Panorama

Umfrage: Preis schlägt Geschmack

Die Bundesbürger befürchten weiter steigende Lebensmittelpreise und versuchen sich deshalb darauf einzustellen.
19.07.2022 13:54
Aktualisiert: 19.07.2022 13:54
Lesezeit: 1 min
Umfrage: Preis schlägt Geschmack
Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey ergab, dass die deutschen Verbraucher wieder mehr auf den Preis und weniger auf den Geschmack schauen. (Foto: dpa) Foto: Hauke-Christian Dittrich

Insgesamt 90 Prozent der Bundesbürger befürchten weiter steigende Lebensmittelpreise. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Lebensmittelverbands Deutschland und der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hervor.

„Die Sorgen sind angesichts von Rohstoffknappheit, zu befürchtenden Gas-Lieferstopps und politischer Ohnmacht absolut berechtigt“, so Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer beider Verbände.

Deshalb versuchen rund 56,8 Prozent der Deutschen jetzt günstiger einzukaufen, während sich 33,2 Prozent einen Einkaufszettel schreiben, um möglichst gezielt einzukaufen.

Allerdings: Jeder fünfte Verbraucher ergreift gar keine Konsequenzen aus den Preissteigerungen und kauft weiter wie bisher ein. Zudem vermeidet nur jeder Fünfte die Reduzierung von Lebensmittelverlusten.

Weiter ergab die Studie, dass 67,4 Prozent der Befragten beim Einkauf auf den Preis achten, und nur 44 Prozent auf den Geschmack: „Noch im aktuellen Ernährungsreport des Bundesministeriums steht der Geschmack an erster Stelle. Jetzt, über drei Monate später, sind die Kriegsfolgen deutlich spürbar und die Menschen stellen offenbar ihre Bedürfnisse darauf ein,“ so Minhoff.

Trotzdem bleibt Nachhaltigkeit ein bedeutendes Thema. Immerhin fast jeder Dritte achtet zudem auf Bio-Qualität beim Einkauf.

Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag vom Lebensmittelverband und der BVE 5.000 Personen ab 18 Jahren zwischen dem 5. Juli und dem 7. Juli 2022 befragt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Wie Verbraucher mit Risiko umgehen – zwischen Finanzentscheidungen und digitaler Unterhaltung

Risiko ist ein Begleiter fast jeder wirtschaftlichen Entscheidung. Mal ist es größer, mal kleiner. Mal offensichtlich, mal schwer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Azubis gesucht? Welche Benefits für Auszubildende attraktiv sind
26.04.2026

Der Ausbildungsmarkt steht unter erheblichem Druck: Fast jeder zweite Betrieb konnte letztes Jahr nicht alle Ausbildungsplätze besetzen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiekrise in Europa: Warum Europas Strategie zunehmend zerfällt
26.04.2026

Die Energiepreise steigen weiter und Europas Regierungen reagieren mit Milliardenhilfen, Steuererleichterungen und Notmaßnahmen. Doch...

DWN
Panorama
Panorama Leben nach Tschernobyl: Schicksal eines Liquidators zwischen Atomkatastrophe und Krieg in Kiew
26.04.2026

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kämpft ein ehemaliger Liquidator noch immer mit den Folgen. Inmitten...

DWN
Finanzen
Finanzen Kevin Warsh vor Fed-Spitze: Politischer Druck auf die US-Notenbank wächst
26.04.2026

Die Entscheidung über die künftige Führung der US-Notenbank rückt näher und bringt politische Spannungen rund um den Fed-Vorsitz...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Neues EU-Grenzsystem EES belastet Flughäfen: Branche warnt vor Verzögerungen
26.04.2026

Das neue EU-Grenzsystem EES sorgt an europäischen Flughäfen für wachsende Unsicherheit im Reiseverkehr und stellt Abläufe zunehmend auf...

DWN
Technologie
Technologie Telekom testet Quantentechnologie: Glasfasernetz in Berlin im Praxiseinsatz
25.04.2026

Ein Berliner Experiment bringt Quanten-Teleportation erstmals über ein Telekom-Glasfasernetz in eine reale Infrastruktur und markiert...

DWN
Politik
Politik Energieanalyst Demostenes Flores: Europa wird beim Iran-Krieg den Preis zahlen
25.04.2026

„Wir befinden uns in einer Art drittem Weltkrieg in Etappen“, warnt der Energieanalyst Demostenes Floros über den aktuellen Konflikt...

DWN
Politik
Politik EU plant Reform der DSGVO: Weniger Bürokratie für Unternehmen
25.04.2026

Die EU will zentrale Digitalregeln wie DSGVO und Cookie-Vorgaben vereinfachen und stärker aufeinander abstimmen. Führt der geplante Umbau...