Finanzen

DWN-Börsenausblick für den August: Anleger vor schwachem Monat

Die Anleger stehen vor einem mauen Handelsmonat. Impulse von der US-Fed dürften auch nicht zu erwarten sein.
01.08.2021 11:00
Lesezeit: 2 min
DWN-Börsenausblick für den August: Anleger vor schwachem Monat
Ein deutsches Fachportal hat errechnet, dass der August in den vergangenen 20 Jahren zu den schwächsten Handelsmonaten gehört hat. (Foto: dpa)

Schwach – ohne Paukenschläge: So dürfte sich der kommende August präsentieren, der traditionell immer mau ausfällt. Eine große Börsenparty wird es wohl erst einmal nicht mehr geben, worauf schon der abgelaufene flache Juli hingewiesen hat.

So hat das deutsche Leitbarometer im siebten Handelsmonat etwa um ein Prozent auf Niveaus um 15.500 Punkte verloren. Die Anleger mussten folglich einen spürbaren Verlust hinnehmen, der zwar noch nicht so schmerzt, aber doch zu sehen ist.

Unvergessen war für das neue Rekordhoch vom 23. Juli von 15.810,68 Punkten. Seitdem hat der deutsche Leitindex satte zwei Prozent eingebüßt, ohne sich zu stabilisieren. Der Index flattert derzeit so vor sich hin und wird von einzelnen Unternehmensmeldungen getrieben.

Grundsätzlich sind sich die Experten nicht einig, ob es sich statisch belegen lässt, dass der August immer schwach ausfällt. Das Fachportal Tradistats hat errechnet, dass der achte Handelsmonat in den vergangenen 20 Jahren tatsächlich zu den schwächsten gehört, wenn es um die Gesamtsumme der Gewinne geht. Eine ältere Untersuchung aus dem Jahr 2017, die das Finanzportal Godmode-Trader durchgeführt hat, kommt zu einem anderen Ergebnis.

In den USA gilt dieser Grundsatz seit mehr als 30 Jahren uneingeschränkt. Die US-Indizes verzeichneten durchschnittlichen Rückgänge zwischen 0,1 bis 1,1 Prozent. Die schlechteste Performance gab es 1998 mit einem Rückgang von 15,1 Prozent im Dow-Jones-Index. Schwierigkeiten bei der russischen Wirtschaft und die asiatische Währungskrise waren die Ursache dafür gewesen. Ansonsten hat es immer wieder starke politische Ereignisse gegeben, die sich negativ auf die Börsen ausgewirkt haben – beispielsweise der Versuch des irakischen Diktators Saddam Hussein im Jahr 1990, Kuweit zu annektieren.

Kurzfristig sind keine großen Impulse von der US-Fed zu erwarten, die wohl vorerst nicht an der Zinsschraube drehen wird. Die amerikanische Zentralbank bleibt trotz des Aufschwungs und anziehender Inflation geldpolitisch vorläufig auf dem Gas. Sie beließ den Leitzins auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Ihre Geldspritzen in Höhe von monatlich 120 Milliarden Dollar wollen die Währungshüter zudem in voller Dosis beibehalten, bis erhebliche Fortschritte bei Preisstabilität und Arbeitslosigkeit erreicht sind. Allerdings schmiedet die Fed zugleich konkrete Pläne für eine schrittweise Abkehr von ihrer sehr lockeren Geldpolitik. Sie spielte am Mittwoch laut Fed-Chef Jerome Powell durch, wie die milliardenschweren Konjunkturspritzen verringert werden könnten.

Darüber hinaus gibt es einige Unternehmenspräsentationen, die sich die Anleger in ihrem Terminkalender notieren können. Wichtig ist der 3. August, wenn BMW seine Zweitquartalsergebnisse vorstellt. Die Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 4,31 Euro. Am 4. August präsentiert General Motors seine Bilanz für das zweite Quartal. Die Experten rechnen mit einem Plus von 1,81 Dollar. Am 6. August kommt Vonovia. Hier gehen die Analysten von einem Gewinn je Aktie von 0,68 Euro aus.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Er war Bill Clintons engster Berater – nun sieht er eine einzigartige Möglichkeit, nach Trump die Macht zu übernehmen
01.07.2026

Doug Sosnik war einer der engsten Berater von Bill Clinton. Heute räumt er ein, dass die Demokraten den schleichenden Verlust ihrer...

DWN
Finanzen
Finanzen Wären Sie gern ein besserer Investor? KI kann helfen, doch Experten sind uneins, ob sie das sollte
01.07.2026

KI-Agenten analysieren Märkte, bauen Portfolios und führen teils schon selbstständig Trades aus. Doch während Broker eine neue...

DWN
Politik
Politik Ex-Kanzlerin Merkel leuchtet: Porträt für Kanzlergalerie enthüllt
01.07.2026

Mehrere Monate stand Angela Merkel in einem Atelier in Berlin-Mitte immer wieder Modell für ihr offizielles „Staatsporträt“. Es sei...

DWN
Politik
Politik AfD-Parteitag in Erfurt: GdP warnt vor Mangel an Einsatzkräften
01.07.2026

In Erfurt hält die AfD am kommenden Wochenende ihren Bundesparteitag ab. Laut Kopelke geht die Polizei in Thüringen von bis zu 50.000...

DWN
Finanzen
Finanzen Bargeld-Comeback: Läden in Schweden müssen Bargeld annehmen
01.07.2026

Schweden ist Vorreiter in Sachen bargeldlose Gesellschaft. Fast alles läuft über Karte oder Handy. Doch jetzt sollen zumindest manche...

DWN
Politik
Politik Neue Regeln für „Demokratie leben!“: Prien bezieht Verfassungsschutz ein
01.07.2026

Die Familienministerin hat neue Vorgaben für die Förderung von Initiativen gegen Extremismus und für Vielfalt entworfen. Dieses Jahr...

DWN
Panorama
Panorama Vier Buchempfehlungen für die Liege: Was Entscheider diesen Sommer unbedingt lesen sollten
01.07.2026

Das Tablet ist geladen, der Sonnenschirm steht, die E-Mails dürfen warten. Wir haben vier Wirtschaftsbuch-Empfehlungen für Sie, die den...

DWN
Immobilien
Immobilien Mieten statt Kaufen: Deutschland bleibt das Land der Mieter in Europa
01.07.2026

Eigenheim - Nein, danke? In Deutschland ist das Interesse nach einer eigenen Immobilie im europaweiten Vergleich am geringsten ausgeprägt....