Deutschland

Warum will die Stiko, dass sich die Menschen mRNA-Impfstoffe verpassen lassen?

Die Vektorimpfstoffe wurden während der Corona-Krise weitgehend schlecht geredet. Jetzt legt die Stiko einen Zahn zu. Sie empfiehlt, dass sich Personen, die sich mit dem Impfstoff Johnson & Johnson geimpft haben lassen, sich nochmal mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen.
20.10.2021 12:56
Aktualisiert: 20.10.2021 12:56
Lesezeit: 1 min

Die Ständige Impfkommission (Stiko), die sich mittlerweile den Vorgaben der Politik unterworfen hat, teilt in einer Mitteilung mit: „Im Verhältnis zur Anzahl der verabreichten Impfstoffdosen werden in Deutschland die meisten COVID-19-Impfdurchbruchserkrankungen bei Personen beobachtet, die mit der COVID-19 Vaccine Janssen geimpft wurden. Weiterhin wurde für den Janssen-Impfstoff im Unterschied zu den anderen zugelassenen Impfstoffen eine vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante beobachtet. Aufgrund des ungenügenden Impfschutzes nach der bislang bei diesem Impfstoff nur einen empfohlenen Impfstoffdosis empfiehlt die STIKO, eine Grundimmunisierung mit der COVID-19 Vaccine Janssen mit einem mRNA-Impfstoff als weitere Dosis zu optimieren. Personen, die bisher eine Impfstoffdosis der COVID-19 Vaccine Janssen erhalten haben, sollen eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis ab 4 Wochen nach der Janssen-Impfung erhalten.“

Im Verlauf der gesamten Debatte fällt auf, dass die Menschen dazu motiviert werden sollen, sich mRNA-Impfstoffe verpassen zu lassen. Der Impfstoff von Johnson & Johnson, der in der Öffentlichkeit schlecht geredet wird, ist ein Vektorimpfstoff, während beispielsweise der BioNTech-Impfstoff ein mRNA-Impfstoff ist.

Das Bundesgesundheitsministerium umschreibt Vektorimpfstoffe mit folgenden Worten: „Vektorimpfstoffe bestehen aus für den Menschen harmlosen Viren, den sogenannten Vektoren. Die Vektoren sind im Menschen nicht oder nur sehr begrenzt vermehrungsfähig. Damit das menschliche Immunsystem die Abwehr gegen den Krankheitserreger aufbauen kann, muss es mit Molekülen (Antigenen) des Krankheitserregers in Kontakt kommen. Dies kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden. Entweder kann in einem Vektor ein Molekül aus der Virushülle des Vektors gegen ein Molekül aus der Hülle des Krankheitserregers ausgetauscht sein. Oder der Vektor enthält die Information zum Aufbau von einem oder mehreren Protein-Molekülen (Antigenen) des Krankheitserregers. Diese Information wird dann in der menschlichen Zelle abgelesen, das Antigen des Krankheitserregers hergestellt und dem Immunsystem präsentiert. Somit wird die beim Impfen erwünschte Immunantwort ausgelöst.“

Über mRNA-Impfstoffe führt das Ministerium aus: „Bei diesen Impfstoffen werden keine Krankheitserreger oder deren Bestandteile (Antigene) für die Immunisierung benötigt. Durch die Impfung wird den Zellen im Muskelgewebe in Form einer mRNA (messenger-RNA bzw. Boten-RNA) nur die Information für die Herstellung einzelner Antigene übertragen. Ähnlich der Infektion mit einem Virus, beginnt die Zelle nach dem Bauplan der mRNA mit der Produktion von Proteinen, die als Antigene dem Immunsystem präsentiert werden und eine Immunantwort auslösen. Da es sich nur um einzelne Proteine handelt, die von den Zellen hergestellt werden, ist mit dieser Methode keinerlei Infektionsrisiko vorhanden.“

Kurzum: mRNA-Impfstoffe werden im Gegensatz zu Vektorimpfstoffen nicht mit einem Trägervirus (Vektor), sondern über flüssige Nano-Partikel in die Zellen eingebracht.

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