Politik

Separatisten in der Ostukraine rufen die Männer zu den Waffen

In der selbst ernannten Volksrepublik Donezk ruft Separatistenführer Denis Puschilin alle Männer zu den Waffen, um gegen die ukrainischen Truppen zu kämpfen.
21.02.2022 15:04
Aktualisiert: 21.02.2022 15:04
Lesezeit: 1 min
Separatisten in der Ostukraine rufen die Männer zu den Waffen
Während die Männer zu den Waffen gerufen werden, werden Frauen und Kinder aus Donezk nach Russland evakuiert. (Foto: dpa) Foto: Uncredited

Im Osten der Ukraine nehmen die Spannungen im Konfliktgebiet Donbass weiter massiv zu. In der selbst ernannten Volksrepublik Donezk rief Separatistenführer Denis Puschilin alle Männer zu den Waffen, um gegen ukrainische Regierungstruppen zu kämpfen. Die Ukraine hatte immer wieder betont, keine Offensive gegen die prorussischen Separatisten zu planen. Puschilin wiederum sprach von massivem Beschuss von ukrainischer Seite. Überprüfbar waren diese Angaben nicht. In Donezk seien zwei Schulen, ein Krankenhaus und ein Umspannwerk getroffen worden, teilten die Behörden dort mit.

Aus den von moskautreuen Separatisten kontrollierten Regionen wurden weiter vor allem Frauen und Kinder in Bussen und Zügen nach Russland gebracht. Zehntausende kamen in verschiedenen Teilen Russlands in Notunterkünfte. Die Männer mussten bleiben. «Ich rufe die männliche Bevölkerung auf, alle, die eine Waffe halten können, sich in den Kreiswehrkommandos einzufinden und aufzustehen für den Schutz ihrer Familien, Kinder, Frauen, Mütter und für unser Vaterland», sagte Puschilin.

Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatten zuletzt Tausende Verstöße gegen den vereinbarten Waffenstillstand gemeldet. Die Ukraine betont, dass das Feuer allenfalls erwidert, aber nicht angegriffen werde. Überprüfbar ist das nicht. Offiziell weicht die Ukraine seit Herbst von einer Zusatzvereinbarung zur geltenden Waffenruhe ab. «Wir haben kein Verbot, das Feuer zu eröffnen. Jeder Kommandeur trifft vor Ort selbst die Entscheidung», hatte der Befehlshaber der Regierungstruppen, Olexander Pawljuk, im Oktober gesagt.

Der für den Grenzschutz zuständige russische Inlandsgeheimdienst FSB teilte unterdessen mit, einer seiner Posten im Gebiet Rostow sei beschossen und zerstört worden. Dazu wurden Bilder gezeigt. Russische Behörden hatten auch zuvor von solchen Einschlägen von ukrainischer Seite berichtet. Das war nicht überprüfbar. Das Ermittlungskomitee in Moskau kündigte Untersuchungen an. Auch einen angeblichen Beschuss von ukrainischer Seite auf Russland könnte Moskau als einen Vorwand nutzen für einen Einmarsch ins Nachbarland.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen XRP-Ledger-Transaktionsvolumen überschreitet die Marke von 1 Million

Analysten erwarten ein Aufwärtspotenzial von 100%. XRP Wie können Inhaber neue passive Einkommensquellen schaffen?

DWN
Unternehmen
Unternehmen BMW-Aktie bricht ein: BMW enttäuscht mit gekappter Prognose
17.06.2026

BMW hat seine Jahresprognose für 2026 deutlich gesenkt und damit am eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Der Münchner Autobauer erwartet...

DWN
Politik
Politik Billionär Musk mahnt ZDF ab: Elon Musk geht gegen Falschbehauptung vor
17.06.2026

Tech-Unternehmer Elon Musk mahnt das ZDF ab. Ein Bericht über die Ausschreitungen in Nordirland bringt das ZDF in die Defensive. Der...

DWN
Politik
Politik Abramowitsch kehrt zurück: Hinter den Kulissen beginnen neue Gespräche zwischen Moskau und Kiew
17.06.2026

Russlands Oligarchen suchen neue Wege, um den festgefahrenen Krieg zu beenden. Während Roman Abramowitsch erneut als Vermittler zwischen...

DWN
Panorama
Panorama Mette-Marit: Neue Lunge für dänische Kronprinzessin – was zur Organspende in Deutschland gilt
17.06.2026

Die Nachricht von der Lungentransplantation bei Kronprinzessin Mette-Marit bewegt viele Menschen weit über Norwegen hinaus. Dort steigt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Standort Deutschland: Gründer und Manager legen dringenden Appell für Reformen vor
17.06.2026

Über 100 Gründer und Manager fordern kurz vor der geplanten Reform von Rente und Sozialstaat eine Erneuerung des Standorts Deutschland....

DWN
Finanzen
Finanzen Langweilige Apple-Konferenz ist kein Grund, die um 1.400 Prozent gestiegene Apple-Aktie zu verkaufen
17.06.2026

Der Technologiekonzern Apple, der inzwischen fast 13 Prozent des Portfolios ausmacht, hält in dieser Woche erneut seine jährliche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie: Autokonzern existenzgefährdet? VW-Bosse schlagen Alarm
17.06.2026

Hiobsbotschaft vor der Hauptversammlung: Bei Volkswagen bewertet das Top-Management die Lage des Autokonzerns als schlecht – und zwar...

DWN
Politik
Politik AfD baut Vorsprung aus: CDU/CSU und SPD historisch niedrig
17.06.2026

Die AfD liegt in Umfragen deutlich vor der Union und nähert sich inzwischen der 30-Prozent-Marke. Der Vorsprung zur CDU/CSU ist in einer...