Politik

Niederlage für Merkel: Spanien und Italien setzen sich bei EU-Gipfel durch

Lesezeit: 1 min
29.06.2012 09:44
Die Staaten der Eurozone haben sich auf eine zentrale Bankenaufsicht für die Eurozone und eine Direkthilfe für angeschlagene Banken über den ESM geeinigt. Damit hoffen Italien und Spanien, den Zinsdruck aushebeln zu können. Auch direkte Finanzhilfen an Staaten ohne Sparauflagen werden künftig möglich sein.
Niederlage für Merkel: Spanien und Italien setzen sich bei EU-Gipfel durch

Mehr zum Thema:  
EU >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
EU  

Analyse:

Der Erfolg der Südeuropäer wird sich als Pyrrhus-Sieg für Europa erweisen

Nach stundenlangen Verhandlungen haben die Mitgliedsländer der Eurozone eine zentrale Bankenaufsicht für die Eurozone und kurzfristige Soforthilfen vereinbart. Mario Monti und sein italienischer Kollege Mariano Rajoy haben sich somit mit ihren Forderungen durchsetzen können. Demnach können Banken aus dem ESM direkt gerettet werden, ebenso ist der Kauf von Staatsanleihen durch den ESM möglich.

Das Ergebnis bedeutet eine schwere Niederlage für Angela Merkel, die zuletzt versucht hatte, genau diese Entwicklung zu verhindern. Der CDU-Sprecher Gröhe versuchte am Freitagmorgen zu beschwichtigen und sagte, es sei Merkel gelungen, Eurobonds zu verhindern. Sollten die nun beschlossenen Maßnahmen jedoch wirklich umgesetzt werden, sind Eurobonds nicht mehr nötig, weil die gesamten Vergemeinschaftung der Schulden dann über den ESM ablaufen kann.

Ohne harte Sparprogramme wie etwa in Griechenland nach dem Bailout sollen nun strauchelnde Staaten Finanzhilfen erhalten, wenn sie die entsprechenden jährlichen Vorgaben der EU-Kommission erfüllen. Sobald die neue gemeinsame Bankenaufsicht umgesetzt ist, können zudem angeschlagene Banken Direkthilfe von dem Rettungsfond in Anspruch nehmen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
EU >

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Russische und chinesische Bomber führen gemeinsame Übungsflüge durch / Frage stellt sich immer mehr: Wer ist Freund, wer Feind?

Die Kooperation zwischen China und Russland nimmt Konturen an. Aber wer stellt sich Ihnen entgegen? Und sind Peking und Moskau wirklich...

DWN
Politik
Politik Völkerrechtler: Die USA gehören wegen ihrer Sanktionspolitik vor den Internationalen Gerichtshof

Lesen Sie das Interview von DWN-Autor Ralf Paulsen mit dem ehemaligen Sekretär der UN-Menschenrechtskommission und weltweit anerkannten...

DWN
Politik
Politik "Die russischen Soldaten stehlen alles - selbst Hundehütten"

Die DWN haben ein drittes Telefon-Interview mit dem ukrainischen Musiker Roman Antonyuk geführt, der mit seiner Familie in Lwiw (Lemberg)...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Kein "Mist" aus Russland: Bauern schlagen Alarm

Seit die Düngemittel-Importe aus Russland von der EU gestoppt wurden, herrscht Dünge-Mangel auf den europäischen Feldern.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globalisierung am Ende: Lieferketten werden dauerhaft unterbrochen bleiben

Der Abbruch vieler Lieferketten deutet auf das Ende der Globalisierung. Für die Weltwirtschaft wird es kein Zurück zum Zustand vor Corona...

DWN
Politik
Politik Griechenland beschwert sich bei UN wegen türkischer Kampfbomber

Im Konflikt mit der Türkei hat Griechenland nun die UN eingeschaltet. Denn türkische Kampfbomber überfliegen regelmäßig bewohnte...

DWN
Finanzen
Finanzen Rückkehr zur Normalität: Russland lockert die Geldpolitik

Die russische Notenbank hat ihren Leitzins erneut deutlich gesenkt. Dies markiert den Rückgang zur geldpolitischen Normalität - trotz...