Deutschland

Geschäftslage in der Autobranche deutlich verschlechtert

Die deutsche Autoindustrie bewertet die Geschäftslage im August deutlich negativer. Dabei sind die Zulieferer stärker betroffen als die Autobauer.
02.09.2022 10:35
Lesezeit: 1 min

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Autoindustrie hat sich im August merklich verschlechtert: Erstmals seit April fiel das Barometer für das Geschäftsklima wieder unter die Nullmarke, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage mitteilte.

Grund dafür ist vor allem, dass die Geschäftslage deutlich negativer bewertet wurde: Dieser Wert sackte auf minus zehn Punkte ab, nach dem er im Juli noch bei plus 7,5 Punkten lag. Die Erwartungen hellten sich etwas auf. Hier kletterte das Barometer von minus vier auf null Punkte.

"Die allgemeine Eintrübung der Konjunktur zeigt sich auch in der Autobranche", sagte Ifo-Experte Oliver Falck. "Dabei sind die Zulieferer deutlich schlechterer Stimmung als die Hersteller."

Der Geschäftsklimaindex bei den Auto-Herstellern drehte auf minus 1,6, nach plus 5,8 im Vormonat. "Das lag vor allem an einer deutlich pessimistischeren Beurteilung ihrer aktuellen Lage", hieß es dazu. Die Erwartungen für die kommenden Monaten wurden hingegen positiver bewertet.

Bei den Zulieferern stürzte das Geschäftsklima auf minus 11,4 Punkte ab, nachdem es bereits im Juli bei minus 4,9 Zählern gelegen hatte. Auch hier schätzten die Unternehmen ihre aktuelle Lage deutlich schlechter ein als im Vormonat, während sich die Aussichten nur leicht aufhellten.

Gleichzeitig sind die Unternehmen zurückhaltender bei der Einstellung von neuem Personal: Der entsprechende Indikator für die Beschäftigungspläne der Branche sank von plus 9,5 auf minus 3,6 Punkte.

Die Autoindustrie hat wegen der durch den Ukraine-Krieg verschärften Materialengpässe und rasant gestiegener Kosten ihre Erwartungen für das laufende Jahr angepasst.

Während sich die Lage in China nach den Corona-Lockdowns verbessert habe, würden die Erwartungen für die USA und Europa durch die hohe Inflation und steigende Zinsen gedämpft, erklärte der Verband der Automobilindustrie (VDA). Für die USA etwa korrigierte der VDA die Prognose deutlich und rechnet nach einem zuvor in Aussicht gestellten leichten Rückgang um ein Prozent nun mit einem Absatzminus von sieben Prozent auf 13,8 Millionen Fahrzeuge.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Wandel im Vaping-Markt: Nachhaltigkeit und Kostendruck treiben Wechsel zu Mehrwegsystemen

Der Markt für E-Zigaretten durchlebt eine tiefgreifende Transformation. Lange Zeit galten Einweg-Vapes, popularisiert durch Marken wie Elf...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Chip-Aktien: China könnte den Markt verändern
30.07.2026

Ein weiterer neuer chinesischer KI-Akteur hat den Markt im Sturm erobert. Investoren glauben, dass er den Markt unter Druck setzen könnte,...

DWN
Politik
Politik Wahlen im Osten: AfD bleibt in Sachsen-Anhalt klar vorn – kleinere Parteien legen zu
30.07.2026

Mehrere Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt behauptet die AfD ihren deutlichen Vorsprung. Eine neue Umfrage zeigt zugleich: Auch...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Zinsen bleiben stabil: Kommt die Erhöhung im September?
30.07.2026

Die US-Zinsen bleiben vorerst unverändert, doch die Debatte über eine mögliche Erhöhung im September läuft bereits. Der KI-Boom macht...

DWN
Politik
Politik Rentenreform: Warum der Osten gegen Merz rebelliert
30.07.2026

Kaum ist der CDU-interne Streit um die Kabinettsumbildung entschärft, droht Bundeskanzler Friedrich Merz neuer Ärger. Drei ostdeutsche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation steigt nach Ende des Tankrabatts auf 2,8 Prozent
30.07.2026

Der Tankrabatt ist ausgelaufen, der Iran-Krieg hält an: Für Verbraucher in Deutschland sind das schlechte Vorzeichen. Im Juli zog die...

DWN
Finanzen
Finanzen Meta-Aktie unter Druck: Wall Street zweifelt an Zuckerbergs KI-Offensive
30.07.2026

Mark Zuckerberg setzt bei Meta weiter auf große KI-Visionen. Doch an der Börse wächst die Skepsis: Trotz ambitionierter Pläne für...

DWN
Unternehmen
Unternehmen ZF verdient wieder Geld – doch die Last bleibt
30.07.2026

ZF schreibt nach zwei Verlustjahren wieder schwarze Zahlen und bestätigt seine Jahresziele. Doch fast zehn Milliarden Euro Schulden,...

DWN
Technologie
Technologie EU startet Milliardenprojekt für sieben KI-Gigafactories
30.07.2026

Knapp 10 Milliarden Euro Fördermittel stehen bereit – wer setzt sich im Rennen um Europas KI-Zukunft durch? Die Telekom, Schwarz Digits...