Deutschland

Statistisches Bundesamt: Pandemie führte zu Übersterblichkeit in Deutschland

Die Corona-Pandemie hat laut Statistischem Bundesamt zu einer Übersterblichkeit in Deutschland geführt.
09.12.2021 13:12
Lesezeit: 1 min
Statistisches Bundesamt: Pandemie führte zu Übersterblichkeit in Deutschland
Jens Spahn (CDU, r), Daniel Günther (CDU, 3.v.r), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, und weitere Politiker, Mediziner und Jornalisten stehen in einem Intensiv-Patientenzimmer an einer Patienten-Simulationspuppe Foto: Christian Charisius

Die Corona-Pandemie hat laut Statistischem Bundesamt zu einer Übersterblichkeit in Deutschland geführt. „Von März 2020 bis Mitte November 2021 sind in Deutschland mehr Menschen verstorben, als unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung zu erwarten gewesen wäre“, sagte der Vizepräsident der Behörde, Christoph Unger, am Donnerstag. Insgesamt starben 2020 bundesweit 985.600 Menschen, fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Allein aufgrund der Alterung der Bevölkerung wäre ein Anstieg der Sterbezahlen um zwei Prozent zu erwarten gewesen.

In den ersten zwölf Monaten der Pandemie von März 2020 bis Februar 2021 war die Sterblichkeit am höchsten. Insgesamt seien 71.000 Menschen oder 7,5 Prozent mehr gestorben als in den zwölf Monaten davor, teilte die als Destatis bekannte Behörde mit. Gleichzeitig sei die übliche Grippewelle im Winter 2020/21 nahezu komplett ausgefallen und es seien wegen sonstiger Infektionskrankheiten deutlich weniger Menschen gestorben. Die höhere Sterblichkeit sei trotz der strikten Corona-Vorgaben wie Lockdowns und Abstands- und Maskenvorschriften aufgetreten, sagte Unger. „Die Daten lassen nicht ermessen, was ohne die Maßnahmen passiert wäre.“

Bei 47.860 Verstorbenen im Jahr 2020 war Covid-19 Destatis zufolge die Haupttodesursache oder trug als Begleiterkrankung zum Tod bei. 70 Prozent der Corona-Toten waren älter als 80 Jahre und hätten vielfältige Vorerkrankungen gehabt wie Herzkrankheiten, Niereninsuffizienz und Diabetes. Auffällig sei zudem, dass mehr Männer als Frauen verstorben seien. In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen seien 79 Prozent der Toten männlich gewesen. Zudem erklärte Destatis, dass die Zahl der Selbstmorde im vergangenen Jahr abgenommen habe. 2020 habe es bei den Suiziden den zweitniedrigsten Wert seit 1980 geben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kupferpreise auf Rekordhoch: Warum das Kupfermetall knapp wird
01.11.2026

Das Industriemetall ist nicht nur bei Diebesbanden gefragt. Kaum eine Zukunftsbranche kommt ohne den Leiter zurecht. Nach Bewertung der IEA...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Server statt Spielzeug: Playmobil-Werk wird Rechenzentrum
01.11.2026

Die Mutter der bekannten Spielwarenmarke hat die Produktion ins Ausland verlagert. 350 Mitarbeitende verloren dabei ihren Arbeitsplatz....

DWN
Immobilien
Immobilien Preisschock am Bau: Neue KI soll explodierende Materialkosten und Baustopps verhindern
01.11.2026

Kriege, Krisen und explodierende Rohstoffpreise bringen die Baubranche zunehmend unter Druck. Bauprojekte werden teurer, Kalkulationen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Xiaomi-Elektroautos: Warum dieser Milliardär Volkswagen und Tesla gefährlich werden könnte
31.10.2026

Er verkaufte Smartphones, wurde Milliardär und stieg schließlich ins Autogeschäft ein. Mit seinem ersten Elektroauto gelang Xiaomi-Chef...

DWN
Panorama
Panorama Kommunale Schulden wachsen deutlich: Deutschlands Städte unter Druck, die KfW warnt
31.10.2026

Die integrierte Verschuldung der deutschen Kommunen ist 2025 deutlich gestiegen. Ende des Jahres entfielen rechnerisch 4.907 Euro Schulden...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 70 Jahre Fernsehwerbung: Das beste Marketing, das Deutschland nie vergessen hat
31.10.2026

Ein Fleck auf der Tischdecke, ein Waschmittel und ein Satz, der hängen blieb: 1956 begann die Fernsehwerbung in Deutschland. Seitdem haben...

DWN
Immobilien
Immobilien Heizungstausch finanzieren: So nutzen Eigentümer Förderung, Kredit und Steuerbonus
31.10.2026

Eine neue Heizung kann langfristig Geld sparen, verlangt zunächst aber eine beträchtliche Investition. Eigentümer müssen deshalb...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögensbarometer 2026: ETF-Boom hält an, Anteil der Privatanleger stagniert
31.10.2026

ETFs werden in Deutschland immer beliebter, doch der Anteil der Menschen mit Wertpapieren stagniert. Das neue Vermögensbarometer des...