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Gazprom stoppt Gas-Lieferungen nach Lettland

Lesezeit: 1 min
30.07.2022 10:07  Aktualisiert: 30.07.2022 10:07
Gazprom hat nach eigenen Angaben seine Gaslieferungen nach Lettland eingestellt. Das Nachbarland habe gegen die Abnahmebedinungen verstoßen.
Gazprom stoppt Gas-Lieferungen nach Lettland
Lettland wollte das von Gazprom bezogene Gas weiterhin in Euro zu bezahlen. (Foto: dpa)
Foto: Latvijas Banka

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Nach Beschränkungen und Stopps von Gaslieferungen an mehrere EU-Länder hat Russlands größter Anbieter Gazprom nach eigenen Angaben auch seine Belieferung von Lettland eingestellt. Das Nachbarland habe gegen Abnahmebedinungen verstoßen, teilte der russische Staatskonzern ohne nähere Erläuterung am Samstag mit.

Der lettische Versorger Latvijas Gaze hatte am Freitag erklärt, er beziehe zwar Erdgas aus Russland, aber nicht von Gazprom. "Wir beziehen es von einem anderen Anbieter", hatte das Unternehmen mitgeteilt. Der Name des Anbieters sei ein Geschäftsgeheimnis. Der Vize-Staatssekretär im lettischen Wirtschaftsministerium Edijs Saicans sagte am Samstag, die Maßnahme dürfte keine größeren Folgen für sein Land haben.

Russland hatte im März gefordert, europäische Gazprom-Kunden müssten ihre Rechnungen in Rubel statt wie zuvor in Euro oder Dollar bezahlen. Der Schritt gilt als Maßnahme zur Stützung der russischen Währung nach den Wirtschaftssanktionen gegen Russland infolge von dessen Angriff auf die Ukraine.

Die EU-Kommission hatte ein Eingehen auf die russische Forderung als Bruch der Sanktionen bezeichnet. Latvijas Gaze hat wie einige andere Gazprom-Abnehmer erklärt, russisches Gas unverändert in Euro zu bezahlen. Lettland hatte zudem angekündigt, nur noch bis Jahresende Gas aus Russland zu beziehen. Lettlands Nachbar Litauen verzichtet bereits auf russisches Gas.

Russland hat im Zusammenhang mit dem Währungsstreit mehreren Ländern den Gashahn zugedreht. Finnland, Dänemark, Polen, Bulgarien und die Niederlande werden nicht mehr versorgt. Zudem hat Gazprom Lieferungen an Deutschland zurückgefahren. Zur Begründung gibt Gazprom hier technische Ursachen an. Die Bundesregierung hat dies als Vorwand für eine politisch motivierte Entscheidung bezeichnet.


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