Deutschland

Deutsche halten ihr Geld beisammen: Konsumlaune auf Rekordtief

Wenige Wochen vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts ist die Konsumlaune so schlecht wie nie zuvor. Vor dem kalten Winter halten die Deutschen ihr Geld beisammen.
04.10.2022 09:54
Lesezeit: 1 min
Deutsche halten ihr Geld beisammen: Konsumlaune auf Rekordtief
Deutsche Konsumlaune ist auf ein Rekordtief abgestürzt. (Foto: dpa) Foto: Markus Scholz

Die Konsumlaune der Deutschen ist auf ein Rekordtief gesunken. Das monatlich per Umfrage unter 1600 Verbrauchern ermittelte Barometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) sank im Oktober den dritten Monat in Folge und erreichte mit 84,14 Punkten ein Allzeittief. "Steigende Lebenshaltungskosten und hohe Energiekosten dämpfen die Konsumlaune der Verbraucher erheblich", begründete der HDE am Dienstag die negative Entwicklung.

Auch die Bereitschaft zu größeren Ausgaben - die sogenannte Anschaffungsneigung - markierte ein Rekordtief. Die Konsumzurückhaltung dürfte demnach in den bevorstehenden Wochen und Monaten zunehmen, zumal die Realeinkommen wegen der hohen Inflation sinken. "In der Folge verringert sich der finanzielle Spielraum sowohl für Konsumausgaben als auch zum Sparen", so der HDE.

Für die Einzelhändler kommt das zur Unzeit, steht doch das umsatzträchtige Weihnachtsgeschäft vor der Tür. Im November/Dezember fahren etwa Spielwaren- und Schmuckhändler einen großen Teil ihres Jahresumsatzes ein. "Inwieweit die schlechte Stimmung auf den Einzelhandelskonsum auch tatsächlich voll durchschlägt, werden die kommenden Monate zeigen, wenn die Verbraucher in der Breite mit hohen Nachzahlungen konfrontiert werden", so der HDE mit Blick auf die angekündigten höheren Energierechnungen. "Aktuell ist Geld durchaus noch vorhanden."

Die Inflationsrate ist im September auf 10,0 Prozent gestiegen und ist damit so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr, da Energie und Nahrungsmittel infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine deutlich teurer geworden sind. Die Bundesregierung plant zur Abfederung der sprunghaft gestiegenen Energiekosten einen weiteren Abwehrschirm für Verbraucher und Unternehmen. Das Volumen bezifferte die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP auf bis zu 200 Milliarden Euro. Konkret geplant sind neben einer Strompreisbremse nun auch eine Gaspreisbremse.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gestiegene Betriebskosten: Wachsender Druck auf Produktionsbetriebe

Die deutsche Wirtschaft steht im Jahr 2026 vor enormen Herausforderungen, welche die Gewinnspannen der Betriebe spürbar verringern. Laut...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quereinstieg wird zum Karrieremodell: Wo Quereinsteiger gefragt sind
22.09.2026

Ein neuer Job, ein anderer Berufsweg, neue Perspektiven: Für immer mehr Menschen in Deutschland ist der Quereinstieg eine attraktive...

DWN
Finanzen
Finanzen Vonovia-Aktie unter Druck: Enteignungsdebatte kehrt zurück
22.09.2026

Die Vonovia-Aktie gerät nach der Berlin-Wahl erneut unter Druck und fällt auf den niedrigsten Stand seit Sommer 2023. Der Wahlsieg der...

DWN
Technologie
Technologie Datendurst: Rechenzentren verschärfen Deutschlands Wasserproblem
22.09.2026

Deutschlands Rechenzentrumskapazitäten sollen bis 2030 massiv wachsen, sich mindestens verdoppeln – und brauchen dafür nicht nur immer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen
22.09.2026

Neue Chancen für Maschinen, Arzneimittel und Schweinefleisch: Die Europäische Union und die Philippinen haben sich auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Evonik-Aktie: Chemiekonzern streicht 3.200 Stellen
22.09.2026

Evonik streicht 3.200 Stellen und will allein in Deutschland 2.150 Jobs abbauen. Der Chemiekonzern setzt zugleich auf Wachstum in Asien und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Onboarding neuer Mitarbeiter: Darauf kommt es an
22.09.2026

Die Vorstellungsgespräche sind geschafft, es wurde sich für einen passenden Bewerber entschieden und dieser hat ebenfalls zugesagt. Damit...

DWN
Politik
Politik Folge der Zerstörung: Saudis liefern kein Öl mehr nach Europa
22.09.2026

Saudi Aramco liefert im Oktober kein Öl an europäische Partner. Huthi-Angriffe auf eine wichtige Pipeline haben die Versorgung des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Zölle treiben Stahlkunden zurück nach Europa
22.09.2026

Nachdem die EU die Bedingungen für Stahlimporte verschärft hat, hat sie einen Teil der Kunden zu europäischen Herstellern...