Technologie

„Ihr inspiriert die Welt“: Erstmals vier Laien ins Weltall gestartet

Nach Branson und Bezos ist der nächste Milliardär ins All gestartet. Jared Isaacman mietete dafür ein „Dragon“-Raumschiff und nahm drei Passagiere mit. Mehrere Tage lang sollen die vier Laien nun die Erde umkreisen - die erste All-Mission ohne Profi-Astronaut an Bord.
16.09.2021 14:19
Aktualisiert: 16.09.2021 14:19
Lesezeit: 1 min
„Ihr inspiriert die Welt“: Erstmals vier Laien ins Weltall gestartet
Eine SpaceX Falcon 9 Rakete mit vier Privatpersonen an Bord hebt von der Rampe 39A des Kennedy Space Centers ab. (Foto: dpa) Foto: Md

Kurz vor dem Start der ersten All-Mission ohne Profi-Astronauten an Bord meldete sich das Kontrollzentrum des Raumfahrtunternehmens SpaceX noch einmal bei den vier Passagieren. „Heute inspiriert ihr wirklich die Welt“, kam es aus den Lautsprechern. „Gute Reise!“ Wenige Minuten später hob die „Dragon“-Raumkapsel am Mittwochabend (Ortszeit) mit Hilfe einer „Falcon 9“-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida in die Erdumlaufbahn ab. „Die Ausblicke sind spektakulär“, jubelte der 38-jährige US-Milliardär Jared Isaacman, der den „Dragon“ für den All-Ausflug gechartert hatte.

Der Start der „Inspiration4“ genannten Weltraumtourismus-Mission sei „ein bedeutender Meilenstein beim Streben danach, das All für alle zugänglich zu machen“, kommentierte die US-Raumfahrtbehörde Nasa, die die Start-Infrastruktur stellte, ansonsten aber nicht beteiligt war, per Kurznachrichtendienst Twitter. SpaceX spricht von der „ersten nur mit Laien besetzten Mission in die Erdumlaufbahn“ - an Bord ist kein ausgebildeter Profi-Astronaut, die Kapsel fliegt weitgehend automatisch.

Isaacman ist bereits der dritte Milliardär innerhalb weniger Monate, der von den USA aus ins All aufgebrochen ist. Im Juli hatten erst der Brite Richard Branson und rund zehn Tage später Amazon-Gründer Jeff Bezos erstmals ihre eigenen Raumschiffe getestet - allerdings beide nur mit wenigen Minuten langen Kurzausflügen. Wie viel Isaacman für das Chartern des Dragon-Raumschiffs zahlte, wollten weder er noch SpaceX verraten.

Der „Dragon“ soll nun rund drei Tage lang die Erde umkreisen - alle 90 Minuten mit rund 30 000 Kilometern pro Stunde und mit rund 580 Kilometern über der Erde sogar höher als die Internationale Raumstation (ISS). An Bord sind neben Isaacman die 29 Jahre alte Arzthelferin Hayley Arceneaux, die als Kind eine Knochenkrebs-Erkrankung besiegt hatte, der 51 Jahre alte Künstlerin und Professorin Sian Proctor und der 41 Jahre alte Raumfahrtingenieur Chris Sembrosk.

Die Mitreisenden suchte Isaacman über verschiedene Benefiz-Aktionen aus, weil er mit der Mission Spenden für ein Kinderkrankenhaus im US-Bundesstaat Tennessee sammeln will. Während des All-Ausflugs, über den auch eine Dokumentation beim Streaming-Dienst „Netflix“ entsteht, sollen die vier Passagiere auch wissenschaftliche Experimente durchführen.

„Unsere Crew trägt die Verantwortung und weiß um die Bedeutung dieser Mission“, hatte Isaacman kurz vor dem Start gesagt. „Wir haben uns auf die Herausforderungen der kommenden drei Tage gut vorbereitet und freuen uns darauf, unser Erlebnis mit der Welt zu teilen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: US-Indizes schließen uneinheitlich, da Trump ein Iran-Abkommen nach den Zwischenwahlen für möglich hält
22.09.2026

Politische Signale und starke Einzelwerte bewegen die Märkte im späten Handel.

DWN
Politik
Politik Mehrheit fordert Rücktritt von Kanzler Merz
22.09.2026

Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich für einen Rücktritt des Kanzlers aus. Unter den Anhängern einer Partei ist der Anteil...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Planet Labs: Berlin bekommt eine neue Satellitenfabrik
22.09.2026

In der Hauptstadt soll ein neuer Produktionsstandort für Satelliten entstehen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in den USA, will aber...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger Topberater des Weißen Hauses: Trump gibt Tech-Milliardären beängstigend viel Macht
22.09.2026

Künstliche Intelligenz könnte die Welt ähnlich tiefgreifend verändern wie einst das Manhattan-Projekt. Doch diesmal liegt die...

DWN
Finanzen
Finanzen Heizkosten steigen 2026: So teuer wird das Heizen
22.09.2026

Für viele Haushalte wird das Heizen 2026 teurer – besonders bei Öl und Holzpellets. Eine neue Prognose zeigt, welche Heizarten stärker...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs springt über 85.000 Dollar. Was hat die Erholung ausgelöst?
22.09.2026

Der Bitcoin-Kurs ist wieder deutlich gestiegen und kletterte über 85.000 Dollar. Bemerkenswert ist der Rebound, da kurz zuvor zwei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenz: So schützen Unternehmer ihr Privatvermögen
22.09.2026

Gerät die Firma ins Wanken, kann es schnell um mehr gehen als das Unternehmen. Plötzlich stehen auch Haus, Depot und Ersparnisse auf dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes-Benz-Aktie: Arbeitszeit in der Diskussion – Konzern setzt deutsche Werke unter Druck
22.09.2026

Mercedes hält seine deutschen Werke für zu teuer und fordert mehr Arbeit für das gleiche Geld. Um den Druck zu erhöhen, legt der...