Finanzen

Rekordverdächtige Auslieferung von physischem Silber an der Comex-Börse erwartet

Der Analyst Craig Hemke erklärt die Geschichte von Silber-Lieferungen an der Comex-Börse. Im Jahr 2020 explodierte die physische Lieferung von Comex. Ab dem kommenden Monat erwartet der Analyst erneut rekordverdächtige Auslieferungen.
30.06.2021 19:35
Aktualisiert: 30.06.2021 19:35
Lesezeit: 2 min
Rekordverdächtige Auslieferung von physischem Silber an der Comex-Börse erwartet
500 Kilogramm in 94 Silberbarren stapelt am 25.02.2010 ein Mitarbeiter des Archäologie Museums in Herne. (Foto: dpa) Foto: Roland Weihrauch

Der Monat Juli scheint ein weiterer Monat mit bemerkenswert starker Nachfrage nach Silberlieferungen von der Derivate-Börse COMEX zu werden. Schauen wir uns heute die Geschichte an, um eine Perspektive zu bieten. „Goldbroker.de“ berichtet: „Die COMEX ist der größte Handelsplatz für Goldfutures (Terminkontrakte) und eine Tochtergesellschaft der Chicago Mercantile Exchange, kurz CME. COMEX steht für ,Commodity Exchange' und neben Gold werden hier auch andere Metalle wie Silber, Aluminium und Kupfer gehandelt.“

Auch hier muss jedes Mal, wenn man über COMEX-„Lieferungen“ spricht, zwei Dinge im Auge behalten werden:

  1. Bis März 2020 wurde die COMEX selten als Liefervehikel verwendet, nur 1-2 Prozent der ausstehenden „Open Interests“ standen regelmäßig für „Lieferungen“ sowohl in COMEX Silber als auch in COMEX Gold.
  2. Die „Lieferungen“ waren oft nur ein Mischen von Lagerquittungen und -scheinen, wobei sich nur wenig physisches Metall bewegte oder die Lagerhäuser verließ.

Dies änderte sich jedoch im März 2020. Zu diesem Zeitpunkt trennten sich der Spot- und der Terminmarkt und die CME-Gruppe war gezwungen, die COMEX als physische Lieferoption zu bewerben. Jetzt, da der Lieferprozess für den COMEX-Silberkontrakt „Jul21“ beginnen soll, scheint es ein guter Zeitpunkt zu sein, die Geschichte der Silberlieferungen zu überprüfen und einen Ausblick auf den kommenden Monat zu geben, so der Analyst Craig Hemke auf „Sprott Money“.

Es sei erwähnt, dass die Gesamtlieferungen von COMEX-Silber immer sehr gering waren. Auch hier war die COMEX noch nie ein Liefervehikel, und das jährliche Liefervolumen unterstreicht dies.

  • 2015: 16.924 Gesamtlieferungen für 84.620.000 Unzen
  • 2016: 16.369 Gesamtlieferungen für 81.845.000 Unzen
  • 2017: 31.551 Gesamtlieferungen für 157.755.000 Unzen
  • 2018: 36.968 Gesamtlieferungen für 184.840.000 Unzen
  • 2019: 33.830 Gesamtlieferungen für 169.150.000 Unzen

Und dann kam das Jahr 2020

  • 2020: 58.471 Gesamtlieferungen für 292.355.000 Unzen

Hier kann man den Trend deutlich erkennen. Die Liefernachfrage verdoppelte sich im Zeitraum 2017-2019 und explodierte dann im Jahr 2020 auf über 35 Prozent des jährlichen Minenangebots.

Doch wie läuft es im Jahr 2021? Die Lieferungen schreiten noch schneller voran als 2020. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres beliefen sich die COMEX-Silberlieferungen auf insgesamt 28.623 Kontrakte für 143.115.000 Unzen, und jetzt stehen wir am Rande des Juli, der normalerweise ein sehr arbeitsreicher Monat ist.

Am Abend des 28. Juli 2021, einen Tag vor Beginn des Lieferprozesses, waren an der COMEX noch 19.759 „Jul21“-Kontrakte offen. Dies deutet sehr wahrscheinlich darauf hin, dass der anfängliche Betrag, der offen gelassen wurde und zu Beginn des Monats „zur Lieferung steht“, über 10.000 und vielleicht sogar 14.000 betragen wird. Das würde eine weitere Abnahme von 70.000.000 Unzen bedeuten, und wenn dies der Fall ist, wird sich der Juli den Rekordzahlen vom Juli des letzten Jahres nähern, was eine Fortsetzung des Trends und einen Marsch in Richtung eines neuen Jahresrekords der Gesamtlieferungen im Jahr 2021 bedeutet.

Und warum ist das wichtig? Es könnte zu einem neuen Gerangel kommen, der die Verfügbarkeit von Silber verringert.

Zum Beispiel wurden in diesem rekordverdächtigen Liefermonat Juli 2020 blieben am „First Notice Day“ 16.834 COMEX-Silberkontrakte vom 20. Juli offen, und im Laufe des Monats wurden insgesamt 17.294 Lieferungen getätigt, was den Preis schließlich höher schießen ließ. Nachdem er sechs Wochen lang in einer Spanne zwischen 17 und 19 US-Dollar gefangen war, stieg der Preis in weniger als drei Wochen von 20 auf 29 US-Dollar.

Die weltweite Nachfrage nach Silber setzt sich in rasantem Tempo fort, wobei die Gesamtinvestitions- und die Industrienachfrage in diesem Jahr zusammengenommen werden, um das weltweite Minenangebot zu übersteigen. Dies ist eine Dynamik, die den Preis stützen und schließlich zu einer weiteren Rallye führen wird, selbst innerhalb des bestehenden Preisschemas für Teilreserven und digitale Derivate.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Fed-Zinsentscheid: Höhere Zinsen treffen auch Deutschland
17.09.2026

Die Fed dreht wieder an der Zinsschraube und macht klar, dass weitere Erhöhungen folgen könnten. Das verteuert Kredite, setzt Aktien und...

DWN
Finanzen
Finanzen Platzt die KI-Blase aufgrund des überhitzten Anleihemarktes?
17.09.2026

Ist der KI-Boom nur ein überzogener Hype? Wann ziehen die Investoren die Bremse - oder werden alle Erwartungen an die Einnahmen durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Bilfinger-Aktie bricht ein: 1.500 Stellen gefährdet
17.09.2026

Die Bilfinger-Aktie stürzt ab, nachdem der Konzern seine Prognose erneut senkt und bis zu 1.500 Stellen streicht. Für die Bilfinger-Aktie...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienmarkt kühlt ab: Bauzinsen durchbrechen neue Marke
17.09.2026

Ob Eigenheim oder Wohnung: Viele Menschen wollen in die eigenen vier Wände. Doch stark steigende Bauzinsen machen für viele die Rechnung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zweite Meerenge Bab al-Mandab zu: Dieselpreis schon jetzt auf Rekordhoch
17.09.2026

Die Huthi haben die strategisch wichtige Insel Perim im Bab al-Mandab erobert und ihre Stellungen an der Meerenge ausgebaut. Neben der...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Erholung nach dem Fed-Schock – doch Dollar und Zinsen bremsen
17.09.2026

Der Goldpreis holt nach heftigen Ausschlägen wieder auf. Doch die erste US-Zinserhöhung seit drei Jahren verändert das...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Gegen den Trend: KI-Start-up Langdock verlegt Sitz nach Deutschland
17.09.2026

Langdock kehrt mit seinem Hauptsitz aus den USA nach Deutschland zurück und plant Investitionen in ein eigenes Rechenzentrum für mehr...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nach Drei-Euro-Zoll kommt die nächste Gebühr
17.09.2026

Neben Zöllen auf Onlinekäufe aus China kommt nun auch eine Gebühr für die Bearbeitung von Sendungen. Die Verantwortung des Verkäufers...