Politik

Medien: London billigt Visaausnahmen für ausländische Lkw-Fahrer

Angesichts der schweren Folgen von Lieferproblemen für die Versorgung im Land steht die britische Regierung vor einer Kehrtwende.
25.09.2021 18:03
Aktualisiert: 25.09.2021 18:03
Lesezeit: 1 min

Angesichts der schweren Folgen von Lieferproblemen für die Versorgung im Land steht die britische Regierung vor einer Kehrtwende. Wie mehrere britische Medien am Samstag übereinstimmend berichteten, will Premierminister Boris Johnson ausländische Lastwagenfahrer vorübergehend von den scharfen Brexit-Visaregeln ausnehmen. Dabei solle es eine Obergrenze geben.

Bisher lehnte Johnson Ausnahmen strikt ab. Auslöser für den Sinneswandel waren offensichtlich Berichte über Probleme bei Benzinlieferungen an Tankstellen. „Boris hat die schlechten Schlagzeilen völlig satt und möchte, dass es gelöst wird, er schert sich nicht mehr um Visaregeln“, zitierte die „Financial Times“ einen „Verbündeten“ Johnsons.

In Großbritannien fehlen nach Schätzungen des Branchenverbands Road Haulage Association etwa 100 000 Lastwagenfahrer. Deshalb kam es vielerorts zu Engpässen und leeren Supermarktregalen. Die Energiekonzerne BP und Esso konnten wegen des Fahrermangels einige Tankstellen nicht mehr mit Kraftstoff versorgen. Auch andere Branchen wie die Fleischhersteller klagen über einen eklatanten Fachkräftemangel. Seit dem Brexit müssen EU-Bürger, die neu zur Arbeit nach Großbritannien ziehen, teure Visa besorgen.

Vor einigen Tankstellen bildeten sich lange Schlangen, nachdem die Lieferprobleme bekannt wurden. Die Energiekonzerne BP und Esso schlossen einige Tankstellen, an anderen gab es entweder nur noch Benzin oder Diesel. Der Betreiber EG Group führte an den Zapfsäulen eine Obergrenze von 30 Pfund (35 Euro) je Kunde ein. Die Regierung betonte, Panikkäufe seien nicht notwendig. „Es gibt keinen Kraftstoffmangel“, twitterte Kabinettsmitglied Nadine Dorries. „Ich wiederhole: ES GIBT KEINEN KRAFTSTOFFMANGEL!!“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Aus von Minijobs? CDU Generalsekretär rechtfertigt Reform-Vorschlag
29.06.2026

Die Koalition ringt um Sozialreformen, und bei der Rente sorgt eine Experten-Empfehlung zu Minijobs für Wirbel. Der CDU-Generalsekretär...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Großbritanniens EU-Austritt 2016: So hoch fiel die Rechnung für den Brexit aus
29.06.2026

Man hatte eine Rezession, hohe Arbeitslosigkeit und wirtschaftliches Chaos prophezeit. Zehn Jahre nach dem Brexit ist klar, dass die...

DWN
Politik
Politik Staatskrise Deutschland: Minderheitsregierung oder Neuwahlen - was wäre denkbar?
28.06.2026

Die schwarz-rote Regierung unter Kanzler Merz geht dem Ende zu - trotz aktueller Durchhalteparolen vor der Sommerpause mit möglichen...

DWN
Politik
Politik Ben Wallace war einer der wichtigsten Verbündeten der Ukraine: Nun prognostiziert er Putins nächsten Schritt
28.06.2026

Der ehemalige britische Verteidigungsminister Ben Wallace ist der Ansicht, dass sich die NATO auf einen russischen Präsidenten einstellen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Minijob 2026: Rückkehr in die Rentenversicherung möglich – was zu beachten ist
28.06.2026

Wer sich als Minijobber von der Versicherungspflicht befreien ließ und bislang keinen Eigenanteil für die Rentenversicherung zahlt, kann...

DWN
Finanzen
Finanzen Die schwankende Adobe-Aktie wird immer attraktiver
28.06.2026

Die Adobe-Aktie ist stark gefallen und wirkt im Vergleich zu vielen Tech-Werten günstig bewertet. Doch Anleger fragen sich, ob Adobe seine...

DWN
Finanzen
Finanzen Experteninterview: Welche Finanzierungsalternativen Unternehmen kennen sollten
28.06.2026

Für viele Mittelständler ist Finanzierung zunehmend eine strategische Herausforderung. Besonders kritisch wird es, wenn Investitionen gar...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Betriebsbedingte Kündigung wegen Stellenabbau: Die wichtigsten Fakten
28.06.2026

Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage erleben viele deutsche Arbeitnehmer derzeit eine Kündigungswelle. Häufig begründen...