Technologie

Der Begriff „Erneuerbare Energien“ ist eine bewusste naturwissenschaftliche Täuschung

Ulrich Sackstedt setzt sich in einem meinungsstarken Artikel mit dem unerschütterlichen Glauben an die Effizienz der sogenannten Erneuerbaren Energien auseinander.
21.11.2021 15:12
Lesezeit: 2 min
Der Begriff „Erneuerbare Energien“ ist eine bewusste naturwissenschaftliche Täuschung
Ein Sturm hat diesem Windrad die Flügel abgerissen. (Foto: dpa)

Wenn wir nun täglich, ja fast stündlich, den Begriff „erneuerbare Energien“ als Medizin eingetrichtert bekommen, so erscheint mir dies als der Versuch, uns das bekannte X für ein U vorzumachen, das heißt, uns sozusagen gegen bewährtes und logisches Denken zu immunisieren.

Was kann eigentlich erneuert werden, was ist „erneuerbar“?

Erneuerbar sind abgefahrene Reifen, die man runderneuern kann.

Dabei wird auf die Karkasse eine frische, unverbrauchte Schicht Gummi aufgetragen und der Reifen damit wieder gebrauchsfähig gemacht.

Oder denken wir an den Straßenbelag. Die Bitumenschicht muss alle paar Jahre erneuert werden, weil sie durch Dellen, Verwerfungen, Risse und Abrieb zerstört wird.

Wir können auch den Anstrich unseres Hauses erneuern, weil die alte Farbe Flecke bekommen hat oder abblättert.

Was aber ist an Energiegewinnungsverfahren erneuerbar?

Antwort: Nichts!

Hier handelt es sich um eine Begriffstäuschung. Hier wird nichts erneuert, denn es ist auch nichts gealtert. Die gelieferte Energie ist zwar beim Endabnehmer „verbraucht“, aber sie ist physikalisch nicht verlorengegangen, da sie nur in Wärme oder Bewegung umgewandelt wurde. Da auch Windanlagen und Sonnenzellen natürlichen Schwankungen unterworfen sind, können sie nicht ständig Energie liefern. Auf dem gesamten Planeten geht nichts verloren, es wird höchstens umgewandelt.

Am besten schneidet bei der Energienutzbarmachung die Wasserkraft ab, was die Beständigkeit betrifft, sie nutzt die Schwerkraft als Antriebsquelle. Als ebenfalls zuverlässige Quelle kommt die Erdwärme dazu, die aber nur an einigen Stellen des Erdballs verfügbar ist.

Statt „erneuerbar“ müsste es korrekt heißen „nicht-fossile Energie“ oder besser „unbeständige Energie“.

Denn was in unserem Land seit vielen Jahren als erneuerbar gepriesen wird, ist ja keineswegs beständig, da Wind und Sonne zwar unentgeltlich liefern – zumindest so lange Wall Street da nicht eingreift – aber den natürlichen Schwankungen von Tag/Nacht und denen der thermisch bedingten Luftzirkulation unterworfen sind.

Mit unbeständigen Energiequellen eine Volkswirtschaft aufrechterhalten zu wollen, ist also von vornherein als Irrtum zu bezeichnen, denn auch eine Volkswirtschaft ist auf beständigen Energie-Nachschub angewiesen.

Die ganze Republik mit landschaftsfressenden und naturschädlichen Windpropellern zuzupflastern, bringt überhaupt nichts. Nicht mehr als ein Prozent verlässlicher Grundlast kann von den über 30.000 Windkraftanlagen und den Photovoltaikplatten zur Verfügung gestellt werden, hat der Experte Henrik Paulitz vorgerechnet. Es ist also alles nur heiße Luft, was uns da versprochen wird.

Wie wir jetzt durch die immer häufiger auftretenden Blackouts merken, ist auch die Trickserei mit den Netzen nicht unbegrenzt einzusetzen, denn das Hin-und-Herschalten des Stromtransports zwischen uns und den Nachbarländern ist ebenso kompliziert wie unbeherrschbar und damit unverantwortlich zu nennen. Außerdem kommt dort der Strom aus Atom- und Kohlesteckdosen, die man ja eigentlich vermeiden möchte. Diese Verbundnetzmethode entspricht dem Denken des „just-in-time“ der Industrie, die keine Lagerhaltung mehr vornehmen will und dadurch das Risiko eingeht, dass bei ausbleibender Lieferung die Produktion stillsteht. Das kann es wohl nicht sein.

Wir brauchen also eine Rückkehr der Energiegewinnung von den sogenannten „Erneuerbaren“ zu den verlässlichen Energiequellen. Dies wird erst dann möglich sein, wenn ideologische Scheuklappen abgefallen sind und der naturwissenschaftlich klare Blick auf das Machbare sich wieder durchgesetzt hat, statt in unterwürfiger Gläubigkeit den Orchestrierern von Wunschszenarien einer sogenannten Dekarbonisierung alles, aber auch alles zu glauben.

Übrigens - die gesamte Natur ist auf dem Element Kohlenstoff aufgebaut, wie auch der Mensch selbst ein kohlenstoffbasiertes Wesen ist. Das lebenswichtige Kohlendioxid ist als Pflanzennährstoff der Garant für das Leben schlechthin. Welchen Grund gibt es also für eine Dekarbonisierung?

Bleibt zu hoffen, dass das Ganze nicht auf das bekannte „wer nicht hören will, muss fühlen“, hinausläuft ...

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Inflation: Warum der KI-Boom Ihr Erspartes entwerten könnte
06.07.2026

Künstliche Intelligenz soll die Wirtschaft produktiver machen, Prozesse beschleunigen und Wohlstand schaffen. Doch bevor dieser Effekt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische ChatGPT-Alternative: Warum ein 79-jähriger Unternehmer Big Tech herausfordert
06.07.2026

Ein dänischer Unternehmer und ein selbst ernannter KI-Guru wollen zeigen, dass Europa nicht länger auf amerikanische Tech-Giganten...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Billiganbieter: Temu, Shein und Co. steigern Marktanteil auf Rekordwert
06.07.2026

Die Verbraucher in Deutschland geben online immer mehr Geld bei Shoppingplattformen wie Temu oder Shein aus. Während die asiatischen...

DWN
Politik
Politik Haushalt 2027: Höhere Neuverschuldung - Kritik an Haushaltsplänen
06.07.2026

Mehr Geld vor allem für Verteidigung, höhere Schulden - und Kürzungen im Klimafonds. Das prägt den Entwurf der Bundesregierung für...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau bei Porsche: Konzern streicht weitere 4.000 Jobs
06.07.2026

Wegen der Absatzkrise fallen beim Sportwagenhersteller Porsche bereits mehr als 4.000 Stellen weg. Diese Zahl könnte einem Bericht zufolge...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Geschäftsgründung ohne Kredit: Wenn Banken nicht an die Idee glauben
06.07.2026

Ein eigenes Café klingt nach Freiheit, Stil und Selbstbestimmung. Für Anella Veebel bedeutet es vor allem frühe Morgen, hohe Mieten und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Duale Ausbildung in der Krise: Deutschland verliert Azubis, andere Länder nicht
06.07.2026

In Deutschland gibt es heute rund ein Fünftel weniger Auszubildende als 2004. In Österreich fällt das Minus halb so stark aus, die...

DWN
Politik
Politik Umstrittene EEG-Reform: Grüne wollen Reiche in Ausschuss zitieren
06.07.2026

Wegen Verzögerungen bei der geplanten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wollen die Grünen Wirtschaftsministerin...