Wirtschaft

Silber: Preis und Nachfrage steigen weiter

Sowohl Anleger als auch die Industrie fragen das Edelmetall verstärkt nach.
26.09.2021 13:07
Aktualisiert: 26.09.2021 13:07
Lesezeit: 1 min
Silber: Preis und Nachfrage steigen weiter
Ein Silberbarren (Foto: dpa) Foto: Wolfgang Hartmann

Ein beträchtliches Wachstum der Investitionen in Silber war der Hauptgrund für den kräftigen Preisanstieg des Metalls um immerhin 27 Prozent im Jahr 2020. Die Nachfrage stieg um acht Prozent auf ein Vierjahreshoch, berichtet das „Silver Institute“.

Diese starke Nachfrage sowohl institutioneller und als privater Anleger, die durch den Ausbruch der Pandemie angeheizt wurde, in Kombination mit vorübergehenden niedrigen Silberpreisen sowie eine beispiellose Welle quantitativer Lockerung und fiskalischer Anreize in allen großen Volkswirtschaften, führten zu den beträchtlichen Silberinvestitionen. Der Jahresdurchschnitts-Silberpreis 2020 lag bei 20,55 US-Dollar, ein Anstieg von 27 Prozent gegenüber den 16,18 Dollar aus dem Jahr 2019 - dem Jahr, in dem der höchste durchschnittlichen Silberpreis seit 2013 zu verzeichnen gewesen war.

Die Nachfrage nach Silberbarren und -münzen wird im aktuellen Jahr voraussichtlich noch einmal steigen und den höchsten Jahreswert seit 2015 erreichen. Die Minenproduktion wird voraussichtlich um acht Prozent steigen, da sich die Produktion nach den pandemiebedingten Störungen im letzten Jahr erholt. Der Ausbau der 5G-Technologie, für die Silber ein wichtiger Rohstoff ist, wird sowohl die Produktion als auch den Preis ankurbeln.

Wie bei Gold wird der Silbermarkt allgemein als sicherer Hafen angesehen, der als Portfolio-Absicherung gegen wirtschaftliche Unsicherheit oder Schwäche dient. Durch das Halten von Rohstoffen wie Edelmetallen können Anleger ihr Portfolio gegen Wertverluste von Aktien und Anleihen absichern, wie sie in einer Rezession üblich sind.

Der Übergang zu sauberer Energie auf der ganzen Welt dürfte in den kommenden Jahren die physische Nachfrage nach Silber weiter anheizen. Laut von "Metal Focus" zusammengestellten Daten, machten Sonnenkollektoren in diesem Jahr schätzungsweise rund 20 Prozent der industriellen Silbernachfrage aus. Die Nachfrage aus dem Solarsektor stieg im Jahr 2020 um vier Prozent.

Die Einführung von Telekommunikationsnetzen der fünften Generation (5G) wird auch in Zukunft eine wachsende Nachfragequelle werden, da Silber in Telekommunikationsgeräten verwendet wird. Das neue 5G-fähige Ökosystem wird eine zunehmende Nachfrage nach Halbleiter-ICs/Chips, Speicher, passiven Komponenten, Verkabelung, Stromverteilung, IoT-Geräten und MEMS-Sensoren schaffen, die jeweils Silberprodukte ähnlich dem Halbleitersegment verwenden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Festkörperbatterien lassen auf sich warten – könnte die Halbfestkörper-Technologie zur Brückentechnologie der Energiespeicherung werden?

Die Batteriewirtschaft befindet sich derzeit in einer bemerkenswerten Übergangsphase. Während nahezu alle großen Hersteller langfristig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft CISPA: Finanzieren deutsche Steuerzahler Chinas Cyberwissen?
27.06.2026

Ein deutsches Vorzeigezentrum für Cyber-Sicherheit gerät unter Druck. Die Handelsblatt-Recherche zu China-Kontakten am CISPA trifft einen...

DWN
Finanzen
Finanzen Reisekostenabrechnung: Unternehmen sparen am Hotel – und übersehen den eigentlichen Kostenblock
27.06.2026

Viele Unternehmen sparen sichtbar bei Geschäftsreisen – und verlieren Geld an unsichtbarer Stelle. Denn der eigentliche Kostenblock...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zeekr 7X im Test: Würden Sie für diesen Chinesen Ihr deutsches Auto opfern?
27.06.2026

Der Zeekr 7X Privilege AWD ist kein höflicher Hinweis aus China, sondern eine Kampfansage an BMW, Mercedes, Porsche und Audi. Für 64.000...

DWN
Politik
Politik Brexit-Bilanz nach einem Jahrzehnt: Was vom großen Versprechen geblieben ist
27.06.2026

Der Brexit sollte Großbritannien mehr Kontrolle, Wohlstand und politische Freiheit bringen. Ein Jahrzehnt später prägen jedoch Streit,...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB warnt: Märkte unterschätzen Krieg, Schulden und Zinsrisiken
27.06.2026

Der jüngste Finanzstabilitätsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) ist mehr als eine routinemäßige Risikobeschreibung. Er zeigt,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schwarz-Gruppe macht Lidl zum Wachstumsriesen
27.06.2026

Lidl wächst, Kaufland expandiert, und die Schwarz-Gruppe baut ihre Macht in Europa weiter aus. Doch hinter den Milliardenumsätzen steckt...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Chiphersteller Micron und Intel unter Druck, da OpenAI Berichten zufolge IPO-Verzögerung erwägt
26.06.2026

Spannende Verschiebungen an der US-Börse: Was die jüngsten Marktbewegungen für Ihr Portfolio bedeuten könnten.

DWN
Panorama
Panorama Imperien abseits des Rasens: Das verdienen die WM-Stars als Unternehmer
26.06.2026

Die bestbezahlten Fußballer der Welt definieren Reichtum neu. Längst reicht das Einkommen aus ihren Profiverträgen nicht mehr aus –...