Deutschland

Erstes deutsches Kraftwerk muss Betrieb wegen Kohlemangel einstellen

In Nordrhein-Westfalen musste am Wochenende ein Kohlekraftwerk abgeschaltet werden, weil keine Kohle mehr verfügbar war. Unterdessen explodieren die Strompreise.
04.10.2021 12:04
Aktualisiert: 04.10.2021 12:04
Lesezeit: 1 min

Grafik: Entwicklung der Großmarktpreise für Strom in Deutschland. (Grafik: Zerohedge)

In Deutschland musste erstmals seit Langem ein Kohlekraftwerk den Betrieb einstellen, weil keine Kohle mehr verfügbar war. Wie Bloomberg berichtet, musste die Betreibergesellschaft Steag am Wochenende das Werk Bergkamen-A außerplanmäßig abschalten. Wann der Betrieb wiederaufgenommen werden kann, ist nicht absehbar.

„Wir haben keine Kohle mehr“, zitiert Bloomberg einen Sprecher des Unternehmens. „Es herrscht ohnehin schon eine starke Nachfrage nach Kohle und zweitens auch für Transportkapazitäten in der Flussschifffahrt. Und weil Bergkamen über keine Bahnanbindung verfügt, gibt es für uns keine logistischen Alternativen.“

Steag betreibt in Deutschland insgesamt sechs Kohlekraftwerke mit einer kombinierten Leistung von rund 4.000 Megawatt.

Erst vor wenigen Tagen musste der erste Gasversorger in Deutschland angesichts der rapide steigenden Erdgaspreise den Betrieb einstellen. Sowohl für Kohle als auch für Erdgas steigen die Preise inzwischen in schwindelerregende Höhen. Auch die Strompreise explodieren in Deutschland - angefacht von Klima-Steuern wie der Anfang des Jahres eingeführten Sondersteuer auf Kohlenstoffdioxid (CO2) - sowie infolge der extrem steigenden Preisen im europäischen Handel für CO2-Emissionszertifikate.

Beobachter verweisen inzwischen verstärkt darauf, dass es in Deutschland und Europa im Falle eines kalten Winters zu ernsten Versorgungsengpässen bei Energie, Strom und Heizwärme kommen könnte, weil die Lagerbestände für Erdgas ungewöhnlich niedrig sind. Zudem herrscht auch in Teilen Asiens eine Knappheit bei Kohle und Erdgas, weshalb auch dort eine starke Nachfrage auf ein derzeit schwaches Angebot stößt. Es könnte in der Folge ein Bieterwettbewerb zwischen europäischen und asiatischen Energieimporteuren entstehen, welcher die Preise zusätzlich nach oben treibt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Unternehmen
Unternehmen Brady macht Schluss mit Kabeln im Industrie-Etikettendruck

Industrie-Kennzeichnung galt lange als stationär, schwer und kabelgebunden. Brady bringt nun einen Hybrid-Drucker auf den Markt, der...

DWN
Politik
Politik Friedenssignale aus Teheran: Warum Trump den Iran-Krieg kaum als Sieg verkaufen kann
07.05.2026

Die Märkte setzen auf Entspannung im Iran-Konflikt, doch Trump steht vor einer politischen Niederlage und die Zukunft der Straße von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rohstoffmärkte unter Druck: Was den Kupferpreis jetzt bewegt
07.05.2026

Der Kupferpreis steht im Zentrum neuer Machtverschiebungen an den Rohstoffmärkten. Wie stark kann KGHM davon profitieren, wenn Geopolitik,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Effizienz-Schock bei DeepL: Kölner KI-Aushängeschild entlässt 250 Mitarbeiter
07.05.2026

Das Kölner Vorzeige-Startup DeepL galt lange als die deutsche Antwort auf das Silicon Valley. Doch trotz technischer Erfolge zieht das...

DWN
Politik
Politik Energiewende-Pläne: Umweltminister Schneider stoppt Entwurf von Reiche
07.05.2026

Im Streit um die Energiewende zeigt sich die Bundesregierung tief gespalten. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) lehnte die Pläne von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kraftwerksgesetz: Kartellamt warnt vor Einschränkung des Wettbewerbs
07.05.2026

Das Kartellamt äußert massive Kritik am geplanten Kraftwerksgesetz (StromVKG) des Wirtschaftsministeriums. Laut einer aktuellen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Warsteiner Brauerei: Konzern schließt Standorte und bündelt Bierproduktion
07.05.2026

Die Warsteiner Brauerei (Haus Cramer Gruppe) reagiert auf den sinkenden Bierkonsum in Deutschland mit einem drastischen Kapazitätsabbau....

DWN
Technologie
Technologie KI-Gesetz der EU: Neues Verbot für Missbrauch-Deepfakes beschlossen
07.05.2026

Die EU verschärft das KI-Gesetz und verbietet künftig sexualisierte Deepfakes sowie KI-Inhalte, die Kindesmissbrauch darstellen....

DWN
Finanzen
Finanzen Knorr-Bremse Aktie: Profitabilität steigt deutlich – Kurs legt nach Quartalszahlen zu
07.05.2026

Die Knorr-Bremse Aktie steht bei Anlegern heute hoch im Kurs: Trotz eines schwierigen Marktumfelds im Nutzfahrzeugsektor konnte der...