Deutschland

Konjunkturprogramme in den USA und China lösen Rohstoff-Krise in Deutschland aus

Das deutsche Unternehmertum bezeichnet die Rohstoffknappheit als ein großes Problem. Auslöser der Rohstoff-Krise in Deutschland sind die Konjunkturprogramme in den USA und China. Die DWN hatten frühzeitig davor gewarnt, dass China die Rohstoffe in Deutschland aufgrund seines Konjunkturaufschwungs aufkauft.
27.07.2021 15:24
Aktualisiert: 27.07.2021 15:24
Lesezeit: 1 min
Konjunkturprogramme in den USA und China lösen Rohstoff-Krise in Deutschland aus
Der Mitarbeiter Robert Wilhelm vom Schwachholzsägewerk der Klenk Holz AG im brandenburgischen Baruth südlich von Berlin geht am 09.04.2004 zwischen entrindeten Kiefernholzstämmen entlang. (Foto: dpa) Foto: Patrick_Pleul

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat die Rohstoffknappheit als ein großes Problem bezeichnet. DIHK-Präsident Peter Adrian sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: „Für die Industrieunternehmen sind Energie- und Rohstoffpreise inzwischen das Geschäftsrisiko Nummer eins.“ Die Frage sei, wie lange die Situation andauere.

„Durch die Konjunkturprogramme in den Vereinigten Staaten und in China gibt es eine große Nachfrage, die bei vielen Rohstoffen zu erheblichen Preissteigerungen und einer Verknappung geführt hat“, sagte Adrian. „Wenn Sie in Deutschland heute ein Gebäude errichten wollen, dann haben Sie Preissteigerungen von über 30 Prozent, beim Stahl teilweise von bis zu 100 Prozent. Das ist schon ein echtes Problem.“

Adrian sagte weiter: „Was wir sehr sorgfältig beobachten müssen, ist die Frage: Welche Auswirkungen haben wir langfristig auf die Inflationsrate oder ist die Steigerung jetzt nur ein vorübergehender Effekt?“

„Zwei Drittel der Industriebetriebe sehen mittlerweile in Energie- und Rohstoffpreisen ein Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung“, heißt es vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zu den Ergebnissen einer Konjunkturumfrage. „Kein Faktor wird derzeit in der Industrie häufiger genannt.“ Der Anteil ist demnach in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Zu Jahresbeginn hatte er noch bei 45 Prozent gelegen. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag) über die Zahlen berichtet.

Die nach der Corona-Flaute wieder anspringende Weltkonjunktur lässt Rohstoffe immer knapper werden - und damit auch deutlich teurer. Der DIHK hat Angaben von 320 Unternehmensvertretern ausgewertet. „Von der aktuellen Rohstoffknappheit sind insbesondere Metalle, Mineralien, Kunststoffe sowie Holz betroffen - mit teilweise drastischen Preisanstiegen“, heißt es vom DIHK. Einige Firmen berichteten demnach von drohenden Produktionsausfällen oder gar Produktionsstopps, da die Rohstoffe fehlten. Im Mai 2021 hatten die DWN berichtet: „China kauft die deutschen Holzvorräte auf, was den deutschen Bau-Mittelstand in die Bredouille bringt. Nur deutsche Großkonzerne können sich das Holz mit Aufpreisen von 200 Prozent leisten. Gleichzeitig sind Plastik-Baumaterialien aus China nicht mehr verfügbar.“

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