Deutschland

Deutsche Dienstleister heben Preise im Rekordtempo an

Die deutschen Dienstleister erhöhen ihre Preise. "Viele Branchenakteure sind bemüht, ihre drastisch gestiegenen Ausgaben an ihre Kundschaft weiterzugeben", sagte Markit-Ökonom Phil Smith.
04.11.2021 10:51
Aktualisiert: 04.11.2021 10:51
Lesezeit: 1 min
Deutsche Dienstleister heben Preise im Rekordtempo an
Überall steigen die Preise. (Foto: dpa) Foto: Jens Büttner

Die deutschen Dienstleister heben ihre Preise einer Umfrage zufolge in Rekordtempo an. Ihre Verkaufspreise legten im Oktober bereits den dritten Monat infolge auf ein Rekordhoch zu, wie das Institut IHS Markit am Donnerstag zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. "Viele Branchenakteure sind bemüht, ihre drastisch gestiegenen Ausgaben an ihre Kundschaft weiterzugeben", sagte Markit-Ökonom Phil Smith.

Ein Großteil der Dienstleister gab an, dass ihre Ausgaben für Energie, Treib- und Rohstoffe zugelegt hätten. "Manche sprachen auch von erhöhten Arbeits- und Lohnkosten", so das Institut. Immer mehr Dienstleister versuchten deshalb, ihre gestiegenen Aufwendungen an ihre Kundschaft weiterzugeben.

Auch wegen des zunehmenden Inflationsdrucks hat sich der Aufschwung im Service-Sektor zu Beginn des vierten Quartals erneut verlangsamt. Der Einkaufsmanagerindex sank 3,8 auf 52,4 Punkte. Das Barometer blieb aber über der Marke von 50, ab der es ein Wachstum signalisiert.

"Ermutigend ist, dass viele Dienstleister im Umfragemonat weiterhin neue Mitarbeiter einstellten und so die Erholung auf dem Arbeitsmarkt ordentlich vorantrieben", sagte Ökonom Smith. "Der Service-Sektor entpuppt sich als zunehmend wichtig für die kurzfristigen Beschäftigungsaussichten im Privatsektor." In der Industrie hingegen schwäche sich der Jobaufbau zusehends ab.

Auch in der Euro-Zone insgesamt schalteten die Dienstleister im Oktober einen Gang zurück. Hier sank der Einkaufsmanagerindex um 1,8 auf 54,6 Punkte. "Es gibt bereits Anzeichen dafür, dass die steigenden Infektionszahlen die Aktivität in vielen Dienstleistungsbranchen dämpfen", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson angesichts der vierten Corona-Welle in Europa. Dabei sei die Wirtschaft gerade jetzt auf die Dienstleister als Impulsgeber angewiesen, da die Industrie unter erheblichen Materialengpässen leide.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Shein an der Börse: Wer bei Fast Fashion jetzt vorn liegt
05.09.2026

Der chinesische Konzern Shein hat sich an der Börse den größten Namen der Fast Fashion angeschlossen. Doch wie läuft es bei seinen...

DWN
Politik
Politik 37 Jahre alt und rund 15 Milliarden Euro schwer: Das ist Mario Draghis neuer Partner
05.09.2026

Der frühere EZB-Chef und ehemalige italienische Ministerpräsident Mario Draghi hat sich mit einem irischen Tech-Milliardär...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bahn-Sanierung ohne monatelange Vollsperrungen: VCD legt Gegenentwurf vor
05.09.2026

Die Bahn will ihr marodes Schienennetz mit groß angelegten Generalsanierungen zuverlässiger machen. Doch das bisherige Konzept bringt...

DWN
Finanzen
Finanzen Restaurant-Aktien: Zwei Wachstumswetten für die nächsten 20 Jahre
05.09.2026

Tech-Aktien gelten als erste Adresse für spektakuläres Wachstum. Doch zwei Restaurantketten aus den USA könnten Anlegern langfristig...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deepal S05 im Test: Der Chinese, der keiner sein will
05.09.2026

Der Deepal S05 kommt aus China, trägt aber deutlich europäische Züge. Entworfen wurde der Elektro-SUV in Turin, und genau das merkt man...

DWN
Politik
Politik Landtagwahl in Sachsen-Anhalt: Was Sie über die Sachsen-Anhalt-Wahl wissen sollten
05.09.2026

Sachsen-Anhalt steht vor einer Wahl, deren Folgen weit über Magdeburg hinausreichen könnten. Die AfD liegt vorn, mögliche Mehrheiten...

DWN
Finanzen
Finanzen Anleihen: Warum Schulden so teuer sind wie lange nicht
05.09.2026

Die Renditen langfristiger Staatsanleihen großer Volkswirtschaften sind auf Niveaus gestiegen, die teils seit der Finanzkrise nicht mehr...

DWN
Technologie
Technologie Biometrie-Panne: Die gefährlichste Rolle ist der Zwilling
05.09.2026

Manche Dinge sind offenbar selbst für die klügsten Systeme eine zu große Herausforderung. Und dies ist eine Glosse genau über diese...