Deutschland

Deutsche Bahn warnt: Lokführer-Streik wäre Attacke auf das ganze Land

Die Deutsche Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL vor der Ausrufung von Streiks in der nächsten Woche gewarnt.
06.08.2021 10:48
Aktualisiert: 06.08.2021 10:48
Lesezeit: 1 min

Die Deutsche Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL vor der Ausrufung von Streiks in der nächsten Woche gewarnt. „Sollte es danach tatsächlich zu Streiks kommen, trifft das massiv unsere Kunden und unsere Mitarbeiter“, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler am Freitag. „Letztlich ist das eine Attacke auf das ganze Land.“ Er verwies darauf, dass die Bahn wegen der Corona-Krise und der Flut-Katastrophe gewaltige Schäden gehabt habe, nun aber eine wirtschaftliche Erholung einsetze. ‚“Jetzt gerade, wo die Kunden zurückkommen, soll es Streiks geben“, kritisierte Seiler. „Diesen Streik braucht jetzt niemand.“

Nach gescheiterten Tarifgesprächen hat die GDL eine Urabstimmung über einen Streik eingeleitet und will das Ergebnis am Dienstag bekanntgeben. Dann könnte auch bereits ein Zeitpunkt für den Streikbeginn erklärt werden, der mit dem Rückreise-Verkehr nach Ferien-Ende in einigen Bundesländern zusammenfallen könnte. Seiler sagte, er rechne mit einer Eskalation. „Wir bereiten uns entsprechend darauf vor, alles andere wäre ja fatal.“ Man wolle die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich halten. „Der Streik ist absolut überflüssig“.

Nach Worten von Seiler hat die GDL bis jetzt keinen ernsthaften Lösungswillen gezeigt, es habe keine seriösen Verhandlungen gegeben. Bei der GDL stünden wohl wegen der Rivalität mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) „egoistische Machtinteressen im Mittelpunkt.“ Die EVG hat mit der Bahn bereits einen Sanierungstarifvertrag mit einer Laufzeit bis Februar 2023 geschlossen.

der GDL hatte die Bahn zuletzt Lohnerhöhungen in zwei Schritten angeboten: 1,5 Prozent zum 1. Januar 2022 und 1,7 Prozent zum 1. März 2023, bei einer Laufzeit bis Ende Juni 2024.

Zusätzlich kompliziert wird die Tarifrunde dadurch, dass EVG und GDL beide für fast alle 185.000 Beschäftigten in Deutschland beim Schienenpersonal verhandeln wollen. Die Bahn sieht sich aber gezwungen, das Tarifeinheitsgesetz anzuwenden. Danach gilt ein Vertrag nur dort, wo die jeweilige Gewerkschaft die Mehrheit hat. Laut Bahn hat die GDL diese nur in 16 von insgesamt 300 Einzelbetrieben des Konzerns.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Online-Broker-Vergleich: Die besten Aktiendepots für Anleger – Tipps zur Anbieterauswahl

Ein Online-Broker-Vergleich beginnt beim Wertpapierdepot: Ein Depot ist die Eintrittskarte zur Börse, nur mit einem Depot können Anleger...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Personalie Jens Spahn: Doch kein Comeback im Haushaltausschuss
29.09.2026

Der Skandal um die Leihmutterschaft kostete Jens Spahn seinen Posten an der Spitze der CDU‑Fraktion. Im Haushaltsausschuss wollte er...

DWN
Finanzen
Finanzen Ich habe zweimal in einem Jahr die Bank gewechselt: So viel habe ich gespart
29.09.2026

Im vergangenen Jahr habe ich zweimal die Bank gewechselt. Das brachte Ärger, Fehler und Verzögerungen, aber auch eine spürbare Ersparnis...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gold für mehr als acht Milliarden Dollar: Russland meldet weitere Verkäufe
29.09.2026

Russlands Zentralbank verkauft seit Jahresbeginn kontinuierlich Gold. Fast 56 Tonnen verschwanden bereits aus den offiziellen Reserven, ihr...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tankerfracht auf Rekordhoch: Anleger verdienen am Öl-Chaos
29.09.2026

Supertanker kosten inzwischen mehr als eine Million Dollar pro Tag, Raffinerien kämpfen mit explodierenden Transportkosten. Während...

DWN
Politik
Politik Kippt der Länderfinanzausgleich? Union droht bei Linksregierung mit Geldentzug
29.09.2026

Nach dem Wahlsieg der Linkspartei in Berlin könnte diese bald die Regierung anführen. Die CDU- und CSU-geführten Bundesländer drohen...

DWN
Politik
Politik Winterzeit, Tankrabatt, Bahnhöfe: Was sich im Oktober ändert
29.09.2026

Die Sommerzeit endet schon wieder und das Alkoholverbot an Bahnhöfen kommt - ein Blick auf die Neuerungen im Oktober.

DWN
Finanzen
Finanzen Medios-Aktie: Konzern peilt bis 2031 Umsatz von 3,1 Milliarden Euro an
29.09.2026

Medios-Aktie gefragt: Medios will Umsatz und Ergebnis bis 2031 deutlich steigern. Die Berliner wollen sich mit der Strategie „Medios Next...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes GLC im Test: Elektrisch ist er endlich so, wie er sein muss
29.09.2026

Der elektrische Mercedes GLC 400 4Matic bringt fast 500 PS, viel Komfort, hohe Ladeleistung und einen überraschend moderaten Verbrauch. Im...