Technologie

Liebherr entwickelt Roboter, der Maurer ersetzt

Der Baumaschinen-Produzent "Liebherr" entwickelt einen mobilen Roboter, der ein gesamtes Gebäude errichten kann.
19.05.2022 12:27
Aktualisiert: 19.05.2022 12:27
Lesezeit: 1 min
Liebherr entwickelt Roboter, der Maurer ersetzt
"Hadrian" bei der Arbeit: Der Roboter zieht eine Mauer hoch (Foto: Liebherr)

Ein Blick in die Zukunft: Der Baumaschinen-Riese "Liebherr" wird künftig zusammen mit dem australischen Hersteller "FBR" einen mobilen Mauerwerks-Roboter weiterentwickeln. Vorerst gibt es nur einen zur Gänze von den Australiern entwickelten Prototypen.

Erstmal haben sich die beiden Unternehmen zum Ziel gesetzt, in den nächsten zwei Jahren zusammen an den technischen Details zu feilen, dann erst soll über die nächsten Schritte entschieden werden. Wann der Roboter in Serie gehen kann, steht noch nicht fest. Auf jeden Fall soll Liebherr die nötigen technischen Komponenten wie zum Beispiel Arm oder Zylinder liefern, die Fertigung selbst soll voraussichtlich der FBR in Australien übernehmen.

„Mit dem Roboter“, so Klaus Eckert, Marketingleiter von Liebherr-Mischtechnik gegenüber den DWN, „möchten wir die in Deutschland und Mitteleuropa explodierenden Baukosten einbremsen und mehr Wirtschaftlichkeit auf den Bau bringen.“ Wie teuer der Roboter sein und in welchem Umfang er in Serie gehen soll, kann noch nicht gesagt werden. Nur so viel: Von fünf Maurern auf einer Baustelle, können durch den Roboter mindestens drei ersetzt werden. Allerdings: Spätestens, wenn es um die Schalung der Decke geht, ist für den Roboter Endstation.

Um arbeiten zu können, braucht der Roboter einen digitalen Plan, der den Ausgangspunkt der Arbeiten festlegt, und muss mit Daten eines mit einer CAD-Software geplanten Gebäudes gespeist werden. Der Mörtel wird in den Roboter hineingegossen, den Rest erledigt er selbst, sprich, er legt ihn selbst auf und setzt die Steine bis zur Dachunterkonstruktion drauf.

Der nach dem römischen Kaiser Hadrian benannte Prototyp gilt weltweit als der erste mobile Roboter, der allein imstande ist, eine Mauer hochzuziehen. Dabei arbeite er laut Aussage von Eckert sehr präzise und mit einer hohen Geschwindigkeit. Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu herkömmlichen Maurerarbeiten muss kein Schnurgerüst gespannt werden, um die Geradlinigkeit der Mauer sicherzustellen.

In Australien hat der Roboter bereits erste Gebäude gebaut, weitere Pilotprogramme mit Kunden in verschiedenen Ländern sind in den nächsten Monaten geplant.

Der australische Kooperationspartner "FBR Ltd." ist ein auf die Entwicklung von Automatisierungslösungen in der Bauindustrie spezialisiertes Unternehmen. Es entwickelt dynamische Roboter, die für die Arbeit im Freien gedacht sind.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Wie gewinnt man den nächsten Krieg? Ex-US-Verteidigungsminister Austin erläutert in Warschau die NATO-Strategie
14.10.2026

Der pensionierte General Lloyd Austin, der unter Präsident Joe Biden US-Verteidigungsminister war, hat beim Warsaw Security Forum die...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell unter Druck: Nach US-Inflationsschub blicken Anleger auf die Fed
14.10.2026

Der Goldpreis tendiert am Mittwochnachmittag in der Verlustzone, weil höhere US-Verbraucherpreise die Hoffnung auf eine Zinssenkung...

DWN
Politik
Politik Trumps Vereinbarung mit Putin dreht sich um weit mehr als Diesel
14.10.2026

Donald Trumps Diesel-Abkommen mit Wladimir Putin wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich: US-Gesetze begrenzen russische...

DWN
Technologie
Technologie Starlink in der Ukraine: Streit um neue Geschwindigkeitsgrenze
14.10.2026

In der Ukraine wächst der Ärger über eine offenbar neue Einschränkung beim Satelliteninternet Starlink. Nach Angaben aus dem Umfeld von...

DWN
Politik
Politik Zuckersteuer beschlossen: Kabinett bringt Extra-Steuer auf den Weg
14.10.2026

Zwischendurch hatte das Kanzleramt sie gestoppt, das Finanzministerium musste nacharbeiten - jetzt ist die Zuckersteuer in der...

DWN
Politik
Politik Grüngasquote für private Haushalte ab 2028 sorgt für Kritik
14.10.2026

Die schwarz-rote Koalition hatte sich bei der Einigung auf das neue Gebäudemodernisierungsgesetz - als Nachfolger des...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Prognose: Warum die nächsten Tage alles verändern könnten
14.10.2026

Bitcoin steht vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Nach massiven Kapitalabflüssen aus Bitcoin-ETFs und einem Kursrutsch auf nahezu...

DWN
Finanzen
Finanzen Sollte ich US-Banken kaufen? Warum ich Citigroup und Wells Fargo genauer prüfe
14.10.2026

Nach der starken Rally ist bei US-Bankaktien Ernüchterung eingekehrt. Gleichzeitig steigen die Gewinne vieler Institute weiter. Für mich...