Politik

Deutschland stellt sich gegen grünes EU-Label für Atomkraft

Deutschland wird sich wie angekündigt gegen ein von der EU-Kommission vorgeschlagenes Nachhaltigkeitslabel für Atomkraft aussprechen.
14.05.2022 11:03
Lesezeit: 1 min
Deutschland stellt sich gegen grünes EU-Label für Atomkraft
Grünes Label für Atomkraft? Deutschland stellt sich dagegen. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Die Bundesregierung habe der französischen Ratspräsidentschaft erklärt, ein Veto gegen den entsprechenden ergänzenden Rechtsakt einzulegen, teilte das Finanzministerium in der Nacht zum Samstag mit. Wenn die EU-Staaten oder das Europaparlament Einwand erheben würden, könne verhindert werden, dass der Rechtsakt in Kraft tritt, so das Finanzministerium. Frankreich hat in Brüssel derzeit turnusgemäß den Vorsitz unter den EU-Staaten inne.

Bei der sogenannten Taxonomie geht es um ein Klassifizierungssystem für nachhaltige Investitionen. Die Einstufung von bestimmten Geldanlagen als nachhaltig soll Investoren anlocken, um die Energiewende voranzubringen. Bislang sind unter anderem erneuerbare Energien in der Taxonomie als klimafreundlich eingestuft. Die EU-Kommission hatte Ende 2021 trotz breiter Kritik zudem vorgeschlagen, Investitionen in Gas und Atomkraft übergangsweise als nachhaltige Geldanlagen einzustufen.

Der Europaabgeordnete Rasmus Andresen reagierte erfreut auf die Nachricht aus Berlin. «Das deutsche Nein ist eine Ohrfeige für die EU-Kommission. Der Druck auf Ursula von der Leyen, diesen Irrweg zu beenden, steigt», sagte der Sprecher der Grünen-Delegation. Die Grünen forderten nun auch andere Mitgliedsstaaten dazu auf, Einspruch gegen den Kommissionsvorschlag einzulegen. Im Juli soll das EU-Parlament über seine Position zum Vorschlag abstimmen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rekrutierung von Führungskräften: Wie Unternehmen Fehlbesetzungen vermeiden
07.03.2026

Fehlbesetzungen im Management entstehen oft weniger aus mangelnder Qualifikation als aus Schwächen im Rekrutierungsprozess und in der...

DWN
Finanzen
Finanzen Angriff auf PayPal, Visa, Mastercard: Digitaler Euro rückt näher
07.03.2026

[Subline] Der digitale Euro soll Europa unabhängiger von US-Zahlungsanbietern machen. In Brüssel wird über den finalen Gesetzestext...

DWN
Politik
Politik Europas Volkswirtschaften unter Reformdruck: Leistungsanreize als Schlüssel zur Stabilität
07.03.2026

Deutschland und andere europäische Volkswirtschaften stehen durch steigende Sozialausgaben, hohe Krankenstände und eine alternde...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Die Elektroauto-Euphorie ist vorbei: Jetzt kommt die Rechnung
07.03.2026

Abschreibungen in Höhe von rund 50 Milliarden Euro, gestoppte Projekte und eine strategische Kehrtwende zurück zum Verbrennungsmotor: Die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Druschba-Stopp erhöht Druck: Adriatische Pipeline als Ausweichroute
07.03.2026

Nach dem Stopp der Druschba-Pipeline rückt Kroatiens Adriatische Ölpipeline als alternative Route für Ungarn und die Slowakei in den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nvidia-Aktie im Fokus: Jensen Huang stellt OpenAI-Investitionen infrage
06.03.2026

Die Nvidia-Aktie steht im Fokus, nachdem Konzernchef Jensen Huang weitere Milliardeninvestitionen in das KI-Unternehmen OpenAI infrage...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU verschärft Aufsicht: Kampf gegen unfaire Praktiken im Agrarhandel
06.03.2026

Die EU verschärft ihre Regeln gegen unfaire Handelspraktiken in der Agrar- und Lebensmittelkette und stärkt die Zusammenarbeit der...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Hebamme statt Sterbebegleiter: Wie der Berliner VC-Fonds seed + speed Ventures europäische KI-Start-ups groß macht 
06.03.2026

Neun von zehn Start-ups liefern Durchschnitt – doch das eine Start-up kann alles verändern. Der Berliner VC-Fonds seed + speed Ventures...