Wirtschaft

Trotz Chipmangels: Daimler macht überraschend viel Gewinn

Daimler erklärt den für die Analysten überraschend hohen Gewinn im zweiten Quartal unter anderem mit einem besseren Produktmix. Doch der Chipmangel hinterlässt seine Spuren.
15.07.2021 09:21
Aktualisiert: 15.07.2021 09:21
Lesezeit: 1 min
Trotz Chipmangels: Daimler macht überraschend viel Gewinn
Logo der Automarke Mercedes-Benz im Daimler Konzern. (Foto: dpa) Foto: Bernd Weissbrod

Daimler hat im zweiten Quartal dem Chipmangel getrotzt und die Erwartungen der Analysten erneut klar übertroffen. Dank steigender Verkäufe und höherer Preise erwirtschaftete der Konzern einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von fast 5,2 Milliarden Euro, wie der Auto- und Lkw-Bauer am Donnerstag mitteilte.

Analysten hatten den Stuttgartern zufolge im Schnitt nur 4,1 Milliarden Euro erwartet, nachdem der Konzern im Vorjahreszeitraum wegen der Corona-Krise einen Verlust von knapp 1,7 Milliarden ausgewiesen hatte.

Bereinigt um Rechts- und Umbaukosten lag das Ebit nun bei 5,4 Milliarden. "Wir erzielen in allen Divisionen weiterhin eine starke finanzielle Performance, trotz der anhaltend geringen Verfügbarkeit von Halbleitern, die sich im zweiten Quartal belastend auf unsere Produktion und unseren Absatz ausgewirkt hat", bilanzierte Vorstandschef Ola Källenius.

Daimler musste wie zahlreiche Autobauer weltweit wegen des Mangels an Chips wiederholt die Produktion in mehreren seiner Werke anhalten und Beschäftigte vorübergehend in Kurzarbeit schicken. Von April bis Juni lieferte die Pkw-Tochter Mercedes-Benz weltweit zwar mit 581.201 Fahrzeugen 27 Prozent mehr aus als im Vorjahresquartal, doch die Lieferengpässe bei Halbleitern begrenzten die Zuwächse.

Daimler behilft sich wie die Konkurrenz, indem die knappen Chips vorrangig in den margenstarken Modellen wie der S-Klasse verbaut werden. Die Stuttgarter machten daher auch einen "günstigen Produktmix" und eine "gute Preisdurchsetzung" als Ursachen für den Gewinnanstieg aus.

Die Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars & Vans übertraf mit einem bereinigten Ebit von gut 3,4 Milliarden Euro im zweiten Quartal die Analystenschätzungen von gut drei Milliarden. Die Umsatzrendite war mit 12,8 Prozent bereits das dritte Quartal in Folge zweistellig. Für das Gesamtjahr hatte Daimler hier ein Ziel von zehn bis 12 Prozent ausgegeben.

Auch in den anderen Sparten sowie bei dem von Investoren beachteten freien Mittelzufluss im Industriegeschäft konnte der Dax-Konzern die Erwartungen der Analysten übertreffen. So fuhr die Lkw-Sparte Daimler Trucks & Buses ein bereinigtes Ebit von 831 Millionen Euro ein, sodass sich eine Umsatzrendite von 8,3 Prozent ergab.

Trotz sprudelnder Gewinne bleibt Daimler auf der Kostenbremse. Das Management zieht seit einiger Zeit die Kostenschrauben stark an und baut Personal ab. Damit wollen die Schwaben für Anleger attraktiv bleiben und den teuren Umschwung zu Elektroautos stemmen. "Der Schlüssel zu unserem Erfolg ist unser starkes Angebot an hochattraktiven Fahrzeugen, die zunehmend elektrisch werden, kombiniert mit unserem unermüdlichen Fokus auf profitablem Wachstum und strenge Kostenkontrolle", sagte Källenius.

Angaben zum Umsatz und Überschuss machte Daimler nicht. Die vollständigen Zahlen für das zweite Quartal will der Konzern am kommenden Mittwoch (21.Juli) veröffentlichen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Königsmacher BSW: Wie weit reicht die Nähe zur AfD?
07.09.2026

Das BSW galt nach monatelangen Konflikten bereits als politisch angeschlagen. Nun verschafft ihm der Einzug in den Landtag von...

DWN
Politik
Politik Wahlergebnis Landtagswahl Sachsen-Anhalt: AfD-Rekordsieg und viele offene Fragen – wie es weitergeht
07.09.2026

Die AfD triumphiert in Sachsen-Anhalt, verfehlt jedoch die absolute Mehrheit. Während mögliche Partner abwinken, beginnt das Ringen um...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft AfD-Wahlsieg alarmiert die deutsche Wirtschaft: Verbände fürchten Folgen für den Standort
07.09.2026

Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt alarmiert die deutsche Wirtschaft. Arbeitgeber und Industrie warnen vor Abschottung, ausbleibenden...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zu schwer und schwer zu löschen: Carrefour sperrt E-Autos aus
07.09.2026

Fahrer von Elektroautos dürfen ihre Fahrzeuge in Belgien nicht mehr auf einem der 18 Parkplätze abstellen, die auf den Dächern von...

DWN
Politik
Politik Teilzeit boomt, Vollzeit schrumpft: Arbeiten die Deutschen zu wenig?
07.09.2026

Der Staat klagt über Personalmangel – hat aber selbst die höchste Teilzeitquote unter den Beschäftigten. Eine Studie schlägt nun die...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD klar vor CDU – AfD strebt nach Wahl-Triumph an die Macht
06.09.2026

Ein Rekordergebnis, eine historische Niederlage und kaum realistische Koalitionsoptionen: Die Landtagswahl stellt Sachsen-Anhalt vor...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Ob AfD-Beben oder Zerreißprobe – Bundeskanzler Merz steckt in der Bredouille
06.09.2026

Die Wahl in Sachsen-Anhalt könnte zum Wendepunkt für die CDU und ihren Vorsitzenden werden. Zwischen einem historischen AfD-Erfolg und...

DWN
Finanzen
Finanzen Kurzlaufende Staatsanleihen sind nach dem Zinsanstieg für Sparer attraktiver
06.09.2026

Kurzlaufende Staatsanleihen mit einer Rendite von nahe drei Prozent sind ein Grund, das Wissen aufzufrischen: Wie können Anleger...