Unternehmen

Weil Wirksamkeit nachlässt: Biontech plant neuen Corona-Impfstoff für nächstes Jahr

BioNTech zufolge werden die derzeitigen Covid-19-Impfstoffe von Mutationen untergraben. Dies mache neue Impfstoffe notwendig.
04.10.2021 11:00
Aktualisiert: 04.10.2021 11:22
Lesezeit: 1 min

Der Geschäftsführer des Mainzer Biotechnologiekonzerns BioNTech, Uğur Şahin, ist im letzten Jahr in die Liste der 500 reichsten Deutschen aufgestiegen. Zusammen mit seiner Frau Özlem Türeci hatte er das Unternehmen 2008 gegründet, das im letzten Jahr den ersten Impfstoff gegen Covid-19 entwickelte. Nun beträgt ihr Vermögen 13,5 Milliarden Euro.

Die Zwillinge Andreas und Thomas Strüngmann, denen zusammen die Hälfte von BioNTech gehört, stehen nun mit Vermögen von jeweils rund 24 Milliarden Euro zusammen auf Rang 6 in der Liste der reichsten Deutschen, wie die neueste Schätzung des Managermagazins zeigt. Auch die Zukunft von BioNTech verspricht erhebliche Gewinne mit Covid-19.

Laut Uğur Şahin wird wahrscheinlich bis Mitte nächsten Jahres ein neuer Impfstoff benötigt, da im Laufe der Zeit Mutationen auftreten werden, die der Immunabwehr des Körpers entgehen können. "Dieses Jahr ist ein neuer Impfstoff völlig überflüssig, aber Mitte nächsten Jahres könnte die Situation schon anders aussehen", sagte der BioNTech-Chef gegenüber der Financial Times.

Eine Partnerschaft zwischen dem deutschen Biotech-Unternehmen und dem US-Pharmakonzern Pfizer brachte im vergangenen Jahr den ersten Covid-19-Impfstoff auf den Markt. Das Vakzin war auch der erste Impfstoff auf der Grundlage der mRNA-Technologie, der eine Zulassung erhalten hat, und war in diesem Jahr das weltweit meistverkaufte Medikament.

In diesem Jahr ist Şahin zufolge noch kein neuer Impfstoff gegen Covid-19 nötig. Denn die derzeit im Umlauf befindlichen Virusvarianten, insbesondere der Delta-Stamm, seien zwar ansteckender, aber nicht so unterschiedlich von der Ausgangsvariante, dass sie die Wirksamkeit der derzeitigen Impfstoffe untergraben würden.

Auffrischungsimpfungen, die sogenannten Booster, scheinen in der Lage zu sein, die Hauptvarianten zu bekämpfen, so Sahin. Das Virus werde jedoch mit der Zeit Mutationen entwickeln, die der durch den Impfstoff ausgelösten Immunantwort entgehen können. Daher werde eine "maßgeschneiderte" Version erforderlich sein, die speziell auf den neuen Stamm abzielt.

"Dieses Virus wird bleiben, und das Virus wird sich weiter anpassen", sagte Şahin der Financial Times. "Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass die nächste Generation des Virus für das Immunsystem leichter zu handhaben sein wird als die bestehende Generation. Es handelt sich um eine kontinuierliche Evolution, und diese Evolution hat gerade erst begonnen."

Şahin sagt voraus, dass es bis zum nächsten Jahr zwei Hauptrichtungen von Impfprogrammen geben wird. Es werde Auffrischungsimpfungen für diejenigen geben, die bereits geimpft wurden, und es werden weiterhin Menschen erstmals geimpft, die bisher keinen Zugang hatten. Prognosen über die künftigen Preise der BioNTech/Pfizer-Impfstoffe wollte er vorerst nicht nennen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Unternehmen
Unternehmen Teilkrankschreibung gegen hohe Fehlzeiten: Ist die Regelung sinnvoll?
05.05.2026

Krank, aber nicht ganz arbeitsunfähig – das soll künftig möglich sein: Im Zuge der neuen Gesundheitsreform hat die Bundesregierung die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Stromnetz im Kostencheck: Welche Technologien langfristig überzeugen
05.05.2026

Europas Stromversorgung steht vor einer neuen Kostenlogik, in der erneuerbare Energien, Speichertechnologien und verlässliche Grundlast...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie steigt trotz schwachem Quartal
05.05.2026

Die Zahlen fallen schwächer aus als erwartet, doch die Aktie reagiert überraschend robust. Statt Abverkauf setzt Rheinmetall auf eine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit greift Commerzbank an: Übernahme rückt näher
05.05.2026

Unicredit macht Ernst und treibt die Übernahme der Commerzbank mit Tempo voran. Doch Widerstand aus Berlin und Frankfurt könnte den Deal...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biontech-Aktie: 1.860 Stellen in Gefahr
05.05.2026

Biontech zieht die Notbremse und fährt Kapazitäten drastisch herunter. Der Sparkurs trifft Standorte weltweit – und bringt Tausende...

DWN
Politik
Politik Olena Zelenska über den Krieg: Was die Ukraine heute zusammenhält
05.05.2026

Olena Zelenska steht im Ukraine-Krieg für eine Form von Widerstand, die weit über Politik hinausreicht und psychische Gesundheit,...

DWN
Technologie
Technologie KI frisst Google: Warum Unternehmen ihre Sichtbarkeit verlieren - und wie sie das ändern
05.05.2026

Jahrelang investierten deutsche Unternehmen erhebliche Budgets in die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Wer bei Google auf Seite eins stand,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schnappt sich BYD die Gläserne Manufaktur in Dresden?
05.05.2026

BYD: Der chinesische E-Auto-Marktführer will nach Deutschland – und hat dabei offenbar ein ehemaliges Volkswagen-Werk im Blick.