Politik

Frankreich erhebt sich: Größte Gewerkschaft ruft zu Protesten gegen Gesundheitspass auf

Die größte französische Gewerkschaft hat die Bevölkerung zu Protesten gegen die Corona-Politik der Regierung aufgerufen. Die Proteste richten sich gegen die Einführung des sogenannten Gesundheitspasses. Eine Eskalation ist leider nicht ausgeschlossen.
30.07.2021 21:15
Aktualisiert: 30.07.2021 21:15
Lesezeit: 1 min
Frankreich erhebt sich: Größte Gewerkschaft ruft zu Protesten gegen Gesundheitspass auf
05.02.2019, Frankreich, Paris: Demonstranten mit gelben Westen nehmen an einer Protestaktion teil, die von der Gewerkschaft CGT (Allgemeiner Gewerkschaftsbund) in Paris organisiert wird. (Foto: dpa) Foto: Michel Euler

Die größte französische Gewerkschaft CGT ruft ab dem 5. August 2021 zum Streik gegen die Einführung des „Gesundheitspasses“ („Impfpass“) auf, berichtet „Le Parisien“. Separat setzt sich die Gewerkschaft für Proteste gegen die Corona-Politik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ein.

Die Abgeordnete der links-nationalen Partei „La France Insoumise“, Danièle Obono, teilte über Twitter mit: „Wir weigern uns, dieses Land weiter zu spalten, die Bürger in 'Gute mit Impfung' und 'Böse ohne Impfung' zu unterteilen. Wir weigern uns, die Rechte und Freiheiten aller weiter einzuschränken und mit QR-Codes und Schlagstöcken zu leben.“

Die Zeitung „ZickZack“ wörtlich: „Mehrere Gewerkschaften kündigen zudem einen unbefristeten Streik in Spitälern gegen die Impfpflicht für die Belegschaft an (…) Sie fordern, dass ungeimpfte Kollegen nicht entlassen werden, eine freie Wahl der Impfstoffe, Schutz der medizinischen Daten der Belegschaft sowie die Achtung der medizinischen Schweigepflicht, sowie eine Gehaltserhöhung und bessere Arbeitsbedingungen.

Für den 31. Juli 2021 wurden in Paris vier Demos gegen den „Gesundheitspass“ angekündigt, so die Webseite „Sortir a Paris“. „Cnews.fr“ zufolge sollen in der Hauptstadt 3.000 Polizisten mobilisiert werden.

Die dpa meldete am 28. Juli 2021: „Die von Staatschef Emmanuel Macron angekündigten strengeren Corona-Regeln sind in Frankreich umstritten. Landesweit mehr als 160.000 Menschen gingen am vergangenen Wochenende inmitten der Urlaubssaison dagegen auf die Straße. Die Mobilisierung für erneute Proteste am kommenden Samstag läuft. Erst zu Beginn der Woche hatte das französische Parlament das Gesetz gebilligt, das die Ausweitung der Nachweispflicht sowie eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal festschreibt.“

Leider muss man davon ausgehen, dass es in Frankreich am 31. Juli 2021 zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizeibeamten kommen wird.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Treiben Geschenkkarten insgeheim einen Boom in den lokalen Geschäften an?

In der Innenstadt herrscht diesen Monat eine ganz andere Stimmung. Geschäfte, in denen es nach dem Weihnachtsrummel einst etwas zu ruhig...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Düngemittelpreise explodieren und Brüssel liefert nur erste Hilfen
21.05.2026

Erst Energiekrise, dann Nahost-Krieg, jetzt die nächste Kostenwelle auf den Feldern. Europas Bauern sollen vor der kommenden Aussaat...

DWN
Politik
Politik Kreml signalisiert Gesprächsbereitschaft gegenüber Europa
21.05.2026

Russland zeigt sich nach Angaben des Kremls offen für direkte Gespräche mit europäischen Staaten. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von...

DWN
Panorama
Panorama Schuldspruch im Berufungsprozess: Air France und Airbus nach Absturz verurteilt
21.05.2026

Wende im Fall des Absturzes von Flug AF 447 im Jahr 2009 mit 228 Todesopfern: Ein Pariser Berufungsgericht hat Air France und Airbus der...

DWN
Politik
Politik EU-Asylwende: Abschiebezentren in Drittstaaten vor der Umsetzung
21.05.2026

Die Europäische Union steht vor einer grundlegenden Reform ihrer Abschiebepolitik. Die Verhandlungen über die neue, verschärfte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Krise der Autoindustrie: Eberspächer zieht die Reißleine in Deutschland
21.05.2026

Der Esslinger Autozulieferer Eberspächer kämpft mit Umsatzrückgängen und geopolitischen Spannungen. Als Reaktion auf die weltweite...

DWN
Politik
Politik Debatte um späteren Renteneintritt: Regierung weist Gerüchte um Rente mit 70 zurück
21.05.2026

Kurz vor dem Abschlussbericht der Rentenkommission sorgen Spekulationen über ein mögliches höheres Renteneintrittsalter für politische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Stagnation: Bundesbank warnt vor Konjunkturstillstand durch Iran-Krieg
21.05.2026

Deutschlands Wirtschaft verliert nach Einschätzung der Bundesbank spürbar an Schwung. Vor allem die Auswirkungen des Iran-Krieges...

DWN
Finanzen
Finanzen Nvidia-Aktie: Milliardenumsatz und Ausblick reichen nicht für neues Rekordhoch – Anleger bleiben vorsichtig
21.05.2026

Der KI-Boom treibt Nvidia seit Jahren zu immer neuen Rekorden, doch diesmal reagieren Anleger überraschend zurückhaltend. Analysten loben...