Deutschland

Reale Kaufkraft bricht ein, Konsumlaune stürzt auf Rekordtief

Von einem Rekordtief zum nächsten. Die Konsumlaune in Deutschland signalisiert für Oktober einen weiteren starken Rückgang. Die reale Kaufkraft der Bürger ist eingebrochen.
28.09.2022 10:26
Aktualisiert: 28.09.2022 10:26
Lesezeit: 1 min
Reale Kaufkraft bricht ein, Konsumlaune stürzt auf Rekordtief
Das Konsumklima stürzt auf ein neues Rekordtief. Die Deutschen wollen oder können immer weniger einkaufen. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Energiekrise und Inflation drücken die Konsumstimmung in Deutschland auf ein neues Rekordtief. Das Barometer der Nürnberger GfK-Marktforscher signalisiert für Oktober einen überraschend starken Rückgang um 5,7 Zähler auf minus 42,5 Punkte. Es fällt damit zum vierten Mal in Folge, wie die GfK am Mittwoch mitteilte. Seit der Erhebung der Verbraucherlaune für Gesamtdeutschland 1991 wurde kein schlechterer Wert gemessen.

Viele Haushalte seien momentan gezwungen, deutlich mehr Geld für Energie auszugeben oder für spürbar höhere Heizkostenabrechnungen zurückzulegen. „Entsprechend müssen sie bei anderen Ausgaben, wie zum Beispiel neuen Anschaffungen, sparen“, sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. „Dies lässt das Konsumklima auf ein neues Rekordtief abstürzen.“

Die derzeit sehr hohen Inflationsraten von knapp 8 Prozent führten zu großen realen Einkommenseinbußen unter den Verbrauchern und damit zu einer deutlich geschrumpften Kaufkraft. „Da im Moment nicht absehbar ist, wann sich die Inflation wieder spürbar abschwächt, stehen dem Konsumklima in den kommenden Monaten schwierige Zeiten bevor“, warnte Bürkl.

Bereits zum achten Mal in Folge muss der Teilindex der sogenannten Anschaffungsneigung Einbußen hinnehmen. Das Barometer fiel auf den niedrigsten Wert seit Oktober 2008 und damit zu Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise. „Die Konsumneigung wird derzeit sehr stark durch die gestiegenen Energiepreise unter Druck gesetzt“, erklärten die Marktforscher. „Für die Verbraucher wird eine Rezession wahrscheinlicher.“ Sowohl Unternehmen als auch private Haushalte sorgten sich um die explosionsartig gestiegenen Energiekosten.

Auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gehen davon aus, dass Deutschland eine Rezession im Winter nicht verhindern kann. Die Wirtschaft rutsche wegen der Energiekrise in eine konjunkturelle Talsohle und werde dann schrumpfen, erwarten die Regierungsberater, wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit der Sache vertrauten Personen erfuhr. Deshalb hätten die Ökonomen ihre Frühjahrs-Prognose massiv gekappt. Für dieses Jahr erwarten die Fachleute demnach nur noch ein Wirtschaftswachstum von rund 1,4 Prozent und für 2023 einen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts um etwa 0,4 Prozent.

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