. Doch aus der...

DWN
Finanzen
Finanzen Künstliche Intelligenz greift nach Ihrer Rente - und zwar an zwei Fronten
16.08.2026

Erstens geht es um die Exponierung von Pensionsfonds gegenüber KI. Zweitens stellt sich die Frage, welche Kasse die meisten Menschen im...

DWN
Panorama
Panorama Schlecht vorbereitet bei Waldbränden? Experte sieht Lücken im System
16.08.2026

Ein dichtes Netz an Feuerwehren schützt Deutschland bislang vor vielen größeren Waldbränden. Doch Ausbildung, Einsatzverfahren und...

DWN
Finanzen
Finanzen Millionenbetrug an Bankkunden: Ermittler heben Netzwerk aus
16.08.2026

Eine Gruppe Krimineller soll Bankkunden um Millionen betrogen haben. Ermittler aus Deutschland und Brasilien nahmen nach Durchsuchungen...

DWN
Finanzen
Finanzen Kunstmarkt vor der Erbschaftswelle: Für Milliardenwerte fehlen plötzlich Käufer
16.08.2026

Kunst im Wert von rund 860 Milliarden Euro wechselt in den kommenden Jahren die Generation. Doch aus wertvollen Sammlungen können für...

DWN
Finanzen
Finanzen Adieu Frankreich, adieu Deutschland: Wohin Europas Reiche ziehen
16.08.2026

Politische Unsicherheit, hohe Steuern: Das sind die wichtigsten Gründe, warum Reiche die zwei stärksten Länder Europas verlassen. Wohin...