Unternehmen

Längere Austauschzyklen: Smartphone-Hersteller müssen Verluste in dreistelliger Milliarden-Euro-Höhe verkraften

Die Nutzer von Smartphones halten immer länger an ihren Geräten fest. Für die gesamte Industrie hat das fatale Folgen.
16.02.2022 16:44
Aktualisiert: 16.02.2022 16:44
Lesezeit: 1 min

Die internationale Smartphone-Industrie verliert bis 2025 schätzungsweise 134 Milliarden Dollar oder 118 Milliarden Euro, weil die Austauschzyklen für die Geräte immer länger werden. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Studie, die der internationale Kreditversicherer Euler Hermes herausgegeben hat. „Allein im Jahr 2025 dürften die Umsatzeinbußen bei 36 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro) liegen. Insbesondere die Hersteller geraten dadurch unter Zugzwang und müssen sich an die neuen Gegebenheiten anpassen. Auch die Branchenkonsolidierung wird hier eine Rolle spielen, insbesondere in China und Vietnam“, sagte Aurélien Duthoit, Branchenexperte bei Euler Hermes. „Europäer tauschen ihre Geräte aktuell durchschnittlich nach rund 40 Monaten – das ist etwa ein Viertel länger als noch 2016“, erklärte Milo Bogaerts, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Darüber hinaus beschäftigt sich die Studie mit der Frage, ob der Mobilfunkstandard 5G der Industrie neue Impulse bringt, wie viele Experten immer behauptet haben. Auch hier ist das Resultat eher negativ. Die Umsätze blieben in den vergangenen Jahren deutlich unter der Rekordmarke von 2016 zurück, und auch 5G allein dürfte nicht ausreichen, um an diese Erfolge anzuknüpfen. 2020 sanken die Smartphone-Verkäufe auf den tiefsten Stand seit 2016. 2021 fand zwar eine leichte Erholung statt, allerdings war diese sehr enttäuschend im Vergleich zum pandemiebedingten Boom in anderen Verbraucherelektroniksparten wie etwa Computer oder Spielekonsolen. „Erfahrungen in China zeigen zudem, dass die Nutzer 5G zwar schätzen, aber sich nicht darauf stürzen. Insofern wird 5G der Industrie sicherlich Schwung verleihen, aber keinen Höhenflug“, fügte Bogaerts hinzu.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Technologie
Technologie Elektronische Patientenakte spärlich genutzt: Gesundheitsministerin will ePA attraktiver machen
15.02.2026

Gesundheitsministerin Nina Warken weiß, dass bisher nur ein Bruchteil der gesetzlich Versicherten die sogenannte ePA aktiv nutzen. Sie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB setzt auf strikte Regeln für Banken: Kapital als Stabilitätsanker
15.02.2026

Die EZB hält trotz politischen Drucks an strikten Kapitalregeln für Banken fest und warnt vor Risiken für die Finanzstabilität. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Historische Marke: Musks Vermögen überschreitet 800 Milliarden Dollar
14.02.2026

Elon Musk überschreitet als erster Unternehmer die 800-Milliarden-Dollar-Marke und baut seinen Vorsprung an der Spitze der Forbes-Liste...

DWN
Politik
Politik Chinas Militär im Umbruch: Xi Jinpings Strategie im Taiwan-Konflikt
14.02.2026

Chinas Führung greift tief in die militärische Machtstruktur ein und ordnet die Spitzen der Streitkräfte neu. Welche Folgen hat dieser...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Was Wirtschaftsprüfer zuerst prüfen: Wie Unternehmen bei der Prüfung bestehen
14.02.2026

Unternehmen stehen bei Abschlussprüfungen unter wachsendem regulatorischem Druck und steigenden Transparenzanforderungen. Entscheidet sich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mercedes-Benz S-Klasse: Software als zentraler Entwicklungsfaktor im Luxussegment
14.02.2026

Mercedes-Benz modernisiert die S-Klasse umfassend und rückt Software, Digitalisierung und Komfort stärker in den Fokus. Welche Rolle...

DWN
Technologie
Technologie KI-Wettbewerb: Experten wollen mehr Rechenzentren für Europa
14.02.2026

Die USA haben sechsmal mehr Rechenpower als China, Europa liegt weit dahinter. Experten raten zu großen Investitionen, um im KI-Rennen...

DWN
Politik
Politik Führerscheinreform: Bund legt Führerschein-Paket vor
14.02.2026

Der Führerschein soll günstiger werden, sagt die Bundesregierung. Verkehrsminister Schnieder stellt weiterentwickelte Vorschläge vor....