Finanzen

Schattenbanken-Sektor in der EU wächst trotz Corona-Krise

Investmentfonds und andere Finanzgesellschaften konnten das von ihnen verwaltete Vermögen zuletzt wieder steigern.
11.09.2021 09:54
Lesezeit: 1 min

Der Schattenbanken-Sektor in der Europäischen Union hat trotz der Corona-Krise an Bedeutung zugelegt. Im vierten Quartal 2020 verwalteten in der EU Investmentfonds und andere Finanzgesellschaften abseits der traditionellen Banken Vermögenswerte von 39,4 Billionen Euro, ein Plus von 1,5 Prozent binnen Jahresfrist, wie der Europäische Systemrisikorat (ESRB) in einem am Montag vorgelegten Bericht mitteilte. Solche Finanzfirmen seien zwar zunächst ebenfalls von den Folgen des Ausbruchs der Corona-Pandemie belastet worden. Im weiteren Jahresverlauf habe sich der Sektor aber wieder erholt.

Zu diesen Finanzgesellschaften werden unteren anderem Hedge- und Geldmarktfonds, alternative Investmentfonds sowie spezielle Börsenhändler gezählt. In seinem Bericht weist der ESRB auf vier Gefahren hin, die es infolge der Corona-Krise im Auge zu behalten gelte. Dazu zähle die Unsicherheit hinsichtlich der Erholung von der Pandemie und eine steigende Verschuldung sowie wachsende Kreditrisiken im Zuge der Pandemie. Aber auch eine Entkopplung der Realwirtschaft von den Börsen und eine unsichere Liquidität in manchen Märkten gehörten dazu.

Verwundbarkeiten sieht der ESRB wie schon in früheren Berichten zu dem Sektor in einer übermäßigen Risikobereitschaft mancher Gesellschaften, in einer erhöhten Verschuldung bei Transaktionen mancher Investmentfonds sowie in den Ansteckungsgefahren für weitere Teile der Finanzwirtschaft. Dazu kämen die mit dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld verbundenen Gefahren. Der in Frankfurt ansässige ESRB wurde 2010 in Reaktion auf die Finanzkrise gegründet und soll als Frühwarnsystem auf Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems in der EU hinweisen. Der Verwaltungsrat steht unter dem Vorsitz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Exporte brechen ein
08.09.2026

Nach fünf Monaten Wachstum verzeichnen Deutschlands Exporte im Juli erstmals wieder einen Rückgang. Schwierig bleiben die Geschäfte mit...

DWN
Technologie
Technologie OpenAI-Agenten bauten geheimes Kommunikationsnetz auf deutschsprachiger Website
08.09.2026

KI-Agenten nutzten eine deutsche Website zur Koordination, zur Umgehung von Beschränkungen und zur Verschleierung ihrer Spuren. OpenAI...

DWN
Politik
Politik "Der Sieg ist nah", behauptet Kremlsprecher Peskow
08.09.2026

Die USA nehmen einen neuen Anlauf in ihren Vermittlungsbemühungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs. Doch der Kreml betont die...

DWN
Finanzen
Finanzen Legende Warren Buffett hielt lange am Geld fest – jetzt sorgt er mit einer großen Investition für Aufsehen
08.09.2026

Warren Buffett hat jahrelang mehr Aktien verkauft als gekauft und bei Berkshire Hathaway einen gigantischen Geldberg aufgebaut. Nun sorgt...

DWN
Politik
Politik Deutschland entkommt russischem Gas und landet in der nächsten Falle
08.09.2026

Deutschland hat sich vom russischen Pipelinegas gelöst und setzt nun stark auf Flüssiggas. Doch inzwischen kommt ein Großteil des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Der Winter kommt und Deutschlands Gasspeicher sind fast leer
08.09.2026

Deutschlands Gasspeicher sind deutlich schlechter gefüllt als vor einem Jahr. Ein sehr kalter Winter könnte die Reserven bereits Anfang...

DWN
Technologie
Technologie Kündigungsgefahr: Was Arbeitnehmer online auf Social Media posten dürfen – und was nicht
08.09.2026

Meinungsfreiheit ist nicht grenzenlos. Wann Social-Media-Aktivitäten arbeitsrechtliche Folgen haben und worauf Beschäftigte achten...

DWN
Finanzen
Finanzen Zucker-Preis schlägt die Rendite des S&P 500
08.09.2026

Der Zucker-Preis ist im August um 21,5 Prozent gestiegen und hat damit den stärksten Monat seit 2010 erlebt. Seit Jahresbeginn liegt die...