Deutschland

Jens Spahn gegen russisches Gas: „Wir müssen Putin-frei werden“

Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert, dass Deutschland bei seiner Energieversorgung „Putin-frei“ wird.
04.04.2022 12:54
Aktualisiert: 04.04.2022 12:54
Lesezeit: 1 min

Die Union hat die Bundesregierung aufgefordert, zeitnah ein umfassendes Konzept vorzulegen, wie Deutschland bis spätestens zum Winter 2023/24 unabhängig von russischen Gas-, Kohle- und Öllieferungen werden kann, so die dpa. Unionsfraktionsvize Jens Spahn sagte vor zwei Wochen im Bundestag: „Wir müssen Putin-frei werden.“

Dazu gehöre, Kohlekraftwerke aus der Reserve zu holen, sagte Spahn. Es sei außerdem eine ideologiefreie Debatte über längere Laufzeiten für Atomkraftwerke nötig. Am 24. März 2022 teilte Spahn über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: „Das Ziel putinfreier Energieversorgung teilen wir. Stilllegung von Kohlekraftwerken aussetzen ist richtig, Bildung von Kohle-/Ölreserven auch. Aber der Klimaminister nutzt lieber mehr Kohle statt CO2-neutrale Kernkraftwerke am Netz zu lassen. Weniger Ideologie, mehr Pragmatismus!“

Wirtschaftsminister Robert Habeck und Umweltministerin Steffi Lemke (beide Grüne) hatten von längeren Laufzeiten der drei noch verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland abgeraten, die bis Ende des Jahre vom Netz gehen sollen. In einem Prüfvermerk der Ministerien hieß es: „Einem kleinen Beitrag zur Energieversorgung stünden große wirtschaftliche, rechtliche und sicherheitstechnische Risiken entgegen.“

Die Grünen-Abgeordnete Julia Verlinden sagte, die Union habe 16 Jahre Zeit gehabt, um Deutschland auf den Weg zur Energiesouveränität zu bringen. „Sie haben es gründlich versemmelt.“ Die geopolitisch hoch problematische Abhängigkeit von fossilen Energien sei das „Verdienst“ der Union.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Windkraft-Ausbau und Verschiebung des Öl-Embargos
24.03.2026

Deutschland beschleunigt den Ausbau von Windkraft, während die Ölpreise global steigen. Politische und geopolitische Spannungen...

DWN
Politik
Politik Nachhaltigkeitsberichterstattung neu geregelt: Das sind die wichtigsten Änderungen
24.03.2026

Die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung gilt künftig nur noch für eine kleine Gruppe großer Unternehmen. Für viele andere wird...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft "Deutschland fährt auf Verschleiß": Geringste Investitionsquote seit 1990
24.03.2026

Deutschland lebt von seiner Substanz: Neue Daten zeigen, dass so wenig investiert wird wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Selbst...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kik schließt 300 Filialen
24.03.2026

Der Discounter Kik schrumpft sein Filialnetz in Europa deutlich zusammen und streicht rund 300 Standorte. Hinter dem Rückzug steckt nicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögensaufbau verlangt unternehmerisches Denken – warum Rendite aktiv erarbeitet werden muss
24.03.2026

Die Deutschen sparen so viel wie kaum ein anderes Volk in Europa. Doch ausgerechnet diese Tugend könnte beim Vermögensaufbau zum Problem...

DWN
Politik
Politik Trump steht im Iran-Krieg unter Druck: Warum ein Rückzug kaum möglich ist
24.03.2026

Der Iran-Krieg entwickelt sich für Donald Trump zunehmend zu einem strategischen Risiko mit globalen wirtschaftlichen Folgen. Kann...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aumovio-Aktie: Continental-Spin-off zieht sich aus Litauen zurück – 800 Job betroffen
24.03.2026

Die Eigentümer der Unternehmen Aumovio Autonomous Mobility Lithuania und Aumovio Global Holding haben beschlossen, sich aus Litauen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Erst Ölpreis bei 200 Dollar erschüttert die Welt – ohne das bleibt der Iran-Krieg nur eine Korrektur
24.03.2026

Historische Erfahrungen zeigen, dass nicht Kriege selbst, sondern makroökonomische Fundamentaldaten die Finanzmärkte bestimmen. Warum der...