Deutschland

Stiko-Chef Mertens: „Ich würde meine Enkel nicht impfen lassen“

Auf die Frage, ob er seine Enkel impfen lassen würde, antwortete der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens: „Nein, gesunde Kinder würde ich jetzt im Augenblick nicht impfen lassen.“
17.07.2021 12:30
Aktualisiert: 17.07.2021 12:30
Lesezeit: 1 min

Bei „Markus Lanz“ hat sich der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, gesagt, dass er eine Impfung nicht uneingeschränkt für alle 12- bis 17-Jährigen empfehlen würde. „Würden Sie Ihre Enkel impfen lassen?, wollte Lanz von dem Virologen wissen. ,Nein, gesunde Kinder würde ich jetzt im Augenblick nicht impfen lassen', bekräftigte Mertens. Diese Auffassung habe er auch in seiner Familie vertreten. Der Wissenschaftler verstand den Grund der Frage schon tendenziell nicht. Er nannte es geradezu ,grotesk‘, hätte er für sich persönlich eine andere Entscheidung gefällt, als es seine Kommission nach Auswertung der verfügbaren Daten und Studien für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren getan hat“, so „t-online.de“.

Die dpa meldet: „In der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche setzt sich die Ständige Impfkommission (Stiko) zunehmend gegen Druck aus der Politik zur Wehr. ,Die aktuellen Aussagen von Herrn Söder und anderen Politikern zur Stiko und zu deren Arbeit sind auch unter Berücksichtigung der Wahlkampfzeit ungewöhnlich und müssen korrigiert werden‘, teilte das unabhängige Gremium um den Virologen Thomas Mertens am Freitag mit. Ziel der Stiko sei das Erarbeiten der bestmöglichen Impfempfehlung für einzelne Menschen und für die Gemeinschaft. ,Dies erfolgt unabhängig von Meinungen und Wünschen von Politikern und der pharmazeutischen Industrie.‘ Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte in einem BR-Interview vom Mittwoch bekräftigt, dass es mit einer generellen Corona-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren schneller gehen müsse. Dabei sprach er von der Stiko als einer ehrenamtlichen Organisation, wohingegen die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die ,Profis‘ seien.“

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