Deutschland

Studie: Schuhbranche wird 2022 wieder Vorkrisenniveau erreichen

Die Zahl der Schuhgeschäfte war ohnehin rückläufig - und dann kam Corona. Nun sagt eine neue Studie: 2022 und 2023 soll es für die Branche kräftig aufwärts gehen. Doch der Online-Anteil dürfte hoch bleiben.
16.12.2021 10:55
Lesezeit: 1 min

Der Schuhhandel in Deutschland wird nach einer Studie der Unternehmensberatung PwC im kommenden Jahr erstmals wieder an die Umsätze vor der Corona-Krise anknüpfen können. In den folgenden Jahren sei dann wieder mit spürbaren Umsatzzuwächsen zu rechnen, prognostizierte die Unternehmensberatung in ihrer aUntersuchung „Der deutsche Schuheinzelhandel“.

Allerdings ist die Rückkehr zu früheren Umsatzhöhen PwC zufolge vor allem dem Online-Handel zu verdanken. „Der stationäre Anteil wird auch langfristig unter dem Niveau von 2019 verharren und weiter schrumpfen“, sagte der PwC-Handelsexperte Patrick Ziechmann voraus. Auch nach der Pandemie würden die Menschen vermehrt das Internet zum Kauf von Schuhen nutzen.

Im Corona-Jahr 2020 war der Schuhmarkt in Deutschland - nicht zuletzt wegen des monatelangen Lockdowns - um 17 Prozent auf 10 Milliarden Euro eingebrochen. 2021 ging zwar wieder etwas aufwärts. Doch dürfte auch in diesem Jahr das Vorkrisenniveau laut PwC noch deutlich verfehlt werden.

Der Corona-Schock traf eine Branche, die ohnehin im Umbruch war. „Vor allem der stationäre Markt für Schuhe schrumpft schon seit Längerem“, betonte Ziechmann. Gab es 2011 noch 13 400 Filialen von Schuhgeschäften, so sank ihre Zahl bis 2019 auf nur noch 10 .00. Hauptgrund war die Verschiebung der Umsätze ins Internet. Die Pandemie habe den Trend zum Online-Shopping bei Schuhen noch einmal beschleunigt, sagte Ziechmann. Allein 2020 stieg der Online-Anteil am Gesamtmarkt um 12 Prozentpunkte auf 38 Prozent.

Für 2022 und 2023 rechnen die PwC-Experten mit einem kräftigen Wachstumsschub auf dem Schuhmarkt. Danach werde der Schuheinzelhandel voraussichtlich wieder zum vor der Pandemie üblichen langfristigen Entwicklungstrend von rund zwei Prozent Wachstum pro Jahr zurückkehren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gestiegene Betriebskosten: Wachsender Druck auf Produktionsbetriebe

Die deutsche Wirtschaft steht im Jahr 2026 vor enormen Herausforderungen, welche die Gewinnspannen der Betriebe spürbar verringern. Laut...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenz: So schützen Unternehmer ihr Privatvermögen
22.09.2026

Gerät die Firma ins Wanken, kann es schnell um mehr gehen als das Unternehmen. Plötzlich stehen auch Haus, Depot und Ersparnisse auf dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes-Benz-Aktie: Arbeitszeit in der Diskussion – Konzern setzt deutsche Werke unter Druck
22.09.2026

Mercedes hält seine deutschen Werke für zu teuer und fordert mehr Arbeit für das gleiche Geld. Um den Druck zu erhöhen, legt der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quereinstieg wird zum Karrieremodell: Wo Quereinsteiger gefragt sind
22.09.2026

Ein neuer Job, ein anderer Berufsweg, neue Perspektiven: Für immer mehr Menschen in Deutschland ist der Quereinstieg eine attraktive...

DWN
Finanzen
Finanzen Vonovia-Aktie unter Druck: Enteignungsdebatte kehrt zurück
22.09.2026

Die Vonovia-Aktie gerät nach der Berlin-Wahl erneut unter Druck und fällt auf den niedrigsten Stand seit Sommer 2023. Der Wahlsieg der...

DWN
Technologie
Technologie Datendurst: Rechenzentren verschärfen Deutschlands Wasserproblem
22.09.2026

Deutschlands Rechenzentrumskapazitäten sollen bis 2030 massiv wachsen, sich mindestens verdoppeln – und brauchen dafür nicht nur immer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen
22.09.2026

Neue Chancen für Maschinen, Arzneimittel und Schweinefleisch: Die Europäische Union und die Philippinen haben sich auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Evonik-Aktie: Chemiekonzern streicht 3.200 Stellen
22.09.2026

Evonik streicht 3.200 Stellen und will allein in Deutschland 2.150 Jobs abbauen. Der Chemiekonzern setzt zugleich auf Wachstum in Asien und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Onboarding neuer Mitarbeiter: Darauf kommt es an
22.09.2026

Die Vorstellungsgespräche sind geschafft, es wurde sich für einen passenden Bewerber entschieden und dieser hat ebenfalls zugesagt. Damit...