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Englische Fan-Gewalt begünstigt Digitalisierung des Fußballs, JP Morgan könnte massiv profitieren

Lesezeit: 3 min
13.07.2021 09:19  Aktualisiert: 13.07.2021 09:19
Die unsäglichen Fan-Ausschreitungen in England nach dem EM-Finale könnten dazu führen, dass die Forderungen nach Stadionverboten europaweit durchgesetzt werden. Die Digitalisierung des Fußball-Wettbewerbs aus Sicht der europäischen Fans wäre die Folge. Doch davon würde vor allem JP Morgan profitieren.
Englische Fan-Gewalt begünstigt Digitalisierung des Fußballs, JP Morgan könnte massiv profitieren
JP Morgan-Chef Jamie Dimon und Bill Gates. (Foto: dpa)
Foto: Michael Reynolds

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Die gewaltsamen Zusammenstöße zwischen den desillusionierten England-Fans und der englischen Polizei nach der Niederlage im EM-Finale in Kombination mit der Rassismus-Welle ist eine Steilvorlage für die Fürsprecher von Stadionverboten für Fußball-Fans für die kommende europäische Fußball-Saison.

Es ist davon auszugehen, dass die Stimmen, die bereits im Vorfeld der EM für mehr Restriktionen geworben hatten, sich bestätigt fühlen.

Wenn es tatsächlich zu massiven Einschränkungen in den europäischen Stadien kommen sollte, hätten die englischen Fans am Ende die Digitalisierung der Fußballwelt begünstigt – ohne sich dessen bewusst zu sein.

Dann könnten in naher Zukunft die europäischen Fußball-Fans nur dann in den Genuss des europäischen Fußballs kommen, wenn sie alle Dienstleistungen über ein gesondertes digitales Bezahlsystem abwickeln.

JP Morgan treibt die Digitalisierung des Fußballs voran

Davon könnte die US-Großbank JP Morgan unter Umständen profitieren. Im Jahr 2019 hatte JP Morgan als erste globale Bank ein Netzwerk entwickelt, das sofortige Zahlungen mithilfe der Blockchain-Technologie ermöglicht. Die US-Bank hat diesbezüglich den „JPM Coin“ ins Spiel gebracht. JP Morgans Vorstoß deckt sich mit der digitalen Pandemie-Agenda des Weltwirtschaftsforums (WEF). Die US-Großbank ist ein Partner des WEF – HIER.

„JPM Coin ist ein zugelassenes, gemeinsam genutztes Hauptbuchsystem, das als Hauptbuch für Zahlungsschienen und Einlagenkonten dient und es teilnehmenden JP Morgan-Kunden ermöglicht, US-Dollar, die bei JP Morgan hinterlegt sind, zu überweisen. JPM Coin erleichtert die Wertbewegung in Echtzeit und hilft dabei, die üblichen Hürden traditioneller grenzüberschreitender Zahlungen zu lösen (...) JPM Coin ist bestrebt, die komplexen Herausforderungen grenzüberschreitender Zahlungen zu bewältigen und den Geldtransportbedarf seiner Kunden durch Corporate Treasury Services der nächsten Generation zu vereinfachen“, so die Bank auf ihrer Webseite.

Der „JPM Coin“ wurde in dem Jahr bekanntgegeben (2019), in dem auch Überlegungen zur Einführung einer Super League im europäischen Fußball angestellt wurden. Mittlerweile wurde bekannt, dass JP Morgan der Finanzier der Super League ist. Die dpa berichtete am 19. April 2021: „JPMorgan sichert demnach die Finanzierung des neuen Wettbewerbs, der den Teilnehmern garantierte Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe sichern soll. Während der ,anfänglichen Verpflichtungsperiode der Vereine‘ könnten Solidaritätsleistungen in Höhe von zehn Milliarden Euro ausgezahlt werden, hatten die Vereine mitgeteilt. Die Gründungsmitglieder sollen einen Betrag von 3,5 Milliarden Euro erhalten, ,der ausschließlich für die Entwicklung ihrer Infrastruktur und zur Abfederung der Auswirkungen der Covid-Pandemie vorgesehen ist‘.“

Nun lancieren einige Medien Berichte, wonach die Super League aufgrund starker Proteste gegen diese „Liga der Luxus-Clubs“ vor dem Ende stehe, zumal einige Top-Clubs die Initiative angeblich verlassen wollen. Doch das stimmt nicht. Die Super League ist nach Meinung von Real Madrids Präsidenten Florentino Peréz noch nicht gescheitert. „Da liegen sie komplett falsch“, sagte er in Richtung der Kritiker, die das Projekt für erledigt erklärt haben, in einem am frühen Donnerstagmorgen ausgestrahltem Radio-Interview von SER, über das die Zeitung „Marca“ berichtete. Er denke nicht, dass die anderen Fußball-Clubs die Super League verlassen haben. „Es ist klar im Vertrag, dass du nicht gehen kannst“, sagte Peréz.

Die Einführung des „JPM Coins“ muss man sich im Zusammenhang mit der Super League denken. JP Morgan könnte über die Einführung der Super League dafür sorgen, dass in Europa und weltweit vier Milliarden Menschen auf diese Digitalwährung umsteigen müssen, um als Fans in den Genuss dieses Sportwettbewerbs zu kommen. Denn nach Angaben von „Statista.com“ lag die Anzahl der Fußball-Fans im Jahr 2018 bei vier Milliarden.

Innerhalb dieser geschlossenen Liga müssten die Fans Trikotkäufe, Fernsehübertragungen, Teilnahmen als Online-Zuschauer unter Einsatz des „JPM Coins“ abwickeln.

Europas populärste Fußballklubs auf Instagram, Facebook, Twitter und TikTok, also in der digitalen Welt, sind dem Autor Martin Jahns von „Ispo.com“ zufolge FC Barcelona, Real Madrid, Manchester United, Juventus Turin, PSG, FC Chelsea, FC Liverpool, FC Bayern München, Manchester City und Arsenal London – und zwar in dieser Reihenfolge. Acht dieser Clubs sind die Gründungsmitglieder der Super League.

Somit kann beobachtet werden, dass es eine große europäische und weltweite Digital-Fan-Gemeinde dieser der Top-Clubs gibt. Diese Zielgruppe ist der potenzielle Nutzer des „JPM Coins“ und weiterer digitaler Zahlungsmittel.

Unter der Voraussetzung, dass während der Pandemie Milliarden von Menschen ihre Lebensgewohnheiten von draußen in ihre eigenen vier Wände verlagern werden, ist davon auszugehen, dass auch die digitalen Sportkanal-Abos drastisch zunehmen werden. Wer glaubt, dass JP Morgans Plan zur Finanzierung und Schaffung einer Super League zerschmettert wurde, wird bald eines Besseren belehrt werden. Denn auch im europäischen Fußball wird der Mittelstand voraussichtlich weggebrochen werden, um den „Großkonzernen“ des Fußballs in einer digitalen Welt Platz zu machen. Ein berühmter deutscher Ex-Nationalspieler hatte vor wenigen Jahren vor diesem Trend gewarnt (HIER).

Die „Wirtschaftswoche“ hatte am 1. Juli 2021 berichtet: „Die Super League hat vor einem spanischen Gericht einen Etappensieg gegen den europäischen Fußballverband Uefa errungen. Das Madrider Handelsgericht Nr. 17 hat auf Antrag der Fußballclubs eine einstweilige Verfügung erlassen, die der Uefa und ihren nationalen Mitgliedsverbänden vorerst verbietet, Strafmaßnahmen gegen die Gründungsclubs der Super League zu erlassen. Die einstweilige Verfügung liegt der WirtschaftsWoche vor.“


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