Finanzen

EZB: Aktionspläne der Banken gegen Risiken durch Klimawandel werden verpflichtend

Die EZB will die Banken im Euro-Raum dazu verpflichten, langfristige Aktionspläne gegen ihre Anfälligkeit für Klimarisiken auszuarbeiten.
20.10.2021 10:51
Aktualisiert: 20.10.2021 10:51
Lesezeit: 1 min

Die Banken im Euroraum sollten laut EZB-Direktor Frank Elderson gesetzlich verpflichtet werden, langfristige Aktionspläne gegen ihre Anfälligkeit für Klimarisiken aufzulegen. Angesichts des schnell voranschreitenden Klimawandels sei es nun an der Zeit zu handeln, betonte er am Mittwoch. „Nur wenn verpflichtende Übergangspläne eingeführt werden, können die hehren Absichten der Banken für die nächsten 30 Jahre jetzt auch in konkrete Aktionspläne umgemünzt werden“, sagte der Niederländer auf einer Finanzmarktaufsichtskonferenz in Wien. Die Geldhäuser sollten den nächsten Schritt im Risikomanagement gehen, sagte Elderson.

Dabei sei es nötig, den Blick nicht nur auf die unmittelbare Zukunft, sondern auf die nächsten 30 Jahre zu richten. Zugleich sollten sich die Banken hinsichtlich ihrer Anfälligkeit für Klimarisiken Zwischenziele setzen, damit sie fit für die zur Jahrhundertmitte angestrebte klimaneutrale Wirtschaft würden. Es müssten strukturelle Veränderungen beim Geschäftsbetrieb her, damit die Banken ihre Ziele auch erreichten. Damit solle verhindert werden, dass sich Risiken für sie und das gesamte Finanzsystem aufbauten.

Elderson ist EZB-Direktor und zugleich Vize-Chef der EZB-Bankenaufsicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits damit begonnen, größere Bereiche der Wirtschaft in einem gesamtwirtschaftliche Klimastresstest auf ihre Anfälligkeit für Klimarisiken zu prüfen. Die EZB-Bankenaufsicht hat zudem einen Leitfaden für Geldhäuser zu Klima- und Umweltrisiken erstellt. Zu den durch den Klimawandel für Banken drohenden Gefahren gehören etwa Investments in emissionsintensive Unternehmen und klimaschädliche Branchen. Denn bei diesen könnten sich die Kurse rapide ändern - etwa durch Schwenks in der Politik, durch große Klimavorfälle oder sich ändernde Einstellungen der Anleger. Auch Gefahren für die Geschäftstätigkeit wegen extremer Wetterbedingungen gehören dazu.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Wie Twitch, Kick & Co. die Unterhaltungsbranche prägen

Das Bild der Unterhaltungsbranche hat sich dramatisch gewandelt. Dabei wurde aus einer Einbahnstraße eine Autobahn mit unzähligen Spuren...

DWN
Politik
Politik Russland-Ölpreisdeckel: Warum der Iran-Krieg Putins Ölgeschäft entlasten könnte
03.06.2026

Die EU wollte Russlands Öleinnahmen kappen, nun bringt ausgerechnet der Iran-Krieg den Preisdeckel ins Wanken. Wenn die Ölpreise weiter...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft OECD warnt: Nahostkonflikt bremst Konjunktur in Deutschland
03.06.2026

Laut OECD-Prognose geraten Konsum und Investitionen durch den Nahostkonflikt weltweit ins Stocken. Was passiert, wenn der Konflikt noch...

DWN
Politik
Politik SPIEF startet: Selenskyj lobt Drohnentruppen nach Attacke auf Petersburg
03.06.2026

In Sankt Petersburg auf dem Wirtschaftsforum will Kremlchef Putin internationalen Gästen zeigen, wie gut Russland vier Jahre nach...

DWN
Immobilien
Immobilien Heizungsgesetz: Mehrheit privater Vermieter scheut energetische Sanierungen
03.06.2026

Heizung, Dämmung, Fenster: Die Modernisierung des Immobilienbestands in Deutschland ist ein Schlüssel für die Klimaneutralität in...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutschlands größte Molkerei wird dänisch : Arla übernimmt Milram
03.06.2026

Milram, Humana und Alete: Deutschlands größte Molkerei wird ins EU-Ausland abgegeben. Das Deutsche Milchkontor (DMK) aus Bremen...

DWN
Panorama
Panorama El Niño kommt: Was das für die Welt bedeutet
03.06.2026

El Niño könnte 2027 zum heißesten Jahr aller Zeiten machen. Was das für die Preise im Supermarkt und unser Wetter in Europa bedeuten...

DWN
Politik
Politik Digitale Souveränität: Europas Alltag hängt an US-Technologie
03.06.2026

Europa will sich von Google, Microsoft und anderen US-Konzernen lösen. Doch der Alltag von Behörden, Unternehmen und Bürgern zeigt, wie...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktüberblick: Wall-Street-Rallye hält an, da Arbeitsmarktbericht Zeichen von Widerstandsfähigkeit zeigt
02.06.2026

Überraschende Entwicklungen und starke Unternehmenszahlen sorgen für Bewegung – was Anleger jetzt wissen müssen.