Deutschland

Sachsen: Mindestlohn ist Katastrophe für Ostdeutschland

Lesezeit: 1 min
30.11.2013 12:56
Der sächsische Ministerpräsident Tillich warnt vor den Folgen des vereinbarten Mindestlohns von 8,50 Euro. Vor allem die jungen Leute in Ostdeutschland könnten dadurch nicht mehr in Aushilfsjobs arbeiten. So werde ihnen die Zukunft genommen.
Sachsen: Mindestlohn ist Katastrophe für Ostdeutschland

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Nach der Einigung von Union und SPD auf einen bundesweiten Mindestlohn hat Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich vor den Folgen vor allem für Ostdeutschland gewarnt.

„Niemand schließt aus, dass dieser Mindestlohn Arbeitsplätze gefährdet, nicht einmal die SPD“, sagte der CDU-Politiker der Wirtschaftswoche. „Das trifft insbesondere den Osten.“ Wenn sein Koalitionspartner FDP von einer Katastrophe für Ostdeutschland spreche, liege er nicht ganz falsch, sagte Tillich.

Sorgen mache er sich vor allem um junge Menschen, die über den Mindestlohn in Aushilfsjobs ohne Ausbildung 1.400 Euro verdienen könnten. „Das wäre fatal, dann verspielen die jungen Leute durch den Mindestlohn ihre Zukunft.“ Billigkonkurrenz aus Osteuropa sei dagegen nicht das ganz große Problem, da dort häufig schon mehr als die jetzt vereinbarten 8,50 Euro pro Stunde gezahlt werde.

Der Sachverständigenrat der deutschen Wirtschaft, die sogenannten fünf Weisen, befürchtet wegen des Mindestlohns den Verlust von über 100.000 Arbeitsplätzen.

„Insgesamt muss man wohl davon ausgehen, dass die 8,50 Euro eine sechsstellige Zahl von Jobs kosten werden“, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Christoph Schmidt, dem Magazin. Es müsse daher Ausnahmen geben. „Für die Beschäftigungschancen junger Arbeitnehmer wäre jede Ausnahme vom Mindestlohn hilfreich und wichtig“, sagte er.

Mit der Einführung des Mindestlohns wird laut einer aktuellen Studie eine halbe Million Geringverdiener die Arbeit verlieren. Zudem werden aufgrund der höheren Lohnkosten die Preise massiv ansteigen (mehr hier).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Marktbericht
Marktbericht Mit digitalem Gold auf Erfolgskurs

Die Vervielfachung der Geldmenge hat enorme Auswirkungen. Die Inflation ist nicht mehr aufzuhalten. Auf der anderen Seite zeichnet sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Bankenverband-Studie: Kreditnachfrage der Unternehmen rückläufig

Die Banken in Deutschland rechnen mit einer weiterhin schwachen Kreditnachfrage.

DWN
Politik
Politik Ostdeutsche Ministerpräsidenten für Ende der Russland-Sanktionen

Nach Ansicht von Sachsens Ministerpräsident Kretschmer haben Sanktionen als Instrument der Politik keine Zukunft.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Chemnitzer Tec-Schmiede bekämpft mit Anti-Fälschungs-Code afrikanische Malaria-Mafia

In Afrika hat sich eine Mafia herausgebildet, die Milliarden an gefälschten Medikamenten verdient. Jetzt hat ein deutscher Mittelständler...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Börse wurde in einen Zirkus verwandelt

Die Finanzwelt hat sich meilenweit von der Realwirtschaft entfernt. Die Gründe für diese Entwicklung sind einfach – und erschreckend...

DWN
Politik
Politik China behauptet: Menschenrechte werden vom Westen als Instrument politischer Manipulation eingesetzt

Chinesische Staatsvertreter sind empört über westliche Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen. Diese Länder sollten sich angesichts...

DWN
Politik
Politik Corona-Masken-Affäre: Razzia bei Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Der Vize-Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Georg Nüßlein, steht nach Angaben der „Bild-Zeitung“ im Verdacht, einem...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Ausverkauf geht weiter: Nächster deutscher Hightech-Konzern wird vom Ausland übernommen

Trotz ständigen Bekundungen der Bundesregierung, strategisch wichtige Unternehmen vor Übernahmen aus dem Ausland zu schützen, geht der...

DWN
Politik
Politik Lassen Mitglieder der Bundesregierung kritische Journalisten ausspähen?

Einem Bericht zufolge ließ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Journalisten „ausforschen“. Der Deutsche Journalisten-Verband ist...

DWN
Deutschland
Deutschland Groß-Razzia gegen Salafisten in deutscher Hauptstadt – Hunderte Polizisten im Einsatz

Die Polizei in Berlin und Brandenburg durchsucht am frühen Morgen zahlreiche Wohnungen. Dabei geht es um eine radikal-islamistische...

DWN
Deutschland
Deutschland Hamburger Hafen lässt die Krise hinter sich

Im Hamburger Hafen kommt der Seegüterumschlag nach dem Corona-bedingen Einbruch wieder in Fahrt. Denn sein größter Handelspartner China...

DWN
Politik
Politik EU-Gipfel berät über Impfstoffproduktion und digitalen Impfpass

Die 27 Staaten der Europäischen Union wollen auf ihrem Gipfeltreffen das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie absprechen. Unter anderem...

DWN
Politik
Politik Armenien: Premier wirft Militär Putschversuch vor

Das armenische Militär forderte am Donnerstag laut lokalen Medien den Rücktritt von Premierminister Nikol Pashinyan.

DWN
Finanzen
Finanzen Dax: Das lange Warten auf die US-Konjunkturdaten am Nachmittag

Die deutschen Börsen haben sich heute Morgen kaum bewegt. Später werden wichtige Konjunkturdaten aus den USA veröffentlicht.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Zwischen Russland und Saudi-Arabien bahnt sich ein neuer Ölpreis-Krieg an

Im März findet das nächste Treffen der OPEC + statt. Während Saudi-Arabien die Öl-Produktion weiter drosseln will, plädiert Russland...